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M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: Nun lasst ihn doch erstmal machen!

Hat man gerade noch über Donald Trumps Vertweeter gelacht, kommt kurz darauf die Ankündigung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Plötzlich realisierst du: "Covfefe" ist das Vernünftigste, das ihm in seiner Amtszeit entfahren ist.

Eine Kolumne von Micky Beisenherz

Micky Beisenherz über Donald Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen

Donald Trump will aus dem Klimaabkommen aussteigen.

Wo ist ein , wenn man ihn mal braucht? Zu hart, oder?

Es sind wohl Sätze wie dieser, die mich für ein seriöses Amt unmöglich machen. Doch, halt. Seitdem ein schlecht toupierter Orang-Utan den Sessel im Oval Office besetzt hält wie den großen Treckerreifen im Affengehege, hat auch der letzte begriffen, dass es in diesen Zeiten offensichtlich jeder überallhin schaffen kann.

Selbst dieser deutsch-republikanische Trump-Fanboy, der aussieht wie Loriot im Masken-Sketch und immer bei Lanz rumhängt, hat zusehends größere Probleme, diese verwirrte Kanonenkugel von einem Präsidenten zu etwas Brauchbarem hochzureden. Es ist zum Heulen.

Hat man gerade noch kollektiv über einen Vertweeter wie "covfefe" gelacht, kommt nur wenige Stunden später ein Hammer wie seine Ankündigung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Zusammen mit und Syrien. Da ist man in guter Gesellschaft. Und plötzlich realisierst du: "Covfefe" ist das Vernünftigste, das ihm in seiner Amtszeit bislang entfahren ist.

Wobei, wo genau war da denn jetzt die Überraschung? Hat irgendwer etwas anderes erwartet? Natürlich hat dieser Turbonarzist die feisten, gröhlenden Fressen mit speckiger Truckerkappe auf ihrem Walmart-Golfwägelchen aus seiner Promo-Tour im Sinn, wenn er ankündigt, auch dieses Wahlversprechen wahr zu machen. Und das zieht er auch rücksichtslos durch. Make America grey again.

Wirre Reden auf Dingsda-Niveau

Was uns alle nur so fassungslos macht, ist die Ohnmacht, mit der wir mitansehen müssen, wie ein Einzelner einen ganzen Planeten in die Scheiße reitet. Machen wir uns nix vor: Wir haben, was ihn angeht, schon eine enorme Blödsinnstoleranz entwickelt: Sein Händeschütteln, das Vordrängeln, die wirren Reden auf Dingsda-Niveau - im Grunde genommen wirkt seine gesamte Regentschaft wie eine einzige große Bodyswitch-Komödie à la "Big". Mit einem verdammt miesen Achtjährigen im Körper eines fetten Golfers.

Bleibt nur die Frage: Wie kriegt er den Planeten schneller zu Klump? Klimaerwärmung? Oder das nukleare Fingerhakeln mit den Schurkenstaaten dieser Welt verlieren? (Abgesehen natürlich von denen, denen er für hunderte Milliarden Waffen liefert.) Meine Halswirbel haben schon Arthrose vom vielen Kopfschütteln.

Und was ist das eigentlich für eine verquere Moral: Du bist Abtreibungsgegner, also "Pro-Life" - und tust gleichzeitig alles dafür, möglichst viele Spezies auszurotten und den überlebenden Arten eben dieses Leben möglichst effizient zu versauen.

Gegen Donald Trump wirkt Kim Jong Un vernünftig

Hier werden globale Interessen weggeschlagen wie man es eigentlich nur von Melania kennt, wenn Dirty Don wieder mit seinen schwitzigen Puppenhänden nach ihr greift. Selbst der Dicke aus Nordkorea tut mehr für den Klimaschutz, will Treibhausgase um 37 Prozent reduzieren und die Wälder schützen. Wenn gegen dich plötzlich vernünftig wirkt, hast du wirklich ein Problem. Nein, falsch. Wir alle haben eines: Trump.

Schon bitter, wenn das Bestmögliche, das sich am Ende seiner Amtszeit sagen lassen wird, ist, dass es vier verlorene Jahre waren. Aber selbst so hoffnungsvoll bin ich kaum noch.

In seiner Rede pickt sich der Industrieflüsterer Trump exemplarisch eine strukturwandelgeschädigte Stadt heraus und verspricht vollmundig "Pittsburgh statt " - woraufhin der Bürgermeister eben dieser Stadt schnell verlauten lässt, dass man sich an die Emissionsziele halten werde. Dass Dinge wie Klimaschutz in den Vereinigten Staaten auch dezentral geregelt werden, lässt ein wenig hoffen.

Andererseits: Die im Pariser Vertrag geregelten Klimaziele sind rechtlich ohnehin nicht bindend. Und dass Trump 2020, wenn der frühestmögliche Ausstieg aus dem Abkommen möglich ist, weg ist, daran mag ich schon auch nicht mehr so recht glauben. Agent Orange macht die "Deals" - und wir alle verlieren. 

Es ist Zeit, diesen Wahnsinn(igen) zu stoppen.

P.S.: Der Autor des Textes distanziert sich natürlich von jedweder Form von Gewalt gegen Staatsmänner oder vernunftbegabte Zivilisten.

US-Präsident Donald Trump - im Profil fotografiert - spricht vor dem Weißen Haus in ein Mikrofon und gibt eine Erklärung ab