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TV-Tipps des Tages für den 26.2.: Fällt eine Traumfrau vom Himmel

Iskander sammelt Weltraumschrott in der kasachischen Steppe - und findet eine Frau, die vom Himmel gefallen ist. "Baikonur", ein modernes Märchen mit Herz, ist unser TV-Tipp des Tages.

"Baikonur" 22.30 Uhr, Arte
Für lange Zeit war die Stadt Baikonur auf keiner Karte zu finden. Zumindest nicht dort, wo sie sich wirklich befand. Denn der "Kosmodrom Baikonur" war das Herz des sowjetischen Weltraumprogramms, das Cape Canaveral der Russen im kalten Krieg. Der Sputnik-Satellit startete von hier ins All, Hündin Laika wurde 1957 von Baikonur auf ihr Himmelfahrtskommando geschickt, Juri Gagarin folgte vier Jahre später (und überlebte).

Für die Bewohner der kasachischen Steppendörfer rings um Baikonur ist der Weltraumbahnhof Fluch und Segen zugleich. Denn häufig verglühen beim Raketenstart abgesprengte Triebwerksstufen nicht in der Stratosphäre, sondern fallen als strahlender Weltraumschrott auf die Erde zurück. Der Amateurfunker Iskander (Alexander Asochakov), im Dorf liebevoll Gagarin genannt, klaubt die Raketenreste zusammen und verkauft das Metall weiter an Schrotthändler. "Was vom Himmel fällt, darf man behalten", sagt das ungeschriebene Gesetz der Region. Kein besonders einträgliches Geschäft, aber es reicht zum Überleben.

Doch eines Tages macht Iskander einen Fund, der sein Leben verändern wird. Die Landung der wunderschönen französischen Weltraumtouristin Julie (Marie de Villepin) geht daneben - ihre Landekapsel fällt Iskander direkt vor die Füße. Iskander könnte der unter Gedächtnisverlust leidenden Frau sagen, wer sie ist, kann sich aber nicht dazu durchringen. Stattdessen nimmt er sie mit in seine Jurte - und tatsächlich geht ein Traum in Erfüllung. Julie verliebt sich in den jungen Mann, der die Millionärin bislang nur aus dem Fernsehen kannte. Doch wie lange kann er die Scharade aufrecht erhalten?

Schon alleine, weil Regisseur Veit Helmer als erster eine Drehgenehmigung für den lange geheimgehaltenen Weltraumbahnhof erhielt und einen kleinen Einblick in den Alltag eines kasachischen Dorfes bietet, ist dieser Film sehenswert. Doch auch für seinen Mut, diese Liebesgeschichte mit ihren teils absurden Wendungen mit dem Zungenschlag eines Märchens zu erzählen, verdient der Deutsche Respekt. Dabei klingt die Prämisse des Films verrückter als sie ist: Weltraumtourismus ist längst in der Mitte der Gesellschaft der Superreichen angekommen - und eine Panne bei der Landung, wie sie Julie erlebt, keine Seltenheit.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Hitlers Madonna und die Retter der Raubkunst"
21.45 Uhr, Arte
DOKU Michelangelos Madonna, Vermeers Astronom, der Genter Altar: Mit Zwangsverkäufen und Beschlagnahmungen hortet Hitler Kunstschätze von unschätzbarem Wert. Im August 44 lässt er "seinen" Schatz in einer Salzmine in Altaussee verschwinden. Im Mai 45 entdecken Salinenarbeiter, dass auch Bomben im Berg lagern. Der Befehl, alles in die Luft zu jagen, damit nichts dem Feind in die Hände fällt, ist längst erteilt. Wer hat die Kunst gerettet? Der britische Geheimdienst? Die Amerikaner? Oder die Bergarbeiter selbst? Spannende Rückschau über die wahre Geschichte der "Monuments Men". (bis 22.30)

"Der unauffällige Mr. Crane"
22.20 Uhr, Servus-TV

KRIMIGROTESKE Provinzfriseur Crane (Billy Bob Thornton) erpresst den Liebhaber seiner Frau und reißt alle ins Verderben. Die Coen-Brüder gaben ihrem Film den perfekten 40er-Jahre-Look. Dazu wurde das ursprünglich in Farbe gedrehte Material auf Schwarz-Weiß umkopiert. (bis 0.25)