Andrew Mountbatten-Windsor Epstein-Akten zerpflücken sein Alibi

Andrew Mountbatten-Windsor gab an, dass das Bild mit Virginia Giuffre ein Fake sei.
Andrew Mountbatten-Windsor gab an, dass das Bild mit Virginia Giuffre ein Fake sei.
© imago/News Licensing / Chris Eades
Ghislaine Maxwell bestätigt in einer E-Mail: Das Foto von Andrew Mountbatten-Windsor mit Virginia Giuffre ist echt. Andrews Alibi wackelt.

Die neu veröffentlichten Epstein-Akten bringen Andrew Mountbatten-Windsor (65) erneut in massive Bedrängnis. Eine E-Mail von Ghislaine Maxwell (64) aus dem Jahr 2015, die in den mehr als drei Millionen vom US-Justizministerium freigegebenen Dokumenten enthalten ist, bestätigt offenbar die Echtheit des berüchtigten Fotos, das den früheren Prinzen mit seinem Arm um die damals 17-jährige Virginia Giuffre (1983-2025) zeigt.

Andrew hatte die Authentizität des Bildes stets angezweifelt - ein zentraler Punkt seiner Verteidigung in seinem desaströsen TV-Interview von 2019. Doch nun liegt eine E-Mail vor, in der Maxwell laut Daily Mail "für das Protokoll als Fakt" festhält, dass sie Andrew und Giuffre in ihrem Londoner Haus einander vorgestellt habe - und dass das Foto dort am selben Abend auch aufgenommen wurde. Auch die Boulevardzeitung "The Sun" berichtet über die Maxwell-Mail in den veröffentlichten Epstein-Akten.

Das "Pizza Express"-Alibi wackelt

In dem Interview mit BBC-Journalistin Emily Maitlis hatte Andrew behauptet, er sei am fraglichen Abend im März 2001 gar nicht bei Maxwell gewesen, sondern mit seiner Tochter Beatrice in einer Pizzeria. "Ich war mit den Kindern da und hatte Beatrice zu einer Party in einem Pizza-Express in Woking gebracht, so gegen 16 oder 17 Uhr", sagte er damals. Auf die Frage, warum er sich 18 Jahre später an einen Restaurant-Besuch erinnern könne, antwortete er: "Weil es für mich ungewöhnlich war, nach Woking zu gehen."

Die Maxwell-E-Mail widerspricht dieser Darstellung fundamental. Sie schrieb an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019): "2001 war ich in London, als [geschwärzt] eine Reihe meiner Freunde traf, darunter den damaligen Prinz Andrew. Ein Foto wurde gemacht, weil sie es vermutlich Freunden und Familie zeigen wollte."

Neue schwere Vorwürfe

Doch damit nicht genug: In den Akten findet sich auch ein Anwaltsschreiben aus dem Jahr 2011, das weitere schwere Anschuldigungen enthält. Eine namentlich nicht genannte Frau behauptet darin, sie sei 2006 als exotische Tänzerin zu Epsteins Anwesen in Florida gebracht worden. Dort seien ihr 10.000 Dollar für einen Auftritt versprochen worden.

Nachdem sie getanzt habe, so das Schreiben, hätten Epstein und Andrew sie zu einem Dreier aufgefordert. Als sie ablehnte und sagte, sie sei zum Tanzen engagiert worden, nicht für Sex, hätten die beiden Männer sie "zu verschiedenen sexuellen Handlungen überredet". Anschließend habe sie nur 2.000 statt der versprochenen 10.000 Dollar erhalten. Ob die Forderung jemals beglichen wurde, ist unklar. Andrew hat stets jegliches Fehlverhalten bestritten.

E-Mails aus dem August 2010 zeigen zudem, dass Epstein ein Dinner zwischen Andrew und einer 26-jährigen Russin in London arrangierte - zwei Jahre nachdem Epstein bereits wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden war. In den Nachrichten beschreibt Epstein die Frau als "26, russisch, clever, schön, vertrauenswürdig".

Andrew antwortete laut BBC: "Natürlich. Ich bin bis zum Morgen des 22. in Genf, aber ich würde sie gerne treffen." In einer weiteren Nachricht fragte er: "Gibt es andere Informationen über sie, die nützlich sein könnten? Was hast du ihr über mich erzählt?" Die Russin schrieb später an Epstein: "Ich hatte eine erstaunliche Nacht, danke!"

Familie von Virginia Giuffre sieht sie "rehabilitiert"

Die Familie von Virginia Giuffre, die sich im vergangenen Jahr im Alter von 41 Jahren das Leben nahm, veröffentlichte ein Statement: "Heute ist unsere Schwester Virginia Roberts Giuffre erneut rehabilitiert worden. Das Justizministerium hat diese E-Mail von Ghislaine Maxwell veröffentlicht, in der sie zugibt, dass sie Virginia Andrew Mountbatten-Windsor vorgestellt hat und dass das berühmte Foto von ihnen echt ist und in ihrer Wohnung aufgenommen wurde."

Andrew hatte 2022 Millionen gezahlt, um eine Zivilklage Giuffres wegen sexuellen Missbrauchs beizulegen - obwohl er behauptete, sich nicht an ein Treffen mit ihr erinnern zu können. Maxwell, die wegen ihrer Rolle bei der Rekrutierung minderjähriger Mädchen für Epstein zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, hatte das Foto zuvor in Interviews aus dem Gefängnis ebenfalls als Fälschung bezeichnet.

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