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Beliebte Geschenke "Ein gewisses Risiko" – Verbraucherschützer warnt vor Konzertgutscheinen unterm Weihnachtsbaum

Ein Konzert in einem Club voller Fans
Alle haben Sehnsucht nach Live-Konzerten – aber ist es eine gute Idee, Tickets zu verschenken?
© Kaique Rocha / Pexels
Konzerttickets oder Gutscheine für Restaurantbesuche und Wellness-Wochendenden, das sind beliebte Weihnachtsgeschenke. 2020 sei damit jedoch Vorsicht geboten, meint ein Verbraucherschützer.

"Dieses Jahr muss man sich, glaube ich, zweimal Gedanken machen." Das sagt der Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Klaus Müller. Er meint damit die Wahl der Geschenke, die man seinen Lieben zu Weihnachten überreichen will. Denn mehrere beliebte Optionen sind im Jahr 2020 mindestens riskant.

Müller denkt da vor allem an Gutscheine für Aktivitäten. Konzerte, aber auch Restaurantbesuche oder Kurztrips. Denn es sei unklar, wann der Beschenkte einen Gutschein angesichts der Einschränkungen in der Corona-Pandemie überhaupt einlösen könne.

Was ist 2021 überhaupt erlaubt?

Außerdem müsse man überlegen, ob etwa ein Konzertveranstalter die Krise überhaupt überlebt. Auch wenn man an so etwas gar nicht denken möchte. "Wir wissen, der Branche geht es sehr, sehr schlecht", sagt Müller der Deutschen Presseagentur (DPA).

Derzeit müssten Insolvenzen wegen Überschuldung nicht angemeldet werden. "Das heißt, hier gibt es ein gewisses Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher." Wer jetzt eine Theater- oder Konzertkarte für 2021 verschenkt, riskiert, dass das Event wegen der Pandemie nicht stattfindet. Normalerweise können sich Verbraucher den Ticketpreis dann erstatten lassen – aber nur, wenn Unternehmen dies noch stemmen können. 

Gutscheinkauf kann Zeichen der Solidarität sein

Andererseits jedoch können Event-Tickets unter dem Weihnachtsbaum auch ein Zeichen der Solidarität sein – und gerade kleinen Veranstaltern und Künstlern helfen, durch die Krise zu kommen. Der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, geht davon aus, dass man Ticketgeschenke durchaus wagen kann. 

Durch die staatlichen Hilfen sei die Sorge vor Insolvenzen sehr gesunken, versichert er. "Ich persönlich gehe fest davon aus, dass die ab Mitte kommenden Jahres angekündigten Konzerte und sonstigen Veranstaltungen auch stattfinden werden." Dann könnte die Nachfrage nach Konzerten und Tickets auch sehr groß sein und es sei ein Vorteil, bereits Tickets für die Wunsch-Show erworben zu haben.

Sehen Sie im Video: Sänger gibt Konzert als Hologramm – so genial simpel funktioniert die Technik dahinter.

Verbraucher stünden derzeit oft ratlos da

Bei abgesagten Veranstaltungen müssen Verbraucher übrigens inzwischen keine Gutscheine anstelle einer Erstattung mehr akzeptieren, wenn das Ticket nach Beginn der Pandemie abgesagt wurde – also nach dem 8. März.

Bei vorher gekauften Karten ist noch Abwarten angesagt: In der Regel gibt es erst nach dem 31. Dezember 2021 Geld zurück. Insgesamt sei die Situation der Reise- und der Veranstaltungsbranche in der Krise zum Nachteil der Verbraucher geregelt. "Sehr ärgerlich war die Reise- und Flugbranche", sagt Klaus Müller. "Bis heute warten noch viel zu viele Verbraucher auf ihr Geld, was sie gezahlt haben, ohne dass eine Reise oder ein Flug stattgefunden hat."

wt dpa

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