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Abschied von Amy Winehouse: "Gute Nacht, mein Engel"

Es wurde nicht nur getrauert, sondern auch gelacht: Familie und Freunde haben Abschied von Amy Winehouse genommen. Vater Mitch erzählte rührende Anekdoten.

Von Jens Maier

Gute Nacht, mein Engel, schlaf fest. Mama und Papa lieben Dich sehr." So beendete Mitch Winehouse seine bewegende Rede bei den Abschied von seiner verstorbenen Tochter. Doch es wurde nicht nur getrauert, sondern auch gelacht. "Mitch war witzig, er hat einige wundervolle Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt, wie willensstark sie war. Familie und Freunde haben die Geschichten erkannt und mitgelacht", sagte ein Sprecher der Familie über den Abschied von Amy Winehouse.

Um 16 Uhr versammelten sich am Dienstag auf dem Edgwarebury Friedhof im Norden Londons Familie und enge Freunde. Auf Wunsch der Familie fand die Trauerfeier unter Ausschluss der Fans der Sängerin statt. Neben Vater Mitch, Mutter Janis und ihrem Bruder Alex waren auch Produzent Mark Ronson und die Musikerin Kelly Osbourne unter den zirka 300 Gästen. Gemeinsam sangen sie das Lieblingslied der 27-Jährigen - "So Far Away" von Carole King.

Beisetzung im Grab ihrer Großmutter

Im Anschluss an die Feier wurde Winehouse Körper zur Einäscherung in ein Krematorium gebracht. Wie die britische Tageszeitung "Daily Mail" unter Berufung auf Familienkreise berichtet, soll Winehouse im Grab ihrer geliebten Großmutter beigesetzt werden.

Die Liebe zu ihrer Großmutter hatte Amy Winehouse sogar auf ihrer Haut verewigt. "Cynthia" stand in Schnörkelschrift auf ihrem rechten Oberarm. Ein Tattoo als Erinnerung an ihre verstorbene Oma. Neben dem Schriftzug war ein Bild von einer Frau mit schwarzem, wallenden Haar und einer roten Bluse eingeritzt, darüber zwei rote Herzen.

"Sie ist ihr Vorbild", hatte Vater Mitch Winehouse 2008 in einem Interview über die Beziehung zwischen Amy und Oma Cynthia gesagt. Beide sollen sich zudem zum Verwechseln ähnlich gesehen haben. Als die Großmutter 2007 an Lungenkrebs starb, war die Sängerin am Boden zerstört. In Erinnerung an sie ließ sie sich das Tattoo auf dem Oberarm stechen.

Beerdigung ohne Ex-Mann Fielder-Civil

Zum engsten Kreis, der Abschied nahm, gehörte Winehouse' Ex-Mann Blake Fielder-Civil nicht mehr. Der Mann, mit dem Amy Winehouse zwei Jahre bis zur Scheidung 2009 verheiratet war und der für ihre Drogen- und Alkoholsucht maßgeblich mitverantwortlich gemacht wird, wurde von ihrem Vater gebeten, nicht zur Beerdigung zu kommen. Medienberichten zufolge soll Fielder-Civil, der derzeit in Leeds eine Gefängnisstrafe wegen Einbruchs und anderer Delikte verbüßt, einen Antrag auf Hafturlaub gestellt haben. Dieser soll aber abgelehnt worden sein.

Unterdessen gehen die Spekulationen um die Todesursache der am Samstag tot in ihrem Haus im Londoner Stadtteil Camden aufgefundenen Sängerin weiter. Eine am Montag durchgeführte Obduktion brachte bislang kein eindeutiges Ergebnis. Nach Polizeiangaben könne es noch Wochen dauern, bis die Ergebnisse der toxikologischen Tests vorlägen, die jetzt gemacht würden. Ein Tod durch Fremdeinwirkung konnte jedoch ausgeschlossen werden.

Familie vermutet Herzattacke

Winehouse' Familie glaubt offenbar nicht daran, dass die Sängerin an einer Überdosis gestorben ist. Stattdessen mutmaßt Vater Mitch Winehouse, seine Tochter sei an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Wie die britische Tageszeitung "The Sun" berichtet, soll Winehouse infolge ihres übermäßigen Alkohol- und Drogenkonsums an einer Herzstörung gelitten haben. Ein Freund der Familie sagte der Zeitung: "Amys Familie vermutet eine Herzanfall als Todesursache und wäre wirklich schockiert, wenn das Ergebnis ein anderes wäre."

Das würde auch dazu passen, was Reg Traviss, der letzte Freund von Amy Winehouse über die letzten Tage im Leben der Sängerin erzählte: "Sie war zuletzt voller Lebensfreude und gut gelaunt; sie machte jeden Tag Sport und Yoga."