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Anklage: Immendorff gesteht Koks- und Sexparties

Der Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff hat in dem Kokainprozess gegen ihn vor dem Düsseldorfer Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Der Düsseldorfer Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff hat in dem Kokainprozess gegen ihn vor dem Düsseldorfer Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung räumte der 59-Jährige am Dienstag ein, wiederholt mit Prostituierten Kokain- und Sexparties in einem Düsseldorfer Luxushotel gefeiert zu haben. Immendorff wird der Erwerb und der Besitz von Kokain in 27 Fällen vorgeworfen.

Immendorff begründete den Rauschgiftkonsum mit seiner schweren Erkrankung. Er leide auf Grund einer Nervenkrankheit an fortschreitenden Lähmungserscheinungen. Der bevorstehende Tod durch Ersticken löse bei ihm Horrorvorstellungen aus. Wegen dieser Angstschübe habe er Kokain genommen. Er bedauere sein Fehlverhalten und sei durch den Schock der Festnahme geläutert, betonte der Künstler. Es sei ihm auch unangenehm, dass seine Krankheit auf diese Weise an die Öffentlichkeit gekommen sei.

Ausschweifende Partys seit Februar 2001

Immendorff war im August vergangenen Jahres von der Polizei bei einer Razzia in einem Düsseldorfer Luxushotel mit mehreren Prostituierten sowie gebrauchsfertigem Kokain auf dem Zimmer ertappt worden. Später gestand er nach Angaben der Staatsanwaltschaft, schon häufiger seit Februar 2001 derartige Partys in der Hotelsuite veranstaltet zu haben.

Dabei soll er laut Anklagebehörde Kokain auch an seine Begleiterinnen weitergegeben haben. Der ehemalige Beuys-Schüler Immendorff ist seit 1996 Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Als erster Künstler überhaupt begleitete er Bundeskanzler Gerhard Schröder bei einem Staatsbesuch. Nach eigenen Angaben leidet er Künstler an unheilbarem Muskelschwund. Beim Prozessauftakt wirkte Immendorff krank und musste von seinem Verteidiger gestützt werden.

Sollte Immendorff zu mehr als einem Jahr Haft verurteilt werden, würde er automatisch seinen Beamtenstatus als Professor der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf verlieren. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll Ende August fallen.

AP

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