E-Mail von Till Live Earth - die Weltretter!


Öko-Einkaufstüten vom Designer, Biosupermärkte und Hybridautos: Ein halbherziges Umweltbewusstsein erobert Hollywood. Mit ein paar Konzerten wollen die neuen Weltretter nun auf den Klimawandel aufmerksam machen. Aber warum der ganze Zauber? Ein bisschen mehr Wärme wäre doch schön!
Von Till Hoheneder

Leute, mal ganz ehrlich! Wer von uns Ü40-Jährigen hätte das gedacht? Dass Öko & Bio mal richtig hip und très chic wird und nicht länger von körnerfressenden, nickelbebrillten und birkenbestockten Latzhosen repräsentiert wird! Jetzt kommen Reich & Schön! Rockstars! Hollywood-Prominenz! Brad Pitt und Madonna kaufen nicht nur "fair gehandelte" Kinder, sondern auch umweltschonende Hybridautos! Sicher, der Bentley, der Jaggy, der Range Rover und der Aston Martin stehen auch noch in der Garage, und für Strecken über 150 Kilometer nimmt man doch lieber den eigenen Learjet... aber nur mal eben zum Kiosk, wenn die Paparazzis draußen auf Abschuss warten, dafür ist der Toyota Prius wirklich toll.

In London hat jetzt im allerfeinsten Stadtteil Kensington ein Ökosupermarkt der Superlative aufgemacht. Und auf einmal wird ein uralter Promiwitz zur Realität: Natürlich bin ich auf dem Boden geblieben, ich weiß doch auch, dass ein Liter Milch vier Euro kostet! Berühmte Designer kreieren streng limitierte, sauteuere, aber wieder verwertbare "Einkaufstüten" für das Biogemüse von Julia Roberts, während du und ich noch den alten Tengelmann-Jutebeutel mit der ollen Schildkröte darauf durch die Fußgängerzone von Castrop-Rauxel schlören. Wie uncool!

Aber so richtig toll wird es erst mit der Umwelt und so, wenn unsere Pop- und Rockprominenz sich anschickt, die Welt aufzurütteln und zu retten! Ich sage nur: Live Earth! Da jetten sie wieder im Biodieselflugzeug auf die Bühnen dieser Welt, um uns Energiejunkies mitzuteilen, dass alle Handys, Laptops und mp3-Player dieser Welt am besten mit Solarstrom aufgeladen werden. Ich könnte vor Glück in den Garten kotzen! Was hält man von Rockstars wie Roger Waters, die mit 30 Sattelschleppern auf Tournee gehen und sich nicht zu blöd sind, im Interview darauf hinzuweisen, dass sie jetzt immer darauf achten, dass nicht im ganzen Haus das Licht brennt, wenn sie abends mit dem Fahrrad auf ein Bier in die nächste Kneipe fahren.

Dazu hat man noch Comedians wie Michael Mittermaier engagiert, damit die diese riesige Öko-Verarsche mal so richtig satirisch aufarbeiten und nicht wie üblich einfach ihr "Hey Fuck Bush" Gesülze absondern.

Wir sollten uns sowieso alle mal gut überlegen, ob wir gegen die allgemeine Erderwärmung sind! War doch schön im April!! Die Biergärten und Eiscafes haben Umsatz gemacht, Leute eingestellt, den Aufschwung gefördert! Warum also wegen ein bis zwei Grad mehr so eine Hysterie? Wer braucht Eisbären am Nordpol? Wir hatten doch Knut im Zoo. Und die tolle WM letztes Jahr, die wäre doch mit dem üblichen kalten Regenwetter Mist gewesen. Der Autor dieser Kolumne sitzt zwar im heißen Spanien (bin mit dem Tretboot gefahren, ehrlich!), während er diese Zeilen schreibt, aber ich weiß doch, wie arktisch es zurzeit in Deutschland ist! Wahrscheinlich ist das der Grund, warum der Kartenverkauf für das Konzert gegen Erderwärmung so schlecht läuft: Es ist einfach zu kalt in Hamburg.

Bis die Tage...!


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