VG-Wort Pixel

Komplizin von Jeffrey Epstein "Sie fütterte das Monster": Ghislaine Maxwell traf Schülerinnen einer Mädchenschule – und führte sie Epstein zu

Ghislaine Maxwell und der verstorbene Jeffrey Eppstein
Ghislaine Maxwell und der verstorbene Jeffrey Eppstein
© © 2022 AFP
Ghislaine Maxwell suchte Mädchen aus, die sie Sexualtäter Jeffrey Epstein vorführen konnte. Dabei schreckte sie vor nichts zurück – und besuchte wohl gezielt Schülerinnen einer New Yorker Mädchenschule.

"Sie fütterte das Monster. Dafür muss man selbst ein Monster sein", sagt Bred Edwards, Anwalt aus Florida über Ghislaine Maxwell. Er vertritt 65 der über 500 Frauen, die Opfer wurden von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, ihn nennt er das Monster. Und Ghislaine Maxwell ist die, die es "fütterte". 20 Jahre muss sie ins Gefängnis. Verurteilt unter anderem wegen "Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken". 

In der neuen Netflix-Dokumentation "Ghislaine Maxwell: Stinkreich" wird ihre Geschichte anhand verschiedener Aussagen erzählt. Zeitlich setzt die Doku in den späten 80er Jahren an und reicht bis in die Gegenwart. Es kommen sowohl Opfer und deren Anwälte zu Wort als auch zahlreiche Wegbegleiter Maxwells. 

So auch Christopher Mason, Schriftsteller und früherer Freund von Ghislaine Maxwell. Als er sie das erste Mal Ende der 80er Jahre traf, sei er fasziniert gewesen von ihrer Ausstrahlung. Auch ihre leicht obszöne Art bewunderte er, sie habe viele schmutzige Witze erzählt. In sein Tagebuch schrieb er nach dieser Begegnung, dass er sie gern wiedersehen würde.

Ghislaine Maxwell: Sie suchte Mädchen aus, die Epsteins Typ entsprachen

Doch später war er schockiert von ihr: "Ich hörte, dass Epstein auf Schulmädchen stand und Ghislaine ihm diese vorstellte, weil das sein Ding war." Angeblich traf sich Ghislaine extra mit Schülerinnen einer Mädchenschule an der Upper East Side, damit sie diese Jeffrey vorstellen konnte. Denn dieser brauchte "drei Orgasmen am Tag", um zufrieden sein zu können, berichtet Autorin Christina Oxenberg. Maxwell sagte zu ihr: "Ich fahre herum und suche Mädchen, die Jeffreys Typ entsprechen. Ich kann ihm nicht das geben, was er braucht."

"Im Nachhinein ist es so schrecklich, dass wir davon gehört haben, uns aber nicht aufgeregt oder etwas unternommen haben", sagt Mason. Journalistin Petronella Wyatt erzählt in der Doku: "Epstein und Ghislaine Maxwell führten keine normale Beziehung. Aber es schien die Art zu sein, die sie brauchte. Ohne Geld fühlte sie sich nicht sicher. Sie wurden auf seltsame Art abhängig von einander."

Sie versucht auch zu analysieren, wie es dazu kommen konnte: "Ghislaine wuchs mit Sexismus auf. Ihr Vater, der mächtige Geschäftsmann Robert Maxwell, war der Meinung, Frauen seien nur zum Vergnügen der Männer da. Er behandelte seine Frau schlecht und betrog sie. Das schaute sie sich ab." 

Die neue Netflix-Doku zeichnet ein verstörendes, aber dennoch spannendes Porträt von Maxwell. Sie eignet sich deshalb sowohl für diejenigen, die bereits mit dem Fall vertraut sind, als auch jene, die bisher noch nicht viel darüber wissen. 

Mehr zum Thema

Newsticker