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Bambi-Verleihung 2010 Das goldene Kitz verdreht Stars den Kopf


Shakira lobte Jogi Löws blauen Pulli. Karl Lagerfeld schwärmte für die gewichtige Beth Ditto. Udo Lindenberg warb noch immer für die Deutsche Einheit. Da war selbst Sarah Jessica Parker zu Tränen gerührt. Ach ja, Schauspieler wurden natürlich auch mit dem Bambi geehrt.

Das kleine Reh ist zurück: Stars und Sternchen sind am Donnerstagabend zur Bambi-Verleihung nach Potsdam geströmt. Im Mittelpunkt stand zunächst "Sex and the City"-Star Sarah Jessica Parker, die die Gäste bei der ARD-Gala begrüßte. Wohl mit dem Ziel, der Fernsehgala etwas frischen Wind zu geben, war auf das bisherige Konzept mit einem festen Moderatorenteam verzichtet und Parker als "Gastgeberin" engagiert worden. Vor Lampenfieber blieb der Weltstar bei seinem Live-Auftritt nicht verschont: "Ich bin sehr nervös. Ich bin eine bessere Zuschauerin", verriet sie am roten Teppich und fügte hinzu: "Ich weiß noch nicht mal, warum sie mich für diese Aufgabe hier ausgewählt haben." Und ja: Der Medienpreis sei auch in den USA bekannt." Ihrem Ruf als Mode-Ikone wurde Parker mit einer tief ausgeschnittenen Robe in silber-braun aber wieder gerecht.

Wie im Vorjahr lud das Medienhaus Hubert Burda in die Metropolis-Halle nach Babelsberg und verteilte nicht nur Statuen für Leistungen im Film- und Showbusiness. Hollywoodschauspieler Orlando Bloom ("Fluch der Karibik") bekam für sein Engagement als Unicef-Botschafter den Charity-Bambi, Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher den Millenniums-Bambi, der sich mit einer energievollen Rede bedankte. Affenforscherin Jane Goodall erhielt den Preis in der Sparte "Unsere Erde".

Der Panikrocker und Hanni und Nanni

Über den ersten Bambi des Abends durfte sich die Schauspielerin Hannah Herzsprung freuen. "And the Bambi goes to.." sagte Parker ähnlich wie beim Oscar und überreichte ihrer jungen Kollegin das goldene Rehkitz. "Das ist Wahnsinn", staunte Herzsprung. Sie wurde für ihre Rolle in der ARD-Serie "Weissensee" über zwei Familien in der DDR in den 80er Jahren ausgezeichnet und setzte sich damit gegen ihre mitnominierten Kolleginnen Anna Loos ("Wohin mit Vater?", ZDF) und Christiane Paul ("Der Doc und die Hexe", ZDF) durch.

Zum besten Schauspieler ernannte die Jury Florian David Fitz. Er überzeugte mit seiner Rolle eines Tourette-Kranken im Kinofilm "Vincent will Meer", zu dem er auch das Drehbuch geschrieben hatte. Die Zwillinge Jana und Sophia Münster wurden mit dem Talent-Bambi für ihre Rollen in "Hanni & Nanni" geehrt.

Panikrocker Udo Lindenberg konnte sich ein goldenes Reh für sein Lebenswerk abholen. Der 64-Jährige nutzte die Gelegenheit, um für sein Mauerfall-Musical zu werben, zu dem gerade in Berlin die Proben laufen, und gab fleißig Autogramme. ARD-Schauspielerin Janina Hartwig (49, "Um Himmels Willen") fand den Preis für Lindenberg toll. "Der hat mich die ganze Jugend begleitet", schwärmte sie.

Eine besondere Ehre wurde dem im August gestorbenen Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief zuteil: Der Bambi wurde ihm posthum in der Kategorie Kultur zuerkannt. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte des Preises, dass eine Persönlichkeit nach ihrem Tod geehrt wird. Bislang gab es das nur bei Showmaster Peter Frankenfeld ("Musik ist Trumpf") im Jahr 1979.

Kitze für Sportler und Musiker

Bundestrainer Joachim Löw und sein Trainerstab wurden für den dritten Platz bei der Fußball-WM in Südafrika gefeiert. Der Preis wurde von Shakira, 2009 mit der Trophäe ausgezeichnet, übergeben. Die Laudatio hielt Nationalspieler Mesut Özil, der auch als Preisträger zu der Gala gekommen war - in der neuen Kategorie "Integration". Während Popstar Shakira vor allem den bekannten blauen Pullover von "Jogi" rühmte, dankte Özil - vor Aufregung in mehrere Anläufen - seinem Trainer für das Vertrauen. "Viele Fußballexperten haben vor der WM gesagt, ein so junges Team bei der Weltmeisterschaft, das kann nicht gut gehen", betonte er.

Ebenfalls mit einem Kitz geehrt wurde die fünffache Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Paralympics Verena Bentele für ihre Erfolge im Biathlon und die 100-Meter-Europameisterin Verena Sailer.

Die Band Unheilig konnte sich über den Bambi in der Kategorie Pop National freuen. "Ich habe mir Gedanken gemacht, was ich sage", versprach Frontmann Der Graf vor der Show. Auf internationaler Ebene ging der Preis an die amerikanische Band Gossip mit der schwergewichtigen Frontfrau Beth Ditto, die mit einem Liveauftritt bewies, warum sie ausgezeichnet wurde.

Mit dem Preis für ehrenamtliches Engagement, das Bambi für Stille Helfer, wurden Claus Muchow, DRK-Helfer aus Steinfurt bei Münster, der in Haiti ein Notkrankenhaus aufbaute; Dr. Daniela Lesmeister, Gründerin der Hilfsorganisation I.S.A.R. (International Search and Rescue) Germany, die in Haiti half und Tom Wenzel, Installateur aus Dresden, der in Katastrophengebieten für sauberes Wasser sorgt, ausgezeichnet.

Den Abschiedssong hatte Rocker Peter Maffay extra für die Veranstaltung geschrieben: eine Hymne auf das goldene Rehkitz.

swd/DPA/DAPD DPA

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