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TV-Kritik "Duell um die Welt": Klaas unterliegt verletztem Joko

Im letzten "Duell um die Welt" in diesem Jahr kniffelte Klaas mit Kannibalen. Joko wiederum traf auf ein vermeintlich gefährliches Tier und eine echt gefährliche Abrissbirne - ein Heidenspaß.

Von Simone Deckner

Beim Auftrag, ein Selfie mit dem vermeintlich gefährlichen Unterwassertier zu machen, hatte Joko gehörig Angst. Eigentlich sind Seekühe aber ungefährlich.

Beim Auftrag, ein Selfie mit dem vermeintlich gefährlichen Unterwassertier zu machen, hatte Joko gehörig Angst. Eigentlich sind Seekühe aber ungefährlich.

Diesen Schwachsinn lass ich heute Abend nicht mehr in mein Leben", sagt Klaas Heufer-Umlauf irgendwann. Millionen Fernsehzuschauer sahen das anders. Und schalteten beim diesjährigen Finale vom "Duell um die Welt" ein, um zu sehen, wie sich die zwei Moderatoren mit absurden Mutproben erneut bis zum Äußersten trieben. Recht so, denn Joko und Klaas hatten erneut zur "Olympiade der Verhaltensauffälligen" (Moderatorin Michaelsen, selbst eher frisurenauffällig) geladen.

Die startet in Venezuela. Klaas kauert mit verbunden Augen auf der Ladefläche eines Pick-Up-Trucks. "Alles nicht schlimm. Das ist bloß eine Inszenierung", beruhigt er sich mantra-artig. Einen blinden Helikopterflug später erkennt er, wo er steht: An einer steil abfallenden Felswand, gegenüber vom Angel Falls, dem mit rund 1000 Metern höchsten Wasserfall der Welt. Jokos Rache: Er sollte sich vergangenes Jahr in Österreich auf eine frei im Berg hängende Plattform abseilen. Er brach schnell ab. Über die Bilder des wimmernden Winterscheidt feixt sein Erzfeind bis heute.

Nun also die Revanche. Doch Klaas hasst Höhlen, nicht Höhe. Er schafft es auf die Plattform und harrt dort eine Stunde aus. Guckt nach Monstern unterm Bett ("950 Meter bis zum Boden, keine Monster in Sicht"). Quält sich durch eine fiese Video-Botschaft von Heiner Lauterbach. Aber je länger er oben ist umso ruhiger wird Klaas. Am Ende ergreift ihn echte Demut: "Ich bin ein Friseur aus Oldenburg. Jetzt bin ich am größten Wasserfall der Welt. Damit war nicht zu rechnen."

Hupensong trotz Höhenangst

Eher schon damit, dass Joko einmal mehr in die Luft muss. Dieses Mal lockt Klaas ihn in die Schweiz. Auf einer saftigen Alm hofft man kurz auf einen Auftritt von Heidi, Geissenpeter und Alm-Öhi. Es kommt aber nur ein Konni im komischen Hupenanzug. Joko soll sich eine Melodie merken und diese dann "in Ermangelung freier Konzerthallen" (Klaas) auf einem Heißluftballon zum Besten geben. Heißluftballon. Höhenangst. Hupensong. Man hört es förmlich durch Jokos Gehirn rattern. Kurze Zeit später hängt er wie ein Insekt im Spinnennetz am Rand des Ballons fest. Muss sich mit Wackelpudding-Knien in luftiger Höhe erheben, nur um festzustellen: "Mir fällt die Melodie nicht mehr ein." Nach einem eher klägliches Getröte ("eine sehr freie Interpretation des Hupensongs") geht der Punkt aber doch an den Herrn mit der Höhenphobie.

Unter Wasser läuft es hingegen weniger gut: Joko soll ein Selfie mit "dem gefährlichsten Tier der Welt" schießen: dem Dugong. Außer Joko wissen alle im Team, dass es sich dabei um eine komplett harmlose, sanftmütige Seekuhart handelt. Klaas hat ein Team von falschen Wissenschaftlern und Kampftauchern angeheuert. Als Joko in Sichtnähe des vermeintlichen Seemonsters taucht, narrt ihn der falsche Wissenschaftler: "Beweg dich wie Arielle, die Meerjungfrau!" Joko aber hat nur weit aufgerissenen Augen für sein Selfie mit der Seekuh.

