VG-Wort Pixel

Neue Serie auf Apple TV+ Wie "Homeland" ohne die irre Carrie Mathison: So spannend ist "Tehran"

"Tehran"
Niv Sultan als Mossad-Agentin Tamar in der Serie "Tehran"
© Apple TV+
Diese Serie provoziert Vergleiche mit "Homeland": "Tehran" erzählt eine spannende Spionagegeschichte über den Konflikt zwischen Israel und dem Iran - und führt eine fantastische neue Hauptdarstellerin ein.

Es ist der Albtraum eines jeden Reisenden: Hoch über den Wolken meldet sich der Pilot und berichtet einen Motorschaden. Die Maschine auf dem Weg von Jordanien nach Indien muss in Teheran notlanden - was vor allem zwei Passagieren große Sorge bereitet: Es sind Israelis, die befürchten, im verfeindeten Iran verhaftet zu werden.

So dramatischen beginnt "Tehran", die neue Produktion von Apple TV+, die vor dem realen Hintergrund des iranische Atomprogramm spielt. Schnell wird klar, dass es hier gar nicht um die beiden einfachen israelischen Passagiere geht. Denn an Bord befindet sich auch die junge Mossad-Agentin Tamar (Niv Sultan), die den Flughafen als Hostess verkleidet verlässt.

Sie hat in der iranischen Hauptstadt eine Mission zu erfüllen: Die Hackerin soll die Luftüberwachung deaktivieren, damit israelische Bomber ein Atomkraftwerk zerstören so verhindern, dass der islamische Staat eine Atombombe bauen kann.

Erinnerungen an "Homeland"

Der Auftrag erweist sich als unerwartet schwierig - zumal ihr mit Faraz Kamali (Shaun Toub) der Chef der iranischen Spionageabwehr dicht auf den Fersen ist. Es beginnt ein dramatisches Katz- und Maus-Spiel, das Erinnerungen an die bekannte US-Serie "Homeland" weckt. 

Mit einigen nicht unerheblichen Unterschieden: Denn während "Homeland" den amerikanischen Blick in die Welt transportierte, der die USA in der Post-9/11-Zeit als die Guten und die arabische Welt als Hort des Bösen darstellte, zeichnet "Tehran" ein differenzierteres Bild.

Zwar wird nichts beschönigt und das Mullah-Regime mit all seinen Schattenseiten gezeigt - dazu zählen öffentlich durchgeführte Todesurteile ebenso wie die Unterdrückung der Frauen. Der negative Blick betrifft jedoch nicht die Menschen dieses Landes, die in allen Facetten auftreten: Hier gibt es liebende Mütter, anhängliche Ehemänner, fanatische Religiöse und coole Dissidenten. Selbst Faraz Kamali, der sinistre Gegenspieler der Protagonistin, trägt zutiefst menschliche Züge - er sorgt sich rührend um seine kranke Frau, die sich in Paris einer lebensrettenden Operation unterziehen muss.

Niv Sultan ist die Entdeckung dieser Serie

Der zweite Unterschied liegt in der Hauptfigur, der israelischen Agentin Tamar. Die ist im Gegensatz zu der an einer bipolaren Störung leidenden CIA-Agentin Carrie Mathison ganz bei sich. Während die von Claire Danes gespielte Agentin bei ihren Einsätzen immer wieder die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn überschritt und gerade deshalb zu mancher Einsicht gelangte, geht Tamar mit kühlem Kopf vor - und besitzt zudem exzellente Fähigkeiten im Nahkampf. 

Die Israelin Niv Sultan ist die Entdeckung dieser Serie. Eine Schauspielerin, die in Kampf- und Actionszenen explosiv sein kann, gleichzeitig aber eine kühle Schönheit verströmt. Von der bislang unbekannten 28-Jährigen wird man noch viel hören. Die acht Folgen von "Tehran" sind der sehenswerte Startschuss für eine große Karriere. 

Die Serie "Tehran" ist ab Freitag, 25. September 2020 auf Apple TV+ zu sehen.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker