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"Bares für Rares" "Für 10.000 Euro gesehen" - warum Verkäufer beim Wunschpreis oft völlig falsch liegen

"Bares für Rares": Colmar Schulte-Goltz, Horst Lichter und Verkäufer
"Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte Goltz erklärt Moderator Horst Lichter und den Verkäufern Cornelia und Dennis Böhlhoff, um was für ein Gemälde es sich handelt.
© ZDF
"Habe ich im Internet gesehen." Viele Verkäufer kommen gut informiert zu "Bares für Rares". Doch oft liegen sie mit ihrem Wunschpreis völlig falsch. Wie bei diesem angeblichen "10.000 Euro"-Gemälde.

"Da war ich auch schon, es war sehr kalt." Horst Lichter ist kein Fjord-Fan. Der passionierte Motorradfahrer und "Bares für Rares"-Moderator erinnert sich an eine Reise nach Norwegen. Der Grund ist das Gemälde von Cornelia und Dennis Böhlhoff. Mutter und Sohn kommen mit einem Öl-Bild in die Sendung, auf dem der Geiranger-Fjord abgebildet ist. "Das ist seit 1970 im Familienbesitz", erklärt Böhlhoff. Ihr Vater habe es aus Dank von einem Nachbarn geschenkt bekommen. Da weder sie noch ihr Sohn mit dem Gemälde etwas anfangen könnten, möchten sie es gerne verkaufen.

"Diese Gemälde sind als Emotionsvermittlung gemalt worden", sagt "Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte-Goltz. Der Künstler des um 1900 entstandenen Bildes sei Carl Osterley  gewesen, der mehrmals im Jahr nach Norwegen gefahren sei und seine Eindrücke hinterher gemalt habe. "Das ist für die gute Stube gemacht worden." Doch was ist das Gemälde wert?

"Bares für Rares"-Experte muss Verkäufer enttäuschen

 "Wir haben im Internet gesehen, dass kleine Bilder von ihm für 10.000 Euro weg gingen. Also 5000 Euro wären schon toll", sagt Cornelia Böhlhoff. Doch diese Preisvorstellung teilt der Experte nicht. Seine Markteinschätzung sei eine andere, sagt er. Zu beachten ist der Unterschied zwischen angebotenem Preis und der tatsächlich bezahlten Summe. Außerdem habe der Rahmen sehr gelitten. "Deshalb liege ich bei 700 bis 1000 Euro." Die Verkäufer wollen ihr Glück trotzdem im Händlerraum versuchen.

Bares für Rares: Moderator Horst Lichter

Julian Schmitz-Avila bietet 200 Euro für das großformatige Gemälde. Doch bei 300 Euro scheint schon Schluss zu sein. "Mir gefällt es nicht, mir ist es zu grob gemalt", sagt Elke Velten-Tönnies. Wolfgang Pauritsch erhöht auf 420 Euro, als ihn Schmitz-Avila anfährt: "Ich denke das gefällt dir nicht?" Pauritsch antwortet cool: "Das wirst du von mir nie hören. Ich kaufe nicht, was mir gefällt, sondern was sich gut verkaufen lässt. Zwischen beiden entwickelt sich ein Bietergefecht. Erst bei 1100 Euro steigt Pauritsch aus. "Du erwartest hoffentlich nicht, dass ich dich jetzt beglückwünsche."

Die beiden Verkäufer freuen sich. Sie haben mehr erhalten, als die Expertise hergab.

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Neue Folgen der Trödelshow "Bares für Rares" sendet das ZDF von Montag bis Freitag um 15.05 Uhr. Zusätzlich sind die Shows mit Horst Lichter in der Mediathek verfügbar.

mai

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