Seine Reaktion, als er die Wahrheit erfährt: unbezahlbar. "Was ist das für ein geschmackloser Scherz?", fragt er genervt. Im Studio stellt er fest: „Ich stehe da wie ein Trottel“. Nicht nur das: Künftig wird bei jeder Mutprobe der Gedanke im Hinterkopf rumoren: Ist das jetzt ernst oder wieder so ein mieser Trick? Klarer Punkt für Schlitzohr Klaas.

Völkerverständigung mit Würfel und Becher

Die rührendste Szene aber ereignet sich im Dschungel von Papua-Neuguinea: Klaas soll sich zum Stamm der Korowai durchschlagen. Die führen ein Leben fernab der Zivilisation. Sogar von Kannibalismus ist die Rede. Die Anreise: ein "Martyrium" wegen Hitze und extremer Luftfeuchtigkeit. Plötzlich stehen zwei Korowai mit Pfeil und Bogen vorm verängstigen Team.

Schnitt: Klaas öffnet den von Joko gepackten Koffer. Er enthält Kniffelbecher, Würfel und Papier. "Wir fahren ans Ende der Welt, um mit Kannibalen zu kniffeln?" fragt Klaas ungläubig. Genau das wird er am nächsten Tag tun. Gekleidet in einem scheußlichen Pullover, wie einst der Junge aus der Kniffel-Werbung. Doch statt die beiden Korowai hoch oben im Baumhaus zu veräppeln, beginnt Klaas ein ernsthaftes Gespräch mit ihnen: "Wir hatten gestern im Dschungel große Angst als wir euch gesehen haben. Wovor habt ihr Angst?", fragt er.

Dann würfeln sie zusammen. Nach kurzer Zeit wissen die Männer, worum es geht. Es wird gelacht. Klaas wird später sagen: "Da haben wir uns besser verstanden als vorher." Am Ende rauchen alle drei eine Zigarette, es herrscht besinnliche Stimmung. Im Off kommentiert Klaas: "Das war genau die richtige Athmo, um über die großen Fragen des Lebens nachzudenken, aber ich habe nur gedacht: 'Ich habe mit Kannibalen gekniffelt.'"

Es sind Szenen wie diese, die das "Duell um die Welt" so sehenswert machen. Wenn Ernst und Witz nur Sekundenbruchteile entfernt liegen. Wenn die nackte Angst der Entspannung weicht. Dass ist weitaus mehr als "Jackass" für Arme. Mehr als das präpubertäre Wettessen zweier Berufsjugendlicher. Joko und Klaas testen stellvertretend für uns Grenzen aus. Sie machen sich nackig, nicht nur körperlich. Sie haben keine Scheu, sich zu blamieren; Schwäche zu zeigen. Angetrieben von einer kindlichen Lust am Wettkampf: Ich bin besser als du! Nee, ich! Nee, ich! Das Finale: gewissermaßen die Katharsis der Kindsköppe.

Aber der Pennälerhumor ist natürlch auch da, besonders bei den Spielen im Studio: Da beißen sich beide durch Salami, Kreide und Styropor. Da sollen sie Kastanien und Kakteen fangen (tun sie aber nicht). Da robben sie über Gummimatten und lassen sich von einer Abrissbirne, ähnlich der im "Wrecking Ball"-Video, fast zu Brei hauen. Joko erwischt es einmal heftig an der Schulter, das Spiel muss abgebrochen werden.

Beim Elfmeterschießen wird schließlich der Sieger gekürt: Joko ist zwar gehandicapped mit Armschlinge, verwandelt aber den entscheidenden Elfer, während Klaas seinen letzten Schuss übers Tor haut. Joko darf sich nun bis zum Start der nächsten Staffel 2015 Weltmeister nennen.

Wenn man sich etwas wünschen könnte, dann dass Joko und Klaas sich nicht gezwungen fühlen, immer noch riskanter und halsbrecherischer zu werden. Mehr noch: Mögen sie sich ihren kindlichen Humor bewahren. Dann werden sie für immer Weltmeister ihrer Herzen sein.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(