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Jojo Moyes: So ist der neue Roman der Bestsellerautorin

Jojo Moyes nimmt in ihrem neuen Roman ihre Leser mit in eine Zeit und eine Gegend, in der es nicht nur für Frauen besonders hart war.

Jojo Moyes bei einem Auftritt in Leipzig

Jojo Moyes bei einem Auftritt in Leipzig

Die britische Bestsellerautorin Jojo Moyes (50, "Ein ganzes halbes Jahr") nimmt ihre Leser und Leserinnen in ihrem neuen Roman mit in die Vergangenheit. "Wie ein Leuchten in tiefer Nacht" (Verlag Wunderlich) beruht auf wahren Begebenheiten.

Darum geht's

Ende der 1930er Jahre will die junge Engländerin Alice nur noch eines: ihrem Elternhaus und dessen strengen Sitten entkommen. Kurzentschlossen heiratet sie den wohlhabenden Amerikaner Bennett Van Cleve, der auf einer Reise durch Europa ist. Als sie mit ihm in seine Heimat geht, erwartet sie dort aber nicht das, was sie erträumt hat. In dem Städtchen Baileyville in Kentucky lebt sie nun mit einem Ehemann, der sich mehr für die Arbeit und Baseball als für seine Frau interessiert, und ihrem herrischen Schwiegervater unter einem Dach.

Auch bei den anderen Einwohnern des Ortes findet sie zunächst keinen Anschluss - bis es in Baileyville ein neues Projekt gibt und sie dadurch auf Margery O'Hare trifft, eine Außenseiterin, die sich keinem Mann beugt. Margery will mit Hilfe einer Bibliothek auf Pferden Bücher zu den mittellosen Menschen in der bergigen Umgebung bringen, um ihnen und ihren Kindern Zugang zu Bildung zu verschaffen.

Neben Margery und Alice gehören mit Beth und Izzy, Kathleen und Miss Sophia noch weitere Frauen zu dem Projekt, das bei vielen der Männer im Ort nicht gern gesehen ist. Doch die Frauen entdecken auf den Rücken ihrer Pferde in den Gebirgswäldern und in der Wildnis ein ganz neues Leben - vor allem für Alice eine Befreiung. Die beiden Männer in ihrem Haushalt reagieren aber bald mit mehr als nur ermahnenden Worten auf die neue Aufgabe von Alice.

Inspiriert von einer wahren Satteltaschenbücherei

Die berittene Bibliothek gab es in den USA tatsächlich. "Ich habe online einen Artikel in dem Magazin The Smithsonian gelesen, der mit diesen außergewöhnlichen Photographien bebildert war: von Frauen auf Pferden, die sich bereitmachten, in diese gewaltige, raue Natur zu reiten, um isoliert lebenden Familien Bücher zu bringen", erzählt Jojo Moyes in einem Interview zu ihrem Roman. "Es geht da im Grunde um all meine Lieblingsdinge: Pferde, starke Frauen, Bücher und wilde Landschaften. Ich wusste sofort, dass ich über sie schreiben wollte. Ich hatte dieses brennende Bedürfnis und konnte den Plot quasi unmittelbar vor mir sehen."

Die Autorin hat dann vor Ort recherchiert: Sie habe drei Recherchereisen in die Gegend gemacht, "und musste dafür jedes Mal zwei Flugzeuge nehmen und eine lange Autofahrt überstehen", erklärt sie. "Ich habe auch viel wissenschaftliche Recherche betrieben, weil ich mich sowohl mit Bergbau auskennen musste als auch mit den bewaffneten Kohlekonflikte, den Lebensbedingungen in Gefängnissen der 1930er Jahre, mit der Todesstrafe, Gerichtsverhandlungen in dieser Zeit. Ich musste die Bibliothekarinnen kennen und die Landschaft."

Die Landschaft sei alles entscheidend, so Moyes: "Ich bin die Routen abgeritten, die die Bibliothekarinnen damals genommen haben, und das hat mir sehr geholfen: die Stille in den Wäldern zu hören, mir zu Pferd einen Weg durch dasselbe Gelände zu bahnen, durch das sie auch geritten sind... das sickert alles in das geschriebene Wort." Die Fans von Jojo Moyes dürfen sich auf eine spannende Geschichte über starke Frauen, Liebe, Freundschaft und Abenteuer freuen.

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