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Zeitleiste David Bowie: Die Wandlungen des Pop-Chamäleons

Er war einer der größten Pop-Künstler. Und ganz sicher der wandelbarste. In unserer Zeitleiste zeigen wir David Bowies Leben mit seinen mannigfaltigen Erscheinungen in Wort, Bild und Ton.

Von Carsten Heidböhmer

 


Das Leben und Schaffen des David Bowie

David Bowie kommt am 8. Januar 1947 als David Robert Jones in London auf die Welt. Zwei Jahre nach Kriegsende ist in der britische Hauptstadt noch wenig vom Glamour und Hedonismus zu spüren, den Bowie später verströmen wird. Seine Eltern, Haywood Stenton "John" Jones und Margaret "Peggy" Mary Burns, sind beide berufstätig und gehören der Mittelschicht an.

Noch bevor die Beatles ihren Siegeszug antreten, schließt sich David, damals zarte 15 Jahre jung, unter dem Künstlernamen Dave Jay der Beat-Gruppe The Kon-Rads an. Er singt und spielt Saxofon. Im August 1963 nimmt die Gruppe für das Plattenlabel Decca die Single "I Never Dreamed" auf. Der große Erfolg bleibt aus, und der ehrzeizige Bowie zieht weiter. 1964 nimmt er eine Solosingle auf ("Liza Jane"), die ebenfalls floppt. In den folgenden Jahren singt er in weiteren Bands.

Inzwischen hat sich der junge Musiker umbenannt. Dave Jay ist ihm zu nah an dem Monkees-Mitglied Davy Jones. Nun nennt er sich David Bowie, in Anlehnung an den legendären amerikanischen Pionier und Soldaten Jim Bowie. "David Bowie" heißt auch sein komplett selbstgeschriebenes Debütalbum, das am 1. Juni 1967 erscheint. Es wird kein Erfolg.

"Space Oddity": erster Hit

Unterstützt von dem Produzenten Tony Visconti ändert Bowie sein Konzept. Einen ersten Vorgeschmack auf den "neuen" Bowie liefert ein halbstündiger Promo-Film mit dem Titel "Love You Till Tuesday". Vor allem ein Song sorgt für Aufmerksamkeit: die Ballade "Space Oddity", inspiriert von Stanley Kubricks Film "2001: Odyssee im Weltraum". Das Lied wird am 11. Juli 1969 als Single veröffentlicht und erreicht Platz 5 in den britischen Single-Charts. Bowie hatte seinen ersten Hit. "Space Oddity" eröffnet auch sein zweites Album. Sechs Jahre später wird der Song in Großbritannien erneut veröffentlicht - und beschert Bowie seine erste Nummer eins.

Am 30. Mai 1971 wird Duncan Zowie Haywood Jones geboren. Mit der Mutter Angela Barnett war David Bowie zehn Jahre verheiratet, von 1970 bis 1980. Nach der Scheidung erhält der Musiker das alleinige Sorgerecht. Duncan Jones wird später ein angeseher Regisseur, für seinen Film "Moon" erhält er zahlreiche Auszeichnungen. Seit 1992 ist Bowie mit dem Model Iman Abdulmajid verheiratet, aus dieser Ehe geht die gemeinsame Tochter Alexandria Zarah hervor (*15. August 2000).
Mit seinem vierten Album "Hunky Dory" findet er erstmals seine künstlerische Sprache. Das Album liefert eine Blaupause für den Glamrock und gilt heute als eines der besten Alben aller Zeiten. Darauf sind Hits wie "Changes" oder "Life on Mars", das Album war zunächst jedoch nur ein Kritikererfolg.

Erfolg als Produzent

1972 hat David Bowie ein kreatives Hoch. Er hat nicht nur mit seiner eigenen Musik Erfolg, sondern kurbelt auch die Karrieren anderer Musiker an. So produziert er Lou Reeds Soloalbum "Transformer". Für die britische Band Mott the Hoople schrieb er den Hit "All the Young Dudes" und produzierte ihr Album, und 1973 mischte er das Album "Raw Power" von den Stooges ab.

Mit dem Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars" gelingt ihm endlich auch der künstlerische Durchbruch beim Publikum. Die anschließende Welttournee wird zum Triumphzug.

1976 verlässt Bowie die USA, zunächst wohnt er in der Schweiz. Dann zieht er nach Berlin, wo er zusammen mit Iggy Pop in einer Siebenzimmer-Altbauwohnung in der Hauptstraße 155 in Schöneberg lebt. Unter dem Einfluss von deutschen Krautrock-Gruppen wie Neu! oder Kraftwerk entsteht in Zusammenarbeit mit Produzent Tony Visconti und Brian Eno die Album-Trilogie "Low", "Heroes" und "Lodger" (1979), die heute zu den Höhepunkten in Bowies Gesamtschaffen zählt. Überschattet wird die Zeit von schwerem Drogen-Missbrauch. Der Musiker war die meiste Zeit auf Kokain.

David Bowie auf dem Gipfel

Mit seinem 1980er Album "Scary Monsters" sucht und findet er Anschluss zur in England populären Szene der New Romantics. Doch 1983 ist Bowie schon wieder weitergezogen. Er schnappt sich den angesagten Disco-Produzenten Nile Rodgers (Chic) und veröffentlicht "Let's Dance". Album wie die Single erobern in vielen Ländern die Chartspitze. Der größte kommerzielle Erfolg seiner Karriere. Die sechsmonatige Welttournee sprengt alle Rekorde. "Tonight" (1984) ist ähnlich erfolgreich.

Mit der Veröffentlichung von "Hours..." beginnt 1999 die Phase in Bowies Karriere, die man als die neoklassizistischen Jahre bezeichnet und die bis heute andauert. Dieser Mann hat alles gesehen und fast alles ausprobiert, nun schöpft er aus seinem reichen Oeuvre. Auch auf Alben wie "Heathen" (2002) oder "Reality" (2003) greift Bowie immer wieder auf frühere Werke zurück. Besonders deutlich ist die Referenz bei "The Next Day" (2013), wo er mit dem Cover direkt auf "Heroes" anspielt, das Video zur Single "Where Are We Now" zeigt die deutsche Hauptstadt und ist damit ein eindeutiger Hinweis auf die Berliner Jahre.

Am Tag seines 69. Geburtstages erscheint David Bowies 25. Album "Blackstar". Es wird sein letztes sein. Zwei Tage später stirbt David Bowie in New York.

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