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Gerhard Polt feiert seinen 70. Geburtstag: Ein Humorist auf Valentins Spuren

Seit 35 Jahren beobachtet Gerhard Polt die menschlichen Abgründe und schafft für die Bühne Figuren, die dies zum Ausdruck bringen. Nun wird der Kabarettist, Autor und Filmemacher 70.

Ein hohes Alter ist relativ, das weiß der Zuhörer des Gerhard Polt. "Wenn du vor einer Schildkröte stehst, und es sagt dir einer, die ist jetzt 260 Jahre alt, dann hast du schon einen Respekt. Du kannst allerdings auch sagen: 260 Jahre lang bloß Salat fressen, das ist die andere Seite der Medaille." Nun wird Gerhard Polt am Montag selbst 70 Jahre alt. Auch wenn er über seinen bevorzugten Tagesablauf sagt: "Ich sinnlose vor mich hin, und das mit Begeisterung" - es wird ihn wohl nie einer mit dem begrenzten Wirken einer Schildkröte zu vergleichen wagen. Im Gegenteil: Seit Karl Valentin hat kein bayerischer Humorist eine ähnliche Bedeutung erlangt.

Polt kam am 7. Mai 1942 in München zur Welt. Evangelisch getauft wuchs er dann im erzkatholischen Marienwallfahrtsort Altötting in Niederbayern auf. "Ich bin eine Zeit lang in Altötting aufgewachsen, was sehr günstig ist, wenn man Komiker werden will", sagt Polt. Das, was ihm da wiederfuhr, war nämlich die bedrückende Enge des Katholizismus, aus der er sich später mit Humor befreite. Genau wie er die CSU zur Zielscheibe seiner politischen Kabarettstücke machte.

Neulich schilderte der mit seiner Frau am Schliersee lebende Polt in der "Frankfurter Rundschau", wie er von einer seiner Kinderängste - die vorm Nikolaus - als Neunjähriger befreit wurde. "Ich sah, wie eine Gruppe von Nikoläusen aus dem Studentenschnelldienst kam und Kinder sie mit Steinen bewarfen. Zu erleben, dass diese Nikoläuse um ihr Leben gelaufen sind, das war Revolution."

Die Rache des "Osterhasi"

"Nikolausi" heißt denn auch einer der Klassiker des Poltschen Humors. "Nikolausi" sagt ein kleiner Junge zum Vater, obwohl er einen Osterhasen sieht. "Nein, das ist nicht Nikolausi, das ist Osterhasi", sagt der Erwachsene zunächst noch lächelnd. Doch das Kind bleibt bei seinem "Nikolausi" und allmählich dreht der Vater durch - bis er mit einem "Herrschaftszeiten" dem "Rotzbub" Prügel androht. Mit seiner variantenreichen Stimme macht Polt solche Szenen lebendig - im Internet erfreuen sich Clips mit diesen Auftritten großer Beliebtheit.

Polt wird vor allem als Bayer wahrgenommen. Doch sein Horizont ist viel weiter. Nach dem Abitur in München studierte er dort zunächst auch, bevor er sich dann der Skandinavistik zuwandte, ab 1962 in Göteborg nordische Sprachen studierte und dort vier Jahre lebte. Noch heute ist für Polt Schweden eine zweite Heimat, ebenso wie Italien.

1974 begann Polt in München seine Bühnenkarriere. Schon 1978 bekam er eine erste Fernsehreihe "Fast wia im richtigen Leben", die zunächst im Bayerischen Rundfunk und dann in der ARD lief. Wie bei fast allen großen Erfolgen spielte er mit Gisela Schneeberger an der Seite.

Bloß keine Überdosis!

Hanns Helmut Böck, Polts Redakteur vom Bayerischen Rundfunk, beschrieb den Grund für dessen Erfolg so: "Der unbestechliche Blick für das Tragische und Komische im Alltäglichen und die Fähigkeit, dies in einer kurzen Szene zu bündeln, für den Zuschauer einen Moment des Erkennens herzustellen, bei dem oft Betroffenheit und Lachen miteinander im Widerstreit liegen." Als einer der wenigen habe Polt es geschafft, dass sein Fernsehdurchbruch gleich zum Fernsehklassiker wurde.

Ein "Ereignis" sei Polt, sagte selbst der große Loriot. Und wie Loriot versteht es der Bayer, sich durch Verknappung interessanter zu machen. Talkshows meidet er, Interviews gibt er selten. Vier Kinofilme machte er, wovon "Man spricht deutsch" über deutsche Italienurlauber in den 80er Jahren der bekannteste wurde.

Anders als im Fernsehen oder Kino ist der mit allen wichtigen Preisen ausgezeichnete Polt auf der Bühne dagegen noch regelmäßig unterwegs. Mit den inzwischen aufgelösten Biermöslblosn bildete er lange ein geniales Gespann, auch mit den Toten Hosen tourte Polt schon. Bis zum Sommer wird er ein gutes Dutzend Auftritte haben. Falls ihm noch was einfällt, wird auch jenseits der 70 weiter von ihm zu hören sein. "Die Zeiten für Satire sind immer gut. Sie stirbt nicht, solange der Mensch menschelt."

Ralf Isermann, AFP (mit DPA)
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.