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TV-Kritik

"Die Bachelorette" auf RTL: "Ich würde gerne deine Mutter kennenlernen" - Gerda und die Datingsätze aus der Hölle

Bachelorette Gerda siebt ein letztes Mal den Kandidatenpool aus: Bevor sie sich in die deutsche Provinz begibt, um Freunde und Familie ihrer Auserwählten zu treffen, müssen einige Gigolos das Haus verlassen.

"Die Bachelorette": "Schnell nochmal die Zunge rein": Twitter-User lästern über Gerdas Homedates

Nur noch sechs Kerle sind übrig. Die blonde "Bachelorette" Gerda hat in den vergangenen Wochen zielstrebig aussortiert. Aus dem Haufen Freaks, die RTL ihr in der ersten Folge hingeworfen hatte, pickte sie die halbwegs Normalen heraus. Nun muss sie den Kreis um Marco (der mit den vielen Geschwistern), Tim (der schüchterne Polizist), David (der Player), Serkan (der Charmeur), Keno (der Favorit) und Florian (der Österreicher? Sonst ist uns nichts weiter Bemerkenswertes an ihm aufgefallen) weiter verkleinern.

Gemeinsam kochen, zweisam schnacken

Die neueste Folge beginnt wie ein Song von 2Raumwohnung: Sie trafen sich in einem Garten. Sie, das sind Gerda und ihre Jungs, der Garten liegt nach wie vor in Griechenland. Das Grüppchen will gemeinsam kochen, und dabei ordentlich bechern. "Ich trink' Ouzo, was machst du so?", kalauert die "Bachelorette". "Ich hab mich richtig gefreut. Wenn Alkohol im Spiel ist, ist immer gut", gesteht Kandidat Serkan im Interview. Während die Jungs brav Gemüse schnippeln, zieht sich Gerda mit Tim zurück. Sie findet nicht gut, dass er mit Keno über das gemeinsame Date gesprochen hat. Zur Strafe nimmt Gerda sich direkt danach eben jenen Konkurrenten beiseite. Der Rest der Herren ist nicht froh darüber, denn Gerda verbringt überdurchschnittlich viel Zeit mit dem Dürener.

Was spricht für Keno?

  • Kannten die beiden sich schon vorher und sind längst ein Paar? So eine Vertrautheit kann nicht in ein paar von Kameras beobachteten Wochen entstehen.
  • Keno ist von der Art her der einzige Kandidat, der jung genug für die Influencerin ist.
  • Sein Hemdengeschmack ist manchmal etwas fragwürdig, aber Keno hat diese stets besorgten James-McAvoy-Augen, die nicht nur Gerda durchaus gut findet. Immer sieht er aus, als ob er drei Nächte nicht geschlafen hat - weil er die Welt retten und/oder über den Tod eines Babykätzchens weinen musste. Schon sexy.

Bei manchen Kerlen knistert gar nichts

Die anschließende Plauderei mit David ist im Vergleich dazu nicht nur oberflächlich, sondern unangenehm. Gerda fragt ihn, ob er ein Klavier daheim habe und viel spiele – und das nach dem Desaster aus der letzten Folge. Der Basketballer wirkt entsprechend verlegen und nicht sonderlich enthusiastisch. Keine Einzelgespräche bekommen Marco und Florian. Beide sind extrem frustriert. Serkan hingegen hat das große Los gezogen und wird von Gerda zum romantischen Dinner in ihre Villa eingeladen. Die Freude ist ebenso groß wie die Nervosität. Zur Begrüßung gibt's für die Bachelorette ein Küsschen links, ein Küsschen rechts – und einen SCHULTERKUSS. Same old, same old.

"Die Bachelorette": "Schnell nochmal die Zunge rein": Twitter-User lästern über Gerdas Homedates

"Ich würd' gern deine Mutter kennenlernen", flirtet Serkan drauflos. "Da komm' ich immer ganz gut an!" Die Stimmung explodiert daraufhin nicht gerade. Das nächste Thema: Seine letzte Beziehung (sechs Jahre – er ist 26 und seit zwei Jahren Single). Während er bisher locker und souverän durch die Show hüpfte, läuft jetzt nichts mehr rund. "Durch diese Nähe und diesen Augenkontakt die ganze Zeit kommt einem schon was hoch", sagt er hilflos. Meint damit aber wohl Liebe und nicht das letzte Essen. Der Rest der Konversation ist hochgradig hakelig. "Ich muss mich dann auch leider von dir verabschieden", sagt Gerda mit gequältem Lächeln. Es gibt nur eine kleine Abschiedsumarmung.

Am nächsten Tag werden bereits Rosen verteilt. Huch, das ging jetzt aber schnell. Und das ganz ohne Partyfummel, Fackellicht und Sponsoren-Schnaps, einfach nur schnöde am Pool. Ein bisschen Drama gibt's dann aber doch: Florian nimmt vor der Rosenvergabe freiwillig seinen imaginären Hut. Er ist beleidigt, weil er am Tag zuvor kein Einzelgespräch bekommen hat und ist nicht der Meinung, dass er und Gerda sich gut genug kennengelernt hätten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dich zuhause meinen Eltern vorzustellen." Kann man nachvollziehen, aber ein bisschen bockig wirkt das schon. Gerda nimmt's lächelnd und nickend hin.

Ihre Rosen gehen, wenig überraschend, an Keno, Tim und David. Auch Marco bekommt ein Blümchen. Serkan hingegen nicht – was vermutlich mit dem miesen Date vom Vortag zu tun hat.

"Da müsste ich schon ins Gras beißen"

Und dann geht's los – HOMEDATES! Als erstes besucht Gerda Tim in Bruchsal, wo sie auf zwei gute Freunde des muskulösen Polizisten trifft. Es ist merkwürdig offensichtlich, dass sie nicht in das adrette badische Ambiente passt. Jedes "Boah" aus ihrem Mund hallt in den perfekt dekorierten Neubauwänden unangenehm nach. Es ist allerdings auffällig, wie viel echter und sympathischer der zurückhaltende Tim im Kreis seiner Freunde wirkt. Der Junge hat eine gute Frau verdient – aber wir prophezeien, dass es nicht die Bachelorette sein wird.

Das wird schon klar, als sie von Tims Freunden gefragt wird, wie sie Bruchsal denn so finde. "Für immer auf dem Land leben, das wär' für mich ... da müsst' ich schon echt ins Gras beißen", wühlt Gerda in der Redewendungen-Kiste, verbessert sich aber schnell selbst. Nach Geplauder mit Tims Freunden kuscheln Gerda und er sich dann aufs Sofa. Wir wären sonst auch traurig gewesen – Homedates ohne Sofageknuddel, neeeee. Und geknutscht wird auch, aber das ist, ehrlich gesagt, ein bisschen eklig anzuschauen. Tims Eltern lernen wir und Gerda übrigens nicht kennen. Wir können verstehen, dass Herr und Frau Tim sich nicht drum reißen, in der Show aufzutauchen.

Blümchen und Küsse für Basketballer David

Wie sich beim zweiten Heimatbesuch der Bachelorette schnell herausstellt, sind Davids Eltern sehr viel interessanter als David. Davids Mutter sieht aus wie Gerdas ältere Schwester – kein Wunder, dass der Basketballer die "Bachelorette" mag, glaubt man diversen Theorien – und sein Vater ist unheimlich lustig und charmant. Die entzückende Familie kann aber nicht drüber wegtäuschen, dass es zwischen Gerda und David nach wie vor gar nicht knistert. Die Blondine sitzt auf der Terrasse wie bei einem Bewerbungsgespräch und versucht, möglichst enthusiastisch drumrum zu reden, das sie nichts von David weiß und kaum intime Momente mit ihm hatte. Davids Mutter ist trotzdem angetan von der 26-Jährigen. David sieht die Situation realistischer: "Aber glaubst du, die mag mich auch?", fragt er skeptisch.

Und dann stellt David seine Ehre wieder her und spielt Klavier für Gerda. Mit Noten. Und diesmal klappt's. Yaaaay! Das Knuddelsofa der beiden steht im Garten, und es wird tatsächlich geküsst. Gerdas erster Kuss mit David – irgendwie aus dem Nichts. Nachdem David ihr offenbart, wie viel Angst er hat, von ihr fallen gelassen und verletzt zu werden, fällt Gerda auf, dass die Zeit rum ist und sie zum nächsten Mann weiterpendeln muss. Oh, die Romantik!

