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Bosbach-Abgang: Was hinter den Kulissen bei "Maischberger" geschah - Hans-Ulrich Jörges über den Eklat

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hat empört die laufende Talksendung "Maischberger" verlassen. stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges saß daneben. Er schildert nun, wie er den Eklat erlebte.

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ist schon aus der Talkrunde aufgestanden, Moderatorin Sandra Maischberger will ihn festhalten

So nah dran ist kaum jemand gewesen: stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges saß mit in der Talkrunde bei "Maischberger", als CDU-Politiker Wolfgang Bosbach empört die Sendung verließ. "Das war ein völlig unnötiger Eklat", sagt Jörges. Vor der Aufzeichnung der Sendung sei alles entspannt gewesen. "Bosbach und Jutta Ditfurth sind sich vor der Sendung - glaube ich - gar nicht begegnet", sagt Jörges. Ditfurth habe in einem Vorbereitungsraum gesessen, Bosbach sei relativ spät erschienen und habe dann mit Moderatorin Sandra Maischberger im Flur gesprochen.

In der Sendung habe es dann schon einmal eine Situation gegeben, in der Bosbach kurz davor war, zu gehen. "Er hat sein Mikro vom Revers genommen und hatte den dazugehörigen Funksender schon in der Hand", sagt Jörges. Zu sehen war das im Fernsehen nicht, aber auf diese Situation bezieht sich Bosbachs an die Moderatorin gerichteter Satz: "Frau Maischberger, ich habe Ihnen vor zehn, fünfzehn Minuten gesagt, was ich mitmache und was nicht!"

Hans-Ulrich Jörges sitzt in der Talkrunde von Sandra Maischberger und gestikuliert mit ausgestrecktem rechten Arm

Hans-Ulrich Jörges kann den Abgang von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach aus der Talkrunde bei "Maischberger" nicht ganz nachvollziehen

"Wolfgang Bosbach war sehr aufgeregt"

Als er dann tatsächlich ging, sei die Aufzeichnung der Sendung während eines Einspielers unterbrochen worden, berichtet Jörges. "Sandra Maischberger ist Wolfgang Bosbach noch nachgelaufen, um ihn zurückzuholen", sagt Jörges. "Sie kam dann aber allein zurück und berichtete, Bosbach sei sehr aufgeregt gewesen. Es ist ihm wohl körperlich ans Herz gegangen."

Jörges sagt, er könne schon verstehen, dass einem mal die Galle überlaufe und man seinen Emotionen folge. Den aufgeregten Abgang von Bosbach kann er aber nicht nachvollziehen. "Jutta Ditfurth ist ja gar nicht ihn so scharf angegangen, sondern den Hamburger Polizisten Joachim Lenders", sagt Jörges. "Aber Bosbach hatte wohl das Gefühl, den Polizisten verteidigen zu müssen. Dabei konnte der sich selbst rhetorisch gut wehren." Man wisse ja im Prinzip schon vor so einer Sendung, welche unterschiedlichen Charaktere in der Diskussionsrunde säßen und wie sie argumentierten. Darauf könne man sich ja einstellen, so Jörges.

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ist schon aus der Talkrunde aufgestanden, Moderatorin Sandra Maischberger will ihn festhalten

Hans-Ulrich Jörges bedauert Eklat

"Schade, dass Bosbach gegangen ist", sagt Jörges. "Die Sendung ging ja nur noch ein paar Minuten. Aber er hat schon gefehlt." Nach der Aufzeichnung sei Bosbach schon weg gewesen. Die restlichen Talkgäste hätten sich ganz entspannt unterhalten.


tkr