HOME

Von New York nach Hamburg: Thomas Roth - der neue Anchorman der "Tagesthemen"

Jetzt ist es amtlich: Nach wochenlangen Spekulationen tritt Thomas Roth die Nachfolge von Tom Buhrow als Anchorman bei den "Tagesthemen" an. Dem TV-Publikum ist der 61-Jährige schon bekannt.

Weißes, wallendes Haar, Schnauzbart und randlose Brille: Die Markenzeichen des Thomas Roth sind schon fest im Gedächtnis des Fernsehpublikums eingebrannt. Denn der 61 Jahre alte Journalist, der im August in die Fußstapfen von Tom Buhrow als Anchorman der "Tagesthemen" tritt, ist eine bekannte Größe in den deutschen Wohnzimmern.

"Wenn man leidenschaftlicher Journalist ist, wie ich das mein ganzes journalistisches Leben lang war, dann ist das ein Angebot, dem man einfach nicht absagen kann", sagte Roth der DPA nach seiner Wahl zum Anchorman. "Ich habe so viele Jahre lang für die "Tagesthemen" aus unterschiedlichsten Ländern - von Südafrika über Afghanistan, aus Moskau und New York - gearbeitet."

Kofferpacken mit Thomas Roth

Vor fünf Jahren zog es den gebürtigen Heilbronner vom Roten Platz in Moskau zum Big Apple in New York. Kaum angekommen, berichtete Roth schon über den Wahlkampf von Präsident Obama, er lieferte Geschichten über den 10. Jahrestag der Anschläge vom 2001, das Attentat vom Boston-Marathon und den Sturm Sandy im Herbst 2012, der sich zerstörerisch seinen Weg durch Manhattan bahnte.

Roth, bekennender Rolling-Stones-Fan, packt einmal mehr in seinem wechselreichen Journalistenleben die Koffer - dieses Mal für den Umzug von New York nach Hamburg. Nach einem Studium der Germanistik und Anglistik in Heidelberg volontierte er Anfang der 80er Jahre beim damaligen Süddeutschen Rundfunk und berichtete zunächst über Landespolitik. 1988 trat er in Johannesburg seine erste Auslandsstelle an. Von 1991 bis 1995 arbeitete Roth erstmals in Moskau. Dahin kehrte er noch zweimal zurück. Dazwischen war er WDR-Hörfunkdirektor und Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio.

Hohe Erwartungen in den neuen "Mr. Tagesthemen"

Hat er denn die "Tagesthemen" aus den USA überhaupt verfolgt? "Ich würde sagen, wenn ich nicht auf Reisen war, mindestens jede zweite Sendung", fügte Roth hinzu. "Das Schöne am Internet ist: Man kann es ja auch später anschauen, das ist wegen des Zeitunterschieds gut. Also ich kenne die "Tagesthemen" sehr, sehr gut."

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor, der die Intendantentagung am Montag und Dienstag in Mainz mit der Wahl von "Mr. Tagesthemen" leitete, ließ keinen Zweifel daran, mit Roth den richtigen Mann gefunden zu haben. "Ich finde, dass das wirklich ein erfahrener Journalist ist", sagte Marmor. "Ich erwarte mir mit meinen Kolleginnen und Kollegen, dass er einen eigenen Akzent in den "Tagesthemen" setzen wird."

Roth wurde für seine journalistische Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 1995. Er ist Autor von drei Büchern, zwei davon mit Themen aus Russland. Vielleicht kommt in gut drei Jahren ein weiteres über die "Tagesthemen" hinzu, wenn Roth in Rente geht und ihn voraussichtlich der jetzige Co-Moderator Ingo Zamperoni als Zampano am "Tagesthemen"-Platz ablöst.

kgi/DPA / DPA