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Britische Rundfunkanstalt Beschwerde-Rekord für die BBC: Zuschauer kritisieren Berichterstattung über Prinz Philips Tod

Eine Gedenktafel für Prinz Philip in einem Fußballstadion
Das BBC-Publikum fand die Berichterstattung der Rundfunkanstalt offenbar nicht gelungen
© Jon Super/PA Wire/dpa
Dem Publikum zufolge haben die Fernsehsender der BBC am Freitag und am Samstag "zu viel" über den Tod des Queen-Gatten berichtet. Und das war nicht der einzige Grund für große Zahl der Kritiken

Der Tod von Prinz Philip am Freitag wird wohl in die Geschichte der britischen BBC eingehen. Allerdings nicht, weil die Berichterstattung darüber so viele Zuschauer und Zuschauerinnen vor die Fernseher lockte, sondern, weil sie diese offenbar vertrieb. Die Fernseh- und Radiosender der BBC hätten "zu viel" über den Tod des Queen-Gatten berichtet und dafür ungerechtfertigte Programmänderungen vorgenommen, so Teile des Publikums. Die Folge: So viele Beschwerden wie noch nie. 

Wie der "Guardian" herausgefunden haben will, sollen insgesamt über 110.000 Menschen Beschwerden bei der BBC eingereicht haben. Die Rundfunkanstalt hat bisher keine Angaben zu den Zahlen gemacht, richtete aber vorübergehend ein eigenes Online-Formular für die Kritik ein. 

Diverse Programmänderungen nach Prinz Philips Tod 

Die BBC hatte am Freitag angekündigt, anlässlich des Todes von Prinz Philip diverse Programmänderungen vorzunehmen und Sondersendungen auszustrahlen. Davon betroffen war auch das Finale der Kochshow "Masterchef", das eigentlich am Freitagabend gesendet werden sollte. Erst am Samstagnachmittag war die Rundfunkanstalt zum regulären Programm zurückgekehrt. 

Das Publikum hatte zu dem Zeitpunkt allerdings schon seine Unzufriedenheit ausgedrückt. Dem "Guardian" zufolge sei eine unerwartet hohe Anzahl an Beschwerden über das Wochenende eingegangen. Diese lägen der Zeitung in Teilen vor.

Britische Rundfunkanstalt :  Beschwerde-Rekord für die BBC: Zuschauer kritisieren Berichterstattung über Prinz Philips Tod

Darin soll es unter anderem geheißen haben, dass die Berichterstattung zwar gerechtfertigt gewesen sei, allerdings "nicht in dem Ausmaß". Auch, dass deswegen die Corona-Pandemie vernachlässigt worden sei, hätten Zuschauer und Zuschauerinnen kritisiert. Zudem hätte es rund 400 Beschwerden darüber gegeben, dass Prinz Andrew in den Berichten zu sehen gewesen sei – trotz seiner Verbindungen zu dem verurteilten und verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

BBC will sich offenbar am Donnerstag äußern 

Die BBC selbst hat das Online-Beschwerdeformular zur Prinz-Philip-Berichterstattung am Sonntag wieder offline genommen. Den Bericht des "Guardian" habe die Rundfunkanstalt dessen Angaben zufolge nicht kommentieren wollen. Am Donnerstag wolle sich die BBC aber selbst mit einem Statement zu dem ereignisreichen Beschwerde-Wochenende äußern. 

Quellen: "The Guardian" / BBC / mit dpa

reb

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