Rock 2003 Furiose Comebacks und Nachwuchssorgen


Harte Klänge, volle Kassen - das Jahr 2003 war ein gutes Jahr für den Heavy Rock. Metallica und Iron Maiden feierten furiose Comebacks, für Aufsehen sorgten Linkin Park.

Harte Klänge, volle Kassen - das Jahr 2003 war ein gutes Jahr für den Heavy Rock. Metallica und Iron Maiden feierten furiose Comebacks, Linkin Park sorgten mit ihrem zweiten Studio-Album für Aufsehen und auch Schockrocker Marilyn Manson erfüllte die Skandal-Erwartungen. Etwas mau sah es beim Nachwuchs aus. Lediglich im Alternative-Bereich sorgten die White Stripes für etwas frischen Wind. Enttäuschend war auch das neue Album der Nu-Rock-Pioniere Limp Bizkit.

Geläutert nach Entzug und Gruppentherapie kehrten Metallica auf die internationale Bühne zurück. Waren die vergangenen Alben zwar solide, aber ziemlich glatt, so präsentierten sich die Metal-Stars auf "St. Anger" mit viel Wut, Energie und härter als je zuvor. Die Fans dankten es ihnen mit Spitzenplätzen in den Charts und ausverkauften Konzerten.

Linkin Park mit DVD

Mindestens genauso erfolgreich war das vergangene Jahr für Linkin Park. Die US-Rocker begeisterten mit ihrem zweiten Studioalbum "Meteora", der Song "Somewhere I Belong" war ein echter Ohrwurm. Kurz vor Weihnachten folgte dann noch als Schmankerl das Album "Live in Texas" mit hübscher DVD - auch ein Trost für die Fans in Europa, nachdem die Band im Frühjahr einige Auftritte wegen Krankheit des Sängers absagen musste.

Comeback von Iron Maiden

Eher überraschend kam das Comeback von Iron Maiden - seit mehr als 20 Jahren im Geschäft. Zunächst überzeugten die britischen Metal-Veteranen beim Open-Air-Doppelpack Rock am Ring/Rock im Park. Konzertimpresario Marek Lieberberg, zunächst selbst skeptisch, war nach dem Auftritt der Mannen um Bruce Dickinson begeistert: "Sie waren unglaublich professionell, ich habe in all den Jahren wenige so anständige Musiker wie diese erlebt", sagte er und engagierte sie für die Tournee im Herbst, auf der die Band das aktuelle Album "Dance of Death" vorstellte.

Marilyn Manson um Image-Wechsel bemüht

Mit besonnenen Aussagen in Michael Moores Kino-Dokumentation "Bowling for Columbine" gewann Marilyn Manson auch hier zu Lande zahlreiche Sympathien. Bei der Promotion für sein Album "Golden Age of Grotesque" bemühte sich der amerikanische Bürgerschreck dann auch noch um einen Imagewechsel zum ernsthaften Künstler mit Vorliebe für die 20er Jahre. Doch musikalisch und auf der Bühne blieb alles beim Alten: Krawall und Provokation pur.

Auch Festival-Besucher mögen es laut

Dass Rock weiter hoch im Kurs steht zeigten auch die großen Open-Airs in diesem Jahr: 75.000 Besucher strömten etwa am Pfingstwochenende zum Auftakt der Festivalsaison an den Nürburgring, um neben Metallica, Manson und Maiden weitere Heavy-Bands wie Clawfinger, Evanescence oder Audioslave zu sehen. Gegenüber dem Vorjahr - damals waren Altstars wie Neil Young oder Santana aufgetreten - kamen rund 50 Prozent mehr Zuschauer.

Schwache Darbietungen von Limp Bizkit

Enttäuscht hat dagegen das jüngste Werk von Limp Bizkit, den Vorreitern des Nu Rock. "Results May Vary" heißt das Werk, und damit bezeichnet der Titel unfreiwillig auch die Qualität des Albums. Wenn Sänger Fred Durst herumprollt und schreit "Give me a motherfucking mic", wird deutlich, dass die Szene dringend Erneuerung braucht.

Etwas frischen Schwung brachte das britische Duo White Stripes. Das Album "Elephant" überzeugte mit Verzicht und Reduktion: Jack White singt und spielt Gitarre, seine Frau Meg sitzt am Schlagzeug - das war's. Musik machen wie die Kinder, nennt Jack White das. Doch sonst stand 2003 im Jahr der Arrivierten - weitere Newcomer Fehlanzeige.

Stephan Köhnlein, AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker