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RTL-Dschungelshow, Tag 9 Oliver Sanne oder die beinharte Bruchlandung des Bachelors

Oliver Sanne darf sich auf stinkende Fleischabfälle freuen. Doch der Ex-Bachelor ist nicht nur bei Frauen furchtlos, sondern auch bei der Prüfung.
Oliver Sanne darf sich auf stinkende Fleischabfälle freuen. Doch der Ex-Bachelor ist nicht nur bei Frauen furchtlos, sondern auch bei der Prüfung.
© TVNOW / Stefan Gregorowius / MG RTL D
Ups, so war das aber nicht geplant: Der selbsternannte Frauen- und Zuschauerversteher Oliver Sanne verpasst den sicher geglaubten Einzug ins Halbfinale. Stattdessen gewinnt Underdog Sam die Sympathien.
Von Simone Deckner

Nein, Tag 9 im Tiny House war kein guter Tag für Oliver Sanne. Erst musste der Bachelor seinen Kopf in einer widerlich stinkenden Schlotze aus Rinderpenis und andere Innereien tunken, dann verlangte Sam Dylan beim Flaschendrehen, er möge ein Kondom über seinen Kopf streifen, hinein pusten und es platzen lassen und zu schlechter Letzt verkannten die Zuschauer auch noch den "roten Faden" seiner Persönlichkeit und schmissen den ehemaligen Bachelor doch tatsächlich raus. Kein Halbfinale, keine Dschungelprüfungen, bye-bye Sendezeit: Ain't no SANNEnshine anymore.

"El Romantico" schaffte es, binnen nur 72 Stunden in der Zuschauergunst vom ersten auf den letzten Platz zu segeln. Wie er das hinbekommen hat, dieser Teufelskerl? Punkt 1: seine realistische Selbsteinschätzung. "Ich komme mit Menschen sehr gut klar, ich kann mich sehr gut in sie hinein versetzen", erklärte der 34-Jährige in der für ihn typisch bescheidenen Art. Auch sei er allen Herausforderungen "absolut gewachsen", kurzum: "Ich wäre ein perfekter Dschungelkandidat!"

Punkt 2: sein Expertentum. Als jemand, der "seit 2014 in den Medien ist", hat Sanne natürlich Tonnen an TV-Erfahrungen. Er weiß, wie die Hasen laufen im Reality-TV: "Authentitzität (sic!) ist wichtig" und dass "die Leute ein Stückchen weit Nahbarkeitsempfinden haben wollen", medienanalysierte er drauflos, besonders gut kämen auch immer "Dramen und Exzesse".

"Oliver Sanne: Der Vermessenste der Welt"

So nebenbei ließ Sanne fallen: "Ich schreibe ja gerade ein Buch über das Thema". Man darf gespannt sein, wie der Bachelor seine geballte TV-Expertise mit dem niederen Couchvolk teilt. In gut unterrichteten Kreisen kursieren bereits folgende Arbeitstitel: "Oliver Sanne: Der Vermessenste der Welt", "Der Mann, der seine Wirkung mit einem Pups verwechselte" oder "Mein kurzer Weg vom Bachelor zum beliebtesten Mann auf dem Planeten".

Punkt 3: seine Ehrlichkeit. Wie es sich für einen echten Kerl gehört, steht der Olli, sorry der Oliver, "auf Geradeheraus-Kommunikation". Deshalb nennt er Sam auch einen "alten Schluckspecht" oder "Alki", gern auch, wenn Sam gerade nicht im Raum ist: geradeheraus in Christinas feixendes Gesicht. Er sei "auf jeden Fall kein Lästermaul", sagt der Oliver über den Oliver. "Ich kann meine Hand dafür ins Feuer legen, dass ich nichts Schlechtes über dich gesagt habe", schwindelte er Sam direkt ins Gesicht, das dürfte sich das übersensible Prosecco-Sams alles nicht so zu Herzen nehmen. Im Zweifel ist es dann halt "einfach schlecht geschnitten" vom bösen RTL, kennt man ja. Fragen sie nur den anderen Bachelor da, diesen Dingens!

Sam freut sich auf den Pool

Bei "schlecht geschnitten" muss man naturgemäß an Sams "Hannoveraner Hamster an Hummus"-Frise denken, aber seitdem die tags zuvor im Unglücksrad mehrere Waschungen erlebt hat, erinnert sie mehr an den putzigen Style rotwangiger Porzellanengel, und das ist als Kompliment zu verstehen. Überhaupt, muss man dem 29-Jährigen Respekt zollen, denn er schaffte es, sich nicht komplett herunterziehen zu lassen von seinen beiden selbstverliebten Mitbewohnern – neben Sanne Christina Dimitriou – die sich vorschnell als sichere Sieger wähnten und den schusseligen und oft naiven Sam offensiv ausgrenzten.

Und Sam? Der 29-Jährige zog sich oft zurück, stellte sich dann aber wieder der misslichen Lage und gab nicht auf. Seine Unsicherheit überspielte er nicht, er sagte, was ihn störte, nämlich, "als Alkoholiker dargestellt zu werden". Es sei ihm schon klar, dass andere vielleicht mehr Sterne im echten Dschungel holen würden, aber: "Ich möchte definitiv nach Australien weil, es ist einfach Australien." Vor allem freue er sich auf "den Pool im Dschungel", denn "da ist ja eine Hotelanlage, die draußen unter Palmen gelegen ist", schien er genauere Infos über Murwillumbah zu haben. Hätten wir das auch geklärt.

Dr. Bob ist kein Sanne-Fan

Bei der Prüfung fischte er mit seinem Mund Puzzleteil um Puzzleteil aus der Schlotze, ohne zu murren. Kurz vor Verkündung der Halbfinalteilnehmer sagte er als Einziger, was er dachte: "Ich fand das Haus am schlimmsten". Sein Einzug ins Halbfinale war der Beleg, dass Zuschauer immer zu den Underdogs stehen, haben sie auch noch so große Sprachfehler. Vielleicht auch gerade drum. Studiogast und Mobbingopfer Sarah Knappik: "Nur Nullen haben keine Ecken und Kanten!"

Und auch Christina kam weiter. Die Tatsache, dass die Zuschauer lieber eine "Isch fick mein Leben" fluchende "Ghettobitch" sehen wollen als einen "perfekt geeigneten" Bachelor dürfte für Letzteren schwer zu verkraften sein. Wenn selbst der grundgute Dr. Bob von einem "etwas zu großen Ego" spricht, könnte man ja auch als Bachelor, Frauen- und Zuschauerversteher vielleicht mal etwas völlig Neues probieren: ein bisschen Selbstkritik.

"Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow" läuft um 22.15 Uhr auf RTL oder bei TVNow


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