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"Deutschland - Deine Künstler": Die ARD feiert Hannelore Elsner

Mit einem Porträt Hannelore Elsners geht die ARD am Mittwoch in die fünfte Staffel der Reihe "Deutschland, deine Künstler". Acht Tage vor dem 70. Geburtstag der Schauspielerin ist um 20.15 Uhr noch ihr Erfolgsfilm "Alles auf Zucker!" zu sehen.

Die ARD hält ihr Kultur-Projekt "Deutschland, deine Künstler" weiterhin hoch. Bereits die fünfte Staffel der Porträtreihe, die im Sommer 2008 mit Armin Mueller-Stahl gestartet war, beginnt an diesem Mittwoch (21.45 Uhr) mit Inga Wolframs feinfühliger 45-minütiger Annäherung an die Film- und Fernsehdiva Hannelore Elsner. Die wird am 26. Juli 70 Jahre alt. Es folgen, jeweils um 22.45 Uhr, Beiträge über Schauspieler Matthias Brandt (25.7.), Musiker Till Brönner (1.8.), Dirigent Christian Thielemann (15.8.) und Maler Markus Lüpertz (22.8). Und das, obwohl bislang nur ein einziger Beitrag (über Peter Maffay) zwei Millionen Zuschauer gewinnen konnte - was auch den oft späten Sendeplätzen geschuldet war. Für Schauspielerin Katharina Thalbach etwa interessierten sich nur 530.000 Menschen.

"Verwegen, wenn man aus dem Fernsehgeschäft kommt", würde man die Idee nennen, einem Millionenpublikum so viel Kunst und Künstler zuzumuten, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres bei der Präsentation des Staffelauftakts über Elsner in Hamburg. Überlassen die Öffentlich-Rechtlichen doch Kultur zumeist den Spartensendern 3sat und Arte. Für Herres ist die Rechnung - beziehungsweise die ursprüngliche Idee der SWR-Redakteurin Martina Zöllner - trotzdem "voll aufgegangen". Weil eben das Thema so wichtig sei. "Was wäre die Gesellschaft ohne Kunst und Kultur?", fragte der Fernsehmann rhetorisch in die anwesende Kollegen- und Journalistenrunde.

So ist denn in Wolframs liebevollem Beitrag zu erleben, wie die zeitlos schöne Elsner unter der Regie Marcus H. Rosenmüllers ihren Part einer runzligen alten Bayerin für ihre neue schwarze Komödie "Wer's glaubt, wird selig" (Kinostart: 16.8.) probt. Im Interview zeichnen unter anderem Rosenmüller, seine Kollegen Oskar Roehler und Dani Levy sowie die Porträtierte selbst das Bild einer Darstellerin, die in rund fünf Jahrzehnten offen, mutig und intuitiv ein breites Rollenspektrum gewagt und gemeistert hat.

"Ich will in keine Schublade"

Vom Starlet in Will Trempers "Die endlose Nacht" (1963) beispielsweise über die erste TV-"Kommissarin" (1994 bis 2006) bis zum Leinwandcomeback als alternde, dem Leben abhanden gekommene Schriftstellerin in Roehlers "Die Unberührbare" im Jahr 2000. "Ich fresse meinen Text", sagt die Künstlerin im Film über ihre Art, sich Figuren anzueignen.

"Ich will in keine Schublade", ist Elsners Credo. Obwohl die Fernsehreihe das erklärte Ziel hat, berühmte und etablierte Kreative hautnah auch als Menschen zu zeigen, zeigt Wolframs Sendung hier deutliche Grenzen auf. Zu erleben sind zwar Fotos von Elsners Bruder Manfred, der mit vier Jahren im Krieg umkam, oder, gemeinsam mit dem 1981 geborenen Sohn Dominik, ein erinnerungsträchtiger Besuch in ihrer idyllischen Heimatstadt Burghausen in Oberbayern.

Doch Kritik an ihrer Arbeit, Pech und Pannen, wirklich tiefere Erfahrungen mit dem Älterwerden oder gar die Männer in ihrem Leben, zu denen Großregisseur Dieter Wedel als Dominiks Vater zählt - davon kommt kaum etwas vor. Gut möglich, dass sich die Filmemacherin den Vorgaben ihres als gelegentlich sperrig geltenden, mit Privaten äußerst sorgsam umgehenden Sujets beugen musste. Schade - jedoch bietet der versierte Beitrag über eine interessante Frau immer noch genug Stoff, um anregend zu wirken. Anlässlich des 70. Geburtstages von Hannelore Elsner zeigt die ARD zuvor ab 20.15 Uhr ihren Kino-Erfolgsfilm "Alles auf Zucker!" (2004) von Dani Levy.

Ulrike Cordes, DPA / DPA