Die Familie, die wir alle kennenlernen wollten

Der nächste Mann ist Marco. Marco-Santiago, um genau zu sein. Wir haben ja schon von seiner turbulenten Familienhistorie gehört und von seinen vielen Geschwistern mit den kreativen Namen. Wir lernen bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse aber nur Oma Ute, Mutter Carmen und Schwester Melissa kennen. Melissa-Loredana, um genau zu sein. Marco wirkt erneut liebenswert, aber zurückhaltend. Auch hier haben wir eher Bedenken, dass er es bis ins Finale schaffen wird. Und auch hier hoffen wir, dass er eine passendere Frau finden wird – so schwer kann das für den gutaussehenden Mister Bayern doch nicht sein.

Als die beiden auf im Garten drapierten Kissen kuscheln (wer macht sowas?), fragt Marco: "Und was gefällt dir an mir?" Es dauert qualvoll lange, bis Gerda etwas einfällt. Schließlich sagt sie, dass sie ihn erst für einen hübschen Schnösel gehalten habe, dann aber merkte, dass sie auch "mit ihm lachen" und "tiefe Gespräche" führen könne. 

Während sie noch daher schwafelt, gibt der Kameramann Marco offenbar den Hinweis, jetzt endlich mal Nägel mit Köpfen zu machen und spontan loszuknutschen. Gerda nimmt den Überfall (mit Zunge!) überraschend gelassen und knutscht mit. Ja, auch das ist wieder ein wenig unschön. "Ich kann mir inzwischen wirklich was mit dir vorstellen", sagt Marco. Aber Gerdas höfliches Lächeln sagt deutlich: Nee, Junge.

Endlich geht's nach Emden – Gerda trifft Keno

Als letztes Homedate ist Keno dran. Macht dramaturgisch Sinn, er ist schließlich der größte Favorit. Keno, der selber in Düren (bei Köln ...) wohnt, erwartet die Bachelorette in der Heimat seiner Eltern in Emden. Witzigerweise hat er auch selbst sofort den norddeutschen Schnack drauf, sobald er mit Mama und Papa zusammensitzt. "Angenehm überrascht" ist Kenos Papa von Gerda, verrät er norddeutsch knapp. "Voll das idyllische Ehepaar", lobt Gerda ihrerseits. Damit hat sie recht: Ännchen und Alfred, so die Namen der Keno-Eltern, sind herzallerliebst und sehr ehrlich.

Und – Überraschung! – bald darauf lümmeln die Turteltäubchen auf der Gartencouch und süffeln Alkohol. Gerda macht derweil lustige Scherze: "Kennst du so Fliegen, die um so 'nen Scheißhaufen rumfliegen? Ich bin der Scheißhaufen, du meine kleine Fliege", sagt sie. "Cool, dass du über so 'ne Scheiße auch lachen kannst", lobt Keno gerührt. Es wird geknutscht, geplant – und dann ist auch dieses letzet Homedate vorbei. Es steht direkt wieder eine Entscheidung an.

Eine dramatische Rosenvergabe

Gerda fliegt im Helikopter herbei und stöckelt in einer glitzernden, rosa Gardine auf die letzten vier Kandidaten zu, die nervös auf die Entscheidung warten. "Ich kann mich nicht auf's Laufen und auf meinen Gesichtsausdruck gleichzeitig konzentrieren", kichert die "Bachelorette", während sie versucht, nicht von ihren Stilettos zu fallen.

Die erste Rose geht an Tim. Sie würde gern etwas wiederholen, was er schon kennt, orakelt Gerda. Tim versteht nicht, was sie meint, wir auch nicht – "Übernachtungsdate!", erklärt die Bachelorette. Aaaaah! Er freut sich über sein Blümchen. Auch Keno bekommt natürlich eine Rose. Die letzte Rose geht an Marco. Damit ist David raus. Trotz süßer Familie und trotz Klavierspiel. "Die Tiefe fehlt", sagt Gerda. Wir wissen, was sie meint. Aber weder bei Marco noch bei Tim haben wir mehr Tiefe gesehen ... nun ja. David fährt betrübt aber gefasst im Auto davon. "Ich bin ja noch jung", spricht er die Wahrheit.

Den verbliebenen drei Jungs offenbart Gerda, dass die anstehenden Dreamdates dieses Mal auf den Seychellen stattfinden werden. Der einzige, den das aus den Socken haut, ist Marco, und wir freuen uns über seinen Enthusiasmus. Und sind seeehr gespannt, wie's kurz vor dem Finale sodann weitergeht!