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Verleihung des Theodor-Wolff-Preises: Joachim Gauck würdigt Journalisten

Die deutschen Zeitungen haben in diesem Jahr zum 50. Mal den renommierten Theodor-Wolff-Preis verliehen. Ehrengast Joachim Gauck forderte in seiner Rede die Verteidigung des Qualitätsjournalismus.

Das Ethos der Wahrhaftigkeit ist - neben der Sachkenntnis - für Bundespräsident Joachim Gauck die wichtigste Grundvoraussetzung guter Journalisten. Nur eine freie und wahrhaftige Presse könne die für eine demokratische Gesellschaft wichtige Meinungsbildung sichern, sagte Gauck am Mittwochabend als Ehrengast bei der 50. Verleihung des Theodor-Wolff-Preises der deutschen Zeitungsverleger in Berlin.

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, begrüßte die 300 Gäste zuvor als Gastgeber in der Ullstein-Halle des Verlagsgebäudes und sagte dem Zeitungsjournalismus trotz aller Probleme eine hervorragende Zukunft voraus. Auf dessen Verteidigung müsse sich die Branche konzentrieren, unabhängig von der Materie. Guter Zeitungsjournalismus gehe auch online.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen ging in diesem Jahr - jeweils in unterschiedlichen Textkategorien - an Harald Martenstein ("Die Zeit"), Lars Fischer ("Wümme-Zeitung", Lilienthal), Philip Cassier ("Berliner Morgenpost") Alexander Gorkow ("Süddeutsche Zeitung") und Volker Zastrow ("Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung"). Künftig werden auch Online-Beiträge gekürt, und der Lokaljournalismus erhält einen besonderen Schwerpunkt.

431 eingereichte Beiträge

Fast alle der bisher mit dem Preis ausgezeichneten Journalisten hätten ihre ersten Erfahrungen in Heimatzeitungen oder bei regionalen Ausgaben gemacht. Deswegen soll in Zukunft die lokale Berichterstattung eine größere Rolle spielen, wie der Vorsitzende des Kuratoriums, Hermann Neusser, Verleger des "Bonner Generalanzeigers", erklärte. Künftig sollen zwei Preise für Lokaljournalismus, zwei für Reportage/Essay/Analyse sowie ein Preis für Meinung/Leitartikel/Kommentar/Glosse verliehen werden. Berücksichtigt werden ab 2013 auch Artikel, die nur online erschienen sind.

Die Auszeichnung, die seit 1962 an mehr als 400 Journalisten ging, ist mit jeweils 6000 Euro dotiert, wie der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vorab mitteilte. Gekürt werden die Preisträger von einer unabhängigen Jury aus acht Verlegern, Chefredakteuren und namhaften Journalisten. In diesem Jahr wurden 431 Beiträge eingereicht, aus denen die fünf Sieger hervorgingen.

Der Preis erinnert an den langjährigen Chefredakteur des "Berliner Tageblatts", Theodor Wolff (1868-1943). Wolff floh vor den Nazis 1933 nach Frankreich, wurde dort verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. 1943 starb er im Jüdischen Krankenhaus.

kave/DPA / DPA