Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses Thierse: Verzögerung wäre "eine Schande"


Eine Ohrfeige für engagierte Bürger, falsche Prioritätensetzung bei Schwarz-Gelb. Mit deutlichen Worten hat sich Bundestagsvizepräsident Thierse zu Plänen geäußert, den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses zu verzögern.

Auf einen planmäßigen Baubeginn für das Berliner Stadtschloss dringt Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. "Es wäre eine Schande, wenn Schwarz-Gelb mit falscher Prioritätensetzung beim Sparen dieses kulturpolitische Projekt von Weltbedeutung gefährden würde", sagte der SPD-Politiker in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu".

Zudem wäre eine Verschiebung auch eine Ohrfeige für die vielen engagierten Bürger, die den Bau mit Spenden unterstützen wollten. Thierse: "Wir reden hier von einer sechs- bis zehnjährigen Bauphase ab Grundsteinlegung 2011 und jährlichen Baukosten in der Größenordnung von 30 bis 40 Millionen Euro."

Angesichts der Sparzwänge des Bundes waren am Mittwoch Überlegungen vor allem von Haushaltspolitikern im Bundestag bekannt geworden, den Wiederaufbau des Stadtschlosses zu verzögern. Ein späterer Start des 550 Millionen Euro schweren Vorhabens sei eine der möglichen Überlegungen, bestätigten Koalitionskreise in Berlin.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sieht dagegen für eine Verschiebung allerdings "keine Anhaltspunkte", wie er der dpa sagte. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hält an der bisherigen Planung fest.

DPA DPA

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