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Wissenschaftler sicher: Ist Banksy dieser Mann aus Bristol?

Das Phantom soll enttarnt sein: Wissenschaftler aus London sind sich sicher, Banksy mit Hilfe einer Profiling-Software ausfindig gemacht zu haben. Der berühmte Graffiti-Künstler soll ein Mann aus Bristol sein.

Banksy

Ein Banksy-Kunstwerk im Hafen von Calais zeigt Apple-Gründer Steve Jobs.

Seine Graffitis tauchen meist über Nacht auf: Sobald irgendwo ein neuer Banksy entdeckt wird, scharen sich Fotografen um das Kunstwerk, melden Medien den Fund, erheben Hausbesitzer Besitzansprüche. Denn seine Graffiti-Malereien sind Millionen wert. Zum einen, weil Kunst gefällt, zum anderen, weil niemand weiß, wer Banksy eigentlich ist.

Der Graffiti-Sprayer ist ein großer Unbekannter. Ein Phantom, das über Nacht agiert, sprüht und dann wieder verschwindet. Doch das Geheimnis um seine Identität könnte gelüftet sein. Wissenschaftler der Queen Mary Universität in wollen den berühmten Sprayer mit Hilfe einer Software enttarnt haben.

Banksy könnte aus Bristol stammen

"Geographic Profiling" heißt die Methode, die oft zur Aufklärung von Serienstraftaten eingesetzt wird. Dabei werden die Tatorte und andere Faktoren in eine Datenbank eingespeist, die daraus den möglichen Wohnort des Täters errechnet. 

Die Wissenschaftler haben nun die Orte, an denen Banksy seine Kunst hinterlassen hat, als Datengrundlage genommen. 140 Kunstwerke in London und Bristol dienten als Ausgangspunkte. Die Ergebnisse der Nachforschungen: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es sich bei Banksy um einen Mann namens Robin Gunningham aus Bristol handelt.

Gunningham bereits 2008 als Banksy im Verdacht

Die Boulevardzeitung "Mail on Sunday" hatte Gunningham bereits 2008 als Mann hinter dem Namen Banksy vermutet. Die Profiling-Software hat nun herausgefunden, dass verschiedene Adressen und Orte, die mit Gunningham in Verbindung stünden, auch auf der Suche nach Banksy herausgestochen haben.

Die "Mail" hatte damals nach eigenen Angaben ein Jahr lang recherchiert, mit "Dutzenden Freunden, ehemaligen Kollegen, Feinden, Mitbewohnern und nahen Verwandten Banksys" gesprochen. Ausgangspunkt der Recherchen war ein Foto eines knieenden Mannes mit dunklen Locken in dunkelblauem Hemd, vor sich eine Sprühdose und eine Schablone, der Banksy bei der Arbeit auf der Karibikinsel Jamaica sein sollte.

Allerdings schreiben die Autoren auch, dass Banksy abstritt, der Mann auf dem Foto zu sein, und auch Gunninghams Umfeld nicht gerade gesprächig gewesen sei, sogar seine - angeblichen - Eltern ihn verleugnet hätten. "Angesichts seines langjährigen Erfolgs darin, seine Spuren zu verwischen, ist es natürlich möglich, dass die Spur, der wir gefolgt sind, ein Ablenkungsmanöver ist", hieß es in der "Mail" im Jahr 2008.

Ergebnisse der Studie stützen Gunningham-Theorie

Steven Le Comber, Leiter der Studie bei der Queen Mary , dagegen ist sich recht sicher. "Ich wäre überrascht, wenn er es nicht ist, auch ohne unsere Analyse, aber es ist interessant, dass die Analyse das zusätzlich stützt", sagte er der BBC. Die Veröffentlichung der Studie soll nach Informationen des britischen Senders sogar Banksys Anwälte auf den Plan gerufen haben. Das dürfte das Ergebnis zusätzlich stützen. 

Ist der Mann aus mit dem Namen Gunningham tatsächlich der berühmte Banksy? Einen hundertprozentigen Beweis gibt es nicht. Und das ist vielleicht auch gut so. Für Banksy, für seine Kunst und für seine Kunstliebhaber.

Banksy

Ist das Banksy? Die "Mail on Sunday" veröffentlichte 2008 dieses Foto von Robert Gunningham.


mai/DPA

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