Song-Contest Ruslana rockt Europa


Die Ukraine hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Souveräne Siegerin war die Sängerin Ruslana mit "Wild Dance". Max kam auf den achten Platz und nicht einmal in die Nähe der Spitzengruppe.

Die Ukraine hat am Samstagabend zum ersten Mal den Eurovision Song Contest gewonnen. Souveräne Siegerin war die Sängerin Ruslana mit ihrem fetzigen Song "Wild Dance". Für die deutsche Grand-Prix-Hoffnung Max gab es eine leichte Enttäuschung: Mit seiner von Stefan Raab geschriebenen Ballade musste sich der 22-Jährige in Istanbul mit dem achten Platz begnügen.

"Ich musste mich erst ein bisschen an den 8. Platz gewöhnen, aber ich komme damit zurecht", sagte Max am frühen Sonntagmorgen. Der 22- jährige Abiturient aus Waldshut-Tiengen im Schwarzwald hatte sich selbst einen Platz unter den ersten Fünf erhofft. Ohne viel Schnickschnack war er seiner Linie treu geblieben. Im schwarzen Pulli und mit dunkler Jeans saß er auf einem Barhocker und konzentrierte sich voll auf seinen Song. Einziger Schmuck war eine Halskette - ein Talisman von seiner Freundin. Begeisterten Applaus gab es, als Max bei einer Textzeile vom Englischen ins Türkische wechselte.

Ralph Siegel nur auf Rang 12

Sein Mentor Raab, der Max in seiner Fernsehshow "tv total" gecastet und ihm den Song auf den Leib geschrieben hatte, witzelte nach der Sendung in Anspielung auf seinen Konkurrenten Ralph Siegel: "Mein Favorit war Malta." Siegel hatte den Malta-Song produziert und war damit auf Platz 12 gelandet.

Mit dem achten Rang für Max hat Deutschland ein wenig Boden gut gemacht im Grand-Prix-Zirkus, nachdem es zuletzt die Plätze 21 und 12 gegeben hatte. Allerdings hatte Stefan Raab im Jahr 2000 mit seinem Blödelsong "Wadde hadde dudde da?" selbst noch den fünften Platz erobert.

Show mit Lendenschurz und Leder

Mit einer bombastischen Show in Lendenschurz-Outfit und Leder hatte die Ukrainerin Ruslana die Millionen Fans in Europa überzeugt. Sie lag am Ende klar vor Serbien-Montenegro und Griechenland - alle drei Länder hatten sich erst am Mittwoch im Halbfinale qualifiziert. Die Sängerin und Komponistin kombinierte Popmusik mit Tanzelementen aus den Karpaten. Zum folkloristischen Ambiente trug auch der Liedtext in Englisch und Ukrainisch bei. Dazu knallten Peitschen, und Flammen loderten auf den überdimensionalen Bildschirmen auf der Bühne. Der Auftritt erinnerte viele deutsche Fans ein wenig an die Gruppe Dschingis Khan, die für Deutschland im Jahr 1979 beim Grand Prix den vierten Platz geholt hatte.

Die von der Türkei perfekt organisierte und weltweit in 40 Länder übertragene dreistündige Show glänzte auch durch die Vielfalt der Beiträge. Von ruhigen Balladen über Punkmusik bis hin zu folkloristischen Tanznummern war alles dabei. Diesmal gab es, im Gegensatz zu 2003, keine Spaßbeiträge oder wirklichen Ausreißer - die meisten Songs waren gut gemachte Popstücke.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker