Erfolg kennt kein Alter. Paradebeispiel dafür ist die unvergleichliche Karriere von Schauspielerin Michelle Yeoh (63). Die Malaysierin erlebt als Ü60erin ihren absoluten Karrierehöhepunkt. Sie ist beliebter und erfolgreicher denn je zuvor.
Am Mittwoch (18. Februar) erhielt sie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in Los Angeles. Eine Woche zuvor nahm Michelle Yeoh in Berlin an der Eröffnung der Internationalen Filmfestspielen einen Ehrenbären für ihr Lebenswerk entgegen. Bei beiden Veranstaltungen zeigte Yeoh sich nahbar und emotional - sie wischte sich bei den Dankesreden Tränen aus den Augen.
Ihre wichtigste Auszeichnung nahm Michelle Yeoh im Jahr 2023 als 60-Jährige entgegen: Für ihre Leistung im Film "Everything Everywhere All At Once" erhielt sie einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Die Auszeichnung ging in die Geschichte ein: Als erste asiatische Frau durfte Yeoh den Preis in dieser Kategorie entgegennehmen. In ihrer Dankesrede sagte sie: "Ladies, lassen Sie sich von niemandem sagen, dass Sie Ihre beste Zeit hinter sich haben."
Vom "Action-Girl" zur Charakterdarstellerin
In Malaysia in eine wohlhabende Familie geboren und aufgewachsen, ging Yeoh als Teenagerin in ein Internat in England, um an der Royal Academy of Dance Ballett zu studieren. Nach einer Rückenverletzung beendete sie ihre Ballettkarriere und machte ihre schauspielerischen Anfänge im Actionfilm-Genre in Hongkong. In den 80er-Jahren spielte sie oft an der Seite von Jackie Chan (71) und machte genau wie er fast alle Stunts selber.
Der globale Durchbruch kam 1997 als Bond-Girl Wai Lin in "James Bond 007: Der Morgen stirbt nie". Als eines der ersten Bond-Girls in der Geschichte verkörperte Yeoh keine klassische, passive "Anbeterin" des Agenten 007 (gespielt von Pierce Brosnan, 72), sondern war ihm in ihrer Rolle als Oberstleutnantin des chinesischen Außengeheimdienstes ebenbürtig.
"Tiger and Dragon" aus dem Jahr 2000 machte Yeoh zur Ikone für weibliche Kampfkunst. In "Die Geisha" bewies sie 2005 emotionale Tiefe. "The Lady" war 2011 ein Herzensprojekt, für das Yeoh sogar burmesisch lernte. Sie spielte die burmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (80). Ebenfalls für weltweites Aufsehen sorgte "Crazy Rich" im Jahr 2018. Als strenge Matriarchin Eleanor Young wurde sie zum Gesicht des modernen asiatischen Kinos in Hollywood. Ihr jüngster Film "Wicked: Teil 2" kam 2025 heraus. In der Musical-Verfilmung zeigt Yeoh erstmals, dass sie auch Singen kann.
Ehe nach 19 Jahren Verlobung
Auch private Meilensteine kamen für Michelle Yeoh im fortgeschrittenen Alter. 2023 heiratete sie mit 60 Jahren den Franzosen Jean Todt (79) nach 19 Jahren Verlobung. Der ehemalige F1-Chef von Ferrari machte Yeoh bereits 2004, nur wenige Monate nach dem Kennenlernen in Shanghai einen Antrag. In der gemeinsamen Schweizer Wahlheimat Genf gaben sich die beiden bei einer intimen, privaten Zeremonie im kleinen Kreis vor engen Freunden und Familie das Jawort.
Michelle Yeoh hat keine eigenen Kinder, ist aber eng mit Jean Todts Sohn Nicolas (48) verbunden. Bei ihrer jüngsten Dankesrede nach Erhalt des Sterns auf dem Walk of Fame richtete sie Worte an Todts Familie: "An meine Familie Todt: ich danke euch allen, dass ihr mich mit Liebe umgebt, dass ihr mein sicherer Hafen seid und dass ihr mir geholfen habt, meinem eigenen Nordstern treu zu bleiben". Auch ihre enge Beziehung zu ihrem Bruder, der für die Verleihung in Los Angeles extra aus Malaysia anreiste, brachte sie bei der Rede zum Ausdruck.
Ehrenmitglied des Olympischen Komitees
Michelle Yeoh hat eine beeindruckende Sammlung an Auszeichnungen, die weit über die klassischen Filmpreise hinausgehen. Die UN-Botschafterin erhielt von Joe Biden (83) 2024 die "Medal of Freedom". Der Ex-US-Präsident würdigte sie als Pionierin, die "Stereotypen und gläserne Decken zertrümmerte". In Frankreich trägt sie den Titel "Commandeur" der französischen Ehrenlegion - eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs. Und in ihrer Heimat Malaysia hält sie den Ehrentitel "Tan Sri" (vergleichbar mit dem britischen "Sir" oder "Dame").
Das "Time Magazine" kürte sie 2022 zur Ikone des Jahres, noch bevor sie ihren Oscar gewann, und die BBC nahm sie mehrfach in die Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt auf. Yeoh hält als erste asiatische Künstlerin einen Ehrendoktortitel vom American Film Institute (AFI) und von der Universität von Hong Kong. Seit 2023 ist sie Ehrenmitglied des Internationalen Olympischen Komitees, was ihre sportliche Vergangenheit als Balletttänzerin und Squash-Meisterin kürt.
Mit ihrem Erfolg, der weit über die Kinoleinwand hinausgeht, inspiriert Michelle Yeoh eine ganze Generation von Frauen, sich nicht über das Alter definieren zu lassen.