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Sondersendung zur Flutkatastrophe Darum war die Hotline bei der ARD-Spendengala nicht gratis

ARD Spendengala
Moderatorin Janin Ullman im Callcenter in Hamburg, wo Prominente die Spendenanrufe entgegen nahmen
© WDR/Uwe Ernst
16,5 Millionen Euro: Mit einer Sondersendung zur Flutkatastrophe sammelte die ARD am Freitagabend gemeinsam mit Prominenten sehr erfolgreich Spenden. Im Netz gab es jedoch eine kleine Kritik – auf die die ARD auch reagierte.

Mehr als 16,5 Millionen Euro sammelte die ARD mit einer Spendengala und einem Aktionstag unter dem Motto "Wir halten zusammen" für die Opfer der Hochwasserkatastrophe ein. In der spontanen Sondersendung, die am Freitagabend ausgestrahlt wurde, traten Promis wie Herbert Grönemeyer, Yvonne Catterfeld und Sarah Connor auf. Moderiert wurde das Ganze unter anderem von Ingo Zamperoni, der sich im Studio in Leipzig mit Betroffenen der Flut unterhielt und über bewegende Schicksale sprach.

Der Nachrichtenmoderator erzählte im Vorfeld, dass er das Ausmaß der Flutkatastrophe in Deutschland zunächst kaum glauben konnte. "Ich hab die ersten Bilder über die 'Tagesschau'-App gesehen auf dem Handy, ich hatte in der Woche keine Sendung, da dachte ich erst, das kann ja nicht sein, das kann gar nicht in Deutschland passieren", sagte er. Es habe ihn schlicht sprachlos gemacht.

Flutkatastrophe: Die Spendenhotline war überlastet und kostenpflichtig

So wie ihm ging es offenbar vielen Zuschauern, die Leitungen der Spendenhotline waren zeitweise völlig überlastet, es gab kaum ein Durchkommen. Auf Twitter versicherte die ARD, "mit Hochdruck" an einer Verbesserung zu arbeiten. Und der Sender reagierte auch auf eine andere Kritik. "Muss es sein, dass man an einer Spendenhotline noch was verdient? Kann man solch eine Hotline nicht kostenlos schalten?", wurden die Deutsche Telekom und die ARD auf Twitter gefragt. Die Spendenhotline kostete 6 Cent pro Anruf aus dem Festnetz und 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunk. "Bei kostenfreien Nummern besteht das Risiko, dass sie missbräuchlich verwendet werden und diejenigen, die tatsächlich spenden möchten, nicht durchkommen", erklärte die ARD.

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Auf die Frage, ob die Einnahmen der Gebühren auch gespendet werden, hieß es in einem weiteren Tweet: "Die Verbindungsentgelte werden seitens der jeweiligen Anbieter erhoben und abgerechnet, wobei es keinen Rückfluss in Richtung des Anbieters oder Ausrichters gibt. Die Summen decken lediglich die technischen Verbindungsaufwendungen zwischen den einzelnen Providern ab."

Mit dem Benefiztag haben die Programme der ARD am Freitag von 7 Uhr morgens bis Mitternacht ein Zeichen für Zusammenhalt in Deutschland setzen wollen. Auf vielen ARD-Radiowellen begann die Aktion um 7 Uhr mit einem Innehalten in Gedenken an die Opfer der Katastrophe. Gemeinsam mit "Aktion Deutschland hilft – Bündnis deutscher Hilfsorganisationen" riefen die Radiowellen den gesamten Freitag und abends Das Erste zu Spenden auf, um die Menschen in den Hochwassergebieten weiter zu unterstützen und Mut zu machen. 

sst

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