VG-Wort Pixel

Sofia Carson Hauptdarstellerin verteidigt Netflix-Film "Purple Hearts" gegen Kritik

Purple hearts
Der Liebesfilm "Purple Hearts" mit Nicholas Galitzine und Sofia Carson in den Hauptrollen ist momentan auf Netflix zu sehen
© ©Netflix/Courtesy Everett Collection/ / Picture Alliance
Der Netflix-Hit "Purple Hearts" sorgt für Ärger im Netz: Die Liebesgeschichte befeuere Rassismen und sei Militär-Propaganda, so der Vorwurf. Nun haben sich die Regisseurin und die Hauptdarstellerin zur Kritik geäußert - und den Film verteidigt.

Weltweit hält sich die Liebesgeschichte "Purple Hearts" auf den oberen Plätzen der Netflix-Charts. Doch die Romanze über eine Zweck-Ehe zwischen einer liberalen Musikerin und einem jungen Marinesoldaten sorgt im Netz auch für Kritik - denn schon die Prämisse ist wenig romantisch.

Latina Cassie, gespielt von Sofia Carson, ist die Tochter einer illegalen Einwanderin und leidet an Diabetes. Ohne Krankenversicherung kann sie sich kein Insulin leisten. Soldat Luke, gespielt von Nicholas Galitzine, hat eine Drogenvergangenheit und Geldprobleme. Die beiden können sich nicht ausstehen, haben unterschiedliche politische Ansichten. Doch weil es im Militär Bonus-Zahlungen für Heirat und Krankenversicherung für Ehepartner gibt, kommt es zu einer Scheinehe. Und die wird - ganz in der Tradition des Genres - dann doch zur echten Liebe.

Das Problem laut Kritiker*innen: Dabei wird der US-Militäreinsatz im Irak und auch das problematische privatisierte Gesundheitssystem der USA romantisiert. Schlimmer noch: Lukes Soldaten-Kollegen äußern sich außerdem wiederholt sexistisch und rassistisch. Etwa wenn einer ruft: "Lasst uns ein paar gottverdammte Araber jagen!" Cassie widerspricht in der Szene, doch Luke bringt sie zum Schweigen - das Thema kommt nie wieder zur Sprache.  

"Purple Hearts" sorgt für Diskussionen im Netz

Hauptdarstellerin Carson hat nun reagiert und betont, dass man lediglich beide Seiten so akkurat wie möglich darstellen wollte. "Es geht um zwei Herzen, ein rotes und ein blaues, die Welten voneinander entfernt sind und denen beigebracht wurde, einander zu hassen. Durch die Macht der Liebe lernen sie Mitgefühl und Verständnis für einander. Sie lieben sich und verwandeln es in ein wunderschönes Lila", so die Schauspielerin, die auch für den Soundtrack im Film verantwortlich war.

Auch Regisseurin Elizabeth Allen Rosenbaum verteidigt den Streifen: "Ich hoffe, dass die Leute verstehen, dass die Charaktere anfangs Fehler haben müssen, um zu wachsen." Beide seien Opfer eines kaputten Systems in den USA, das Land habe viele Schwächen, das sei das wichtigste Motiv des Films gewesen. "Sie müssen extrem sein, damit die roten und blauen Herzen sich zu lila wandeln können. Und einige der Leute um sie herum haben noch mehr Schwächen als sie."

Auf Twitter kam die Erklärung jedoch nicht gut an: "Wir wissen alle, wie Erzählstränge funktionieren, aber nach dem Vorfall gibt es bei ihm keinerlei Entwicklung. Erfinde nicht irgendwelche Dinge, um den Rassismus im Film zu verteidigen. Wenn überhaupt, dann verabschiedet sie ihre Moralvorstellungen, weil sie ihn so sehr liebt", schreibt etwa ein User. 

Dem Erfolg des Films schadet das nicht: "Purple Hearts" soll bereits über 100 Millionen Stunden lang gestreamt worden sein.

Quellen: "Variety", "People"

sst

Mehr zum Thema



Newsticker