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Wiederholungen und Co.: Hilfe, ich sehe Professor Brinkmann - das miese TV-Programm nach Weihnachten

"Schwarzwaldklinik" in Endlosschleife und miese Shows: Wer zwischen Weihnachten und Neujahr frei hat und Fernsehen gucken will, dem wird einiges zugemutet. Unser Autor hat eingeschaltet - ein Fehler.

Das Team der Schwarzwaldklinik

Die ZDF-Serie "Schwarzwaldklinik" wurde in den 1980er Jahren zum Straßenfeger

Erinnern Sie sich noch an das Computerspiel "Mad TV"? Bei dem Klassiker von 1991 musste der Spieler einen Fernsehsender führen und das Programm mit Filmen, Serien oder Talkshows bestücken. Die Auswahl an Sendungen war allerdings begrenzt, was unweigerlich dazu führte, dass die virtuellen Zuschauer "Citizen Kane" oder "Bonanza" in Endlosschleife zu sehen bekamen. Ein ziemlich mieses TV-Programm. Die Intendanten und Programmgestalter deutscher Sender scheinen in ihrer Jugend offenbar zu viel "Mad TV" gespielt zu habe. Denn ihr Programm ist ein viertel Jahrhundert später nicht viel besser.

Mittwochnachmittag auf ZDF Neo: Es läuft - wie vor dreißig Jahren - "Ich heirate eine Familie", danach "Timm Thaler" und sechs (!!!) Folgen "Schwarzwaldklinik". Auch die privaten Sender machen es nicht besser. ProSieben sendet seine üblichen US-Serien ab, RTL setzt auf seine Scripted-Reality-Formate und auf Vox wird die x-te Shopping Queen gekürt. Auch am Abend wird es nicht prickelnder: Wiederholungen von Filmklassikern ("Der Teufel trägt Prada", Sat1) und lahme Shows ("Die 25 spannendsten Momente, die uns 2017 überrascht haben", RTL) sollen die TV-Zuschauer beglücken. Hilfe!

Silvester mit Jörg Pilawa? Nein, Danke!

Wer zwischen Weihnachten und Neujahr frei hat und Fernsehen gucken will, dem muten die Sender einiges zu. Einzig die ARD sendet mit dem Zweiteiler "Die Puppenspieler" halbwegs Brauchbares. Auch an Silvester und Neujahr ist leider keine Besserungen in Sicht. Mit der "Silvestershow mit Jörg Pilawa" (ARD) oder "Willkommen 2018" mit Andrea Kiewel und Andreas B. Kerner möchte ich mein Jahr jedenfalls nicht starten.

Warum ist das TV-Programm so schlecht? "Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert", sagte der mittlerweile geschasste ProSieben/Sat1-Geschäftsführer Thomas Ebeling und brachte damit seine Verachtung gegenüber seinen Zuschauern zum Ausdruck. Doch offensichtlich hat sich diese Meinung längst in allen Senderetagen etabliert. Das Ergebnis einer entsprechenden Programmgestaltung ist derzeit im TV zu bewundern.

Die Rettung heißt Netflix

Die Folge: Zuschauer, die ein niveauvolles Programm mit hochwertigen Serien und Filmen sehen wollen flüchten zu Netflix, AmazonPrime, Sky und Co., die anderen bekommen Trash und Wiederholungen serviert. Ob die alte Version von "Mad TV", die es mittlerweile als Freeware gibt,  auch auf Windows10 noch läuft? Besser als dieses TV-Programm ist sie allemal.