HOME

Auszeichnung für Qualitätsfernsehen: Jan Böhmermann erhält erneut Grimme-Preis

Satire gewinnt: Jan Böhmermann wird im zweiten Jahr in Folge mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Die weiteren preisgekrönten Fernseh-Produktionen schlagen meist ernstere Themen an. 

Jan Böhmermann im Studio: Der Satiriker und sein Team erhielten einen Grimme-Preis für das "Neo Magazin Royale"

Jan Böhmermann im Studio: Der Satiriker und sein Team erhielten einen Grimme-Preis für das "Neo Magazin Royale"

81 Nominierungen gingen bei der diesjährigen Verleihung der Grimme-Preise ins Rennen, 15 Produktionen und Einzelleistungen konnten sich durchsetzen. Am Mittwoch gab das Grimme-Institut die Gewinner in Essen bekannt. Für Jan Böhmermann ein guter Grund zu lachen.

Zweiter Preis für das "Neo Magazin Royale" 

Der Satiriker konnte mit der Sendung "Neo Magazin Royale" einen weiteren der begehrten Fernsehpreise gewinnen. Wie im Vorjahr stärke die Jury ihm mit der Verleihung eines Spezialpreises den Rücken. Böhmermann und sein Team erhalten die Auszeichnung für ihre "engagierte Beobachtung und kluge Reflexion des laufenden Fernsehprogramms". Der Moderator bedankte sich auf Twitter in gewohnt ironischer Marnier: nicht beim ZDF sondern bei RTL.

Die zweite Auszeichnung in der Kategorie Unterhaltung konnte ein Privatsender ergattern. Die Kommission verleiht ProSieben für den Late-Night-Talk "Applaus und Raus" mit Oliver Polak einen Grimme-Preis. Die restlichen Preise gingen ausschließlich an öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Hier standen beklemmende Reportagen und anspruchsvolle TV-Filme hoch im Kurs.

NSU-Trilogie und crossmediales Format geehrt

Einen Preis für Qualitätsfernsehen dürfen auch die Macher des ersten Teils der ARD-Spielfilm-Triologie "Mitten in Deutschland" über den rechtsterroristischen NSU mit Anna Maria Mühe als Beate Zschäpe entgegennehmen. Mit einem Spezialpreis geehrt wird Produzentin Gabriela Sperl, die für das Gesamtkonzept des aufrüttelnden Mehrteilers verantwortlich zeichnet. Auch die filmische Auseinandersetzung mit der kühl-brutalen Arbeitswelt der Finanzbranche ("Dead Man Working", HR/ARD Degeto) ist der Jury einen der fünf Preise im "Wettbewerb Fiktion" wert.

Mit der Auszeichnung der Mystery-Webserie "Wishlist" von RB, MDR und Funk, der gemeinsamen Jugend-Onlineplattform von ARD und ZDF, zeigt sich die Öffnung des Grimme-Preises für crossmediale Formate: Die bei Youtube zuerst ausgestrahlte Jugendserie über eine Smartphone-App, die Wünsche erfüllt, gewinnt einen von drei Preisen im "Kinder- und Jugendwettbewerb". Die ARD-Vorsitzende Karola Wille sagte, es freue sie besonders, dass damit auch ein Format von Funk bereits kurz nach dem Start des neuen jungen Angebots von der Jury für preiswürdig befunden wurde.

Auszeichnung für hochaktuelle Themen

Ausgezeichnete journalistische Formate stammen ebenso ausnahmslos von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, meist sind die Inhalte hochaktuell: Der NDR wird etwa für eine Reportage über Abschiebung von Asylbewerbern ausgezeichnet ("45 Min: Protokoll einer Abschiebung"). Der Dokumentarfilmer Ashwin Raman erhält eine Ehrung aufgrund zweier Kriegsreportagen aus dem syrisch-irakischen Grenzgebiet für den SWR und das ZDF.

Zehn Geheimnisse des Entertainers : Als Böhmermann nackt mit Merkel im Bett war
fri / DPA