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Jubel im Freistaat Chemnitz 2025: Sächsische Metropole wird Kulturhauptstadt Europas

Chemnitz: Der Rote Turm vor der Galerie, ältestes erhaltene Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt
Chemnitz soll Deutschland als Europas Kulturhauptstadt 2025 vertreten. Der Freistaat Sachsen will dafür in den kommenden Jahren 20 Millionen Euro beisteuern.
© Peter Endig / Picture Alliance
Chemnitz soll Deutschland 2025 als Kulturstadt Europas vertreten. Die sächsische Metropole erhielt von einer Jury den Vorzug gegenüber Hannover, Nürnberg, Hildesheim und Magdeburg. Der Partner aus Slowenien fehlt noch.

Chemnitz soll deutsche Kulturhauptstadt Europas 2025 werden. Das gab die Vorsitzende der internationalen Auswahljury, Sylvia Amman, am Mittwoch bekannt. Die sächsische Stadt setzte sich in dem von der Kulturministerkonferenz der deutschen Bundesländer organisierten Verfahren gegen Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durch. Die Empfehlung des Gremiums bildet die Grundlage für die finale Entscheidung der Kulturministerkonferenz von Bund und Ländern. Sie soll laut Planung bis Ende dieses Jahres fallen.

Kretschmer: "Macher-Mentalität war mitentscheidend"

Sachsens Ministerpräsident gratulierte den Chemnitzern in einer Videobotschaft. Die Landesregierung werde ihren Beitrag dazu leisten, "dass dieses Jahr 2025 zu einem ganz besonderen wird – mit einer Ausstrahlung, mit einem Impuls für Chemnitz, für Sachsen, für Deutschland und für die gesamte Europäische Union", sagte Kretschmer am Mittwoch. "Was für eine Arbeit, was für ein Engagement, wie viel Kreativität und wie viele kluge Ideen waren dazu notwendig", so Kretschmer weiter. Chemnitz habe zusammengehalten: "Sie haben die Jury damit überzeugt, dass Sie einen Ansatz gewählt haben, der über das Jetzt und Hier hinausgeht, der die Europäische Union erklären soll, der neue Verbindungen zwischen Ost- und Westeuropa schaffen soll. Wir sind alle richtig stolz auf diese großartige Stadt, auf die Menschen, die das gemacht haben." Die Macher-Mentalität der Chemnitzer sei mitentscheidend dafür gewesen, dass es am Ende geklappt habe, sagte der CDU-Politiker.

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch nannte die Entscheidung eine "Riesenchance für Sachsen". "Nicht nur die Stadt Chemnitz ist glücklich, sondern der gesamte Freistaat ist glücklich, die Region ist glücklich", sagte Klepsch nach der Bekanntgabe der Entscheidung, die sie gemeinsam mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) per Livestream in der Stadthalle verfolgt hatte. Insgesamt 20 Millionen Euro will der Freistaat Sachsen Chemnitz bis 2025 zur Verfügung stellen. Man werde diese Zusage einhalten, betonte Klepsch. 

Entscheidung über slowenischen Partner noch offen

Das Kulturhauptstädteprogramm ist eine EU-Initiative, mit der die Verbundenheit zur gemeinsamen europäischen Kultur gefördert und die Vielfalt Europas verdeutlicht werden soll. Pro Jahr gibt es zwei Kulturhauptstädte aus zwei Mitgliedsstaaten. Welche Länder in welchem Jahr gemeinsam Kulturhauptstädte benennen, wird lange vorab festgelegt. 2025 sind dies Slowenien und Deutschland. Die Entscheidung über die slowenische Partnerstadt erfolgt nach Angaben der EU im Dezember. Das Kulturhauptstädteprogramm soll auch Entwicklung der beteiligten Städte unterstützen. So soll es einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten, den Tourismus beleben und das Ansehen der Städte in den Augen der Bewohner verbessern.

Für das zweistufige nationale Auswahlverfahren ist eine Jury aus Vertretern von EU-Institutionen sowie Mitgliedsstaaten zuständig. Ursprünglich bewarben sich acht Städte. Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Chemnitz und Nürnberg schafften es in die zweite Runde und reichten dabei noch einmal genauere Bewerbungskonzepte ein.

js DPA

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