Andrew Mountbatten-Windsor festgenommen
Familie von Virginia Giuffre äußert sich

Der einstige Prinz Andrew wurde am Donnerstag von der Polizei abgeholt.
Der einstige Prinz Andrew wurde am Donnerstag von der Polizei abgeholt.
© imago/ZUMA Press Wire/Tayfun Salci
Andrew Mountbatten-Windsor ist festgenommen worden. Die Geschwister der verstorbenen Virginia Giuffre reagierten mit einem Statement.

Jahrelang schien Andrew Mountbatten-Windsor (66) trotz schwerwiegender Vorwürfe unantastbar. Damit ist es nun vorbei: Am Donnerstag wurde der frühere Prinz Andrew an seinem Geburtstag auf dem royalen Anwesen Sandringham in Norfolk festgenommen. Der Verdacht lautet auf Amtsmissbrauch. Die Familie seiner Anklägerin Virginia Giuffre, die im April 2025 im Alter von 41 Jahren starb, hat die Festnahme lang herbeigesehnt.

"Endlich", beginnt ein gemeinsames Statement der Geschwister Sky und Amanda Roberts sowie Danny und Lanette Wilson, das unter anderem CBS News veröffentlichte. "Unsere gebrochenen Herzen sind heute erleichtert worden durch die Nachricht, dass niemand über dem Gesetz steht - nicht einmal die Königsfamilie." Im Namen ihrer Schwester Virginia Roberts Giuffre sprachen sie der Thames Valley Police ihren Dank für die Ermittlungen und die Festnahme aus. "Er war nie ein Prinz. Für Überlebende überall: Virginia hat das für euch getan", hieß es abschließend.

Immer neue Enthüllungen

Giuffre hatte 2019 öffentlich gemacht, dass sie als Minderjährige durch den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) an Andrew vermittelt und von diesem bei drei verschiedenen Gelegenheiten sexuell missbraucht worden sei. Andrew bestritt die Anschuldigungen stets. In einem berüchtigten BBC-Interview im selben Jahr behauptete er, sich trotz eines gemeinsamen Fotos nicht daran erinnern zu können, Giuffre jemals getroffen zu haben. 2021 reichte diese eine Zivilklage in New York ein, die 2022 mit einem außergerichtlichen Millionenvergleich endete.

Nach der Einigung zog sich Andrew von seinen royalen Pflichten zurück. Giuffres posthum veröffentlichte Memoiren brachten 2025 weitere brisante Details über seine mutmaßliche Verbindungen zu Epstein und dessen Vertrauter Ghislaine Maxwell ans Licht, woraufhin Andrew seine letzten Titel sowie sein Prinzen-Titel entzogen wurden.

Unmittelbarer Auslöser für die Festnahme dürften die jüngst vom US-Justizministerium freigegebenen Epstein-Dokumente sein. Die Thames Valley Police hatte bereits Anfang Februar bestätigt, neu aufgetauchte Vorwürfe gegen den 66-Jährigen zu prüfen. Andrew soll in seiner früheren Rolle als britischer Handelsgesandter vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben habe. Die Polizei erklärte am Donnerstag, einen "Mann in seinen Sechzigern aus Norfolk" festgenommen zu haben und wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch Durchsuchungen durchzuführen.

König Charles bezieht Stellung

Auch König Charles III. meldete sich bereits mit einer Erklärung zu Wort, die die BBC veröffentlichte. Er habe die Nachricht über seinen Bruder "mit tiefster Besorgnis" aufgenommen. "Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen", betonte er allerdings. Die königliche Familie sicherte den Behörden ihre volle Unterstützung und Kooperation zu, weitere Kommentare wollte der Monarch nicht abgeben.

Auch Giuffres ehemalige Anwältin Sigrid McCawley reagierte mit einem Statement. Die Verhaftung sei ein monumentaler Moment im Kampf der Epstein-Überlebenden um Gerechtigkeit. Virginia Giuffre habe jahrelang dafür gekämpft, die Botschaft zu senden, dass niemand über dem Gesetz stehe.

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