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Neue Show für Matthias Opdenhövel: Einer für alles

Gelockt wurde er mit der "Sportschau", jetzt darf er auch in der Primetime ran: Matthias Opdenhövel moderiert heute mit "Opdenhövels Countdown" seine erste Spielshow in der ARD - und droht sich der Zahnlosigkeit seines neuen Arbeitgebers anzupassen.

Von Katharina Miklis

Erst die "Sportschau", jetzt der Showsendeplatz am Donnerstagabend, im Sommer dann die große Samstagabend-Liveshow im Stil von "Wetten, dass..?": Matthias Opdenhövel ist endgültig in der ARD angekommen und dürfte sich so langsam auch den Titel gewöhnen, den bei den Öffentlich-Rechtlichen bereits Pilawa, Lanz oder Kerner aufgetragen haben: Er ist die neue "Allzweckwaffe" der ARD. Überdosierung nicht ausgeschlossen.

Wenn heute Abend im Ersten jedoch die erste Primetimesendung, die seinen Namen trägt, ausgestrahlt wird, dürfte sich so mancher Zuschauer an eine der unzähligen Spiel- und Quizshows erinnert fühlen, die derzeit im deutschen TV zu sehen sind. Ein bisschen "Schlag den Raab", ein bisschen "Die perfekte Minute", "Dalli Dalli" und "17 Meter": "Opdenhövels Countdown" hat von allem etwas. 90 Minuten lang spielen vier Kandidaten abwechselnd mit- und gegeneinander. Wissen, Geschicklichkeit und sportliche Ausdauer werden gefordert. Am Ende kann einer von ihnen 100.000 Euro gewinnen. Alles schon mal gesehen? Leider ja. Die ARD verkauft die Show trotzdem als nie dagewesenen, großen Wurf. In einem Interview freut sich auch Opdenhövel darüber, dass seine Sendung kein aus den USA adaptiertes Format ist, sondern eine "völlig neue Show". Dass vieles jedoch daran erinnert, was Pilawa, Raab oder Pflaume derzeit im TV abliefern, erwähnt er nicht.

Vom bissigen Zyniker zum zahnlosen Ansager

Matthias Opdenhövel hat selbst mit an dem Konzept geschraubt. Die Show wurde vor einer Woche aufgezeichnet. Sie wird ihrem Moderatoren wohl weder die Ausdauer noch die Spontaneität abverlangen, wie es bei den Mammutshows aus dem Hause Raab der Fall war. Und wenn man sich die Lobhudeleien der letzten Tage auf seinen neuen Arbeitgeber anhört ("Ich habe mich sofort wohlgefühlt"), bleibt zu befürchten, dass er nun doch vom bissigen Zyniker alter Raab-Tage zum zahnlosen Ansager der ARD verkommt.

Drei Sendungen von "Opdenhövels Countdown" sind vor der Sommerpause geplant. Danach sollen noch einmal so viele folgen. Über den Sendeplatz zeigt sich der 41-Jährige genauso begeistert, wie von dem Konzept. Der Donnerstagabend ist ein etablierter Showabend in der ARD. Die große Samstagabendbühne, die habe er nicht mehr nötig, so Optenhövel. Tatsächlich hat er auf diesem Sendeplatz in den letzten Jahren reichlich Erfahrungen gesammelt. Fünf Jahre lang moderierte er am Samstagabend "Schlag den Raab". Außerdem war er als Moderator in den Grand-Prix-Vorentscheidungsshows "Unser Star für Oslo" und "Unser Song für Deutschland" in der ARD und auf ProSieben zu sehen.

Jauch verdient an Opdenhövel mit

Im Sommer folgt dann aber doch noch eine große Samstagabendshow für die ARD, die mit ihrem neuen Mann große Pläne hat. "Brot und Spiele" klingt nach einer Mischung aus "Schlag den Raab" und Sommer-"Wetten, dass..?". Im Amphitheater in Xanten soll die Römer-Spielshow statfinden. Brainpool, Produzent aller Raab-Events, wird auch für diese Liveshow, in der prominente Kandidaten im Wagenrennen oder Galeeren-Rudern gegeneinander antreten, die Fäden in der Hand halten.

Für Opdenhövel waren es aber nicht die großen Unterhaltungsshows, die ihn vom Privatfernsehen ins Öffentlich-Rechtliche gelockt haben. Die "Sportschau", die er nun seit elf Monaten moderiert war sein Jugendtraum, der "heilige Gral". Seinen Job macht er souverän, auf diesem Posten ist er ein Gewinn für die ARD. Im Juni wird der ehemalige Viva-Moderator für seinen neuen Sender auch von der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine berichten.

"Opdenhövels Countdown" ist nach der Premiere am Donnerstagabend zunächst auch am 3. und am 24. Mai zu sehen. Ein Gewinner steht allerdings schon vor der ersten Sendung fest: Günther Jauch. Er zeichnet mit seiner Produktionsfirma Information & Unterhaltung (I&U) nicht nur für seinen Sonntagstalk verantwortlich, sondern verdient auch an Opdenhövels neuer ARD-Show mit.