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Auktion in New York: Elizabeth Taylors Nippes bringt Millionen ein

Wahre Bewunderung kennt keinen Preis. Das gilt besonders für Fans der Filmdiva Elizabeth Taylor, deren Nachlass dem Auktionshaus Christie's Traumerlöse beschert.

Eigentum definiert den Besitzer - nur so lässt sich der durchschlagende Erfolg der Liz-Taylor-Versteigerung des Auktionshauses Christie's in New York erklären. Ob kostbare Juwelen, prunkvolle Kleider oder persönliche Erinnerungsstücke - die Käufer des Nachlasses der im März dieses Jahres verstorbenen Filmdiva müssen gehofft haben, etwas vom Glanz ihrer Aura färbe durch die ersteigerten Stücke auf die Bewunderer ab.

Auf insgesamt 154,2 Millionen Dollar (rund 114 Millionen Euro) sind die Erlöse der viertägigen Versteigerung, die online erst am Samstagabend zu Ende geht, bereits gestiegen. Damit liegen die Einnahmen beim Siebenfachen des geschätzten Wertes.

Mit Kleidern und Juwelen auf Welttournee

Für diesen Auktionserfolg hatte Christie's aber auch ordentlich die Werbetrommel gerührt. Ab September schickte das Auktionshaus Taylors Besitz auf Welttournee. In Moskau, London, Paris, Dubai, Genf, Hongkong, Los Angeles und schließlich New York konnten Fans den Nachlass der Schauspielerin in Ausstellungen bewundern. Allein im Big Apple kamen 25.000 Besucher.

"Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich nicht berühmt war", soll La Liz einmal gesagt haben. Doch trotz Taylors unbestrittener Popularität hat die Auktion alle Erwartungen übertroffen. Einige Stücke wurden zu einem Vielfachen des Schätzwertes verkauft. Neue Rekorde setzte die Versteigerung beim Verkauf von Taylors Diamanten. Ein Rubin- und Diamantenhalsband mit einer antiken Perle ging für 11,8 Millionen Dollar (9,1 Millionen Euro) an einen Käufer, der anonym bleiben wollte. Es ist der höchste Preis, der je für ein Schmuckstück mit Perle gezahlt wurde. Die als "La Peregrina" bekannte Perle stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehörte zeitweise zu den spanischen Kronjuwelen.

Ein Diamant mit über 33 Karat und unschlagbarer Reinheit wurde für 8,8 Millionen Dollar (6,8 Millionen Euro) verkauft. Richard Burton, der mit Liz Taylor zweimal verheiratet war, hatte ihn für sie 1968 unter den Weihnachtsbaum gelegt.

Ein Vermögen für ein Michael-Jackson-Bild

Doch auch Souvenirs persönlicherer Natur kamen unter den Hammer. Ein Foto von Michael Jackson mit der Widmung "To My True Love, Elizabeth" war auf höchstens 3000 Dollar geschätzt worden - erzielt hatte es schließlich 146.500 Dollar. Noch teurer kam einen Käufer wahre Kunst zu stehen: Eine Zeichnung von Andy Warhol mit der Widmung "To Elizabeth a big kiss", die für 8000 Dollar im Katalog stand, wurde für 242.500 Dollar versteigert.

Hohe Preise erzielten außerdem Taylors Drehbuch-Exemplare für die Filme "Kleines Mädchen, großes Herz" aus dem Jahr 1944 (170.500 Dollar) und "Die Katze auf dem heißen Blechdach" von 1958 (104.500 Dollar). Zwei Regiestühle, einer mit dem Namen der Diva und einer mit dem ihres früheren Mannes Richard Burton, wurden für 88.900 Dollar versteigert. Der Schätzwert lag bei maximal 7000 Dollar.

Den Schätzwerten, so legt es eine Reportage der "New York Times" nahe, sollten Interessenten aber ohnehin nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Sie seien "lächerlich, fast schon pervers niedrig" und hätten lediglich den puren Materialwert der Stücke berücksichtigt. Sei's drum - für den Chef des Auktionshauses Christie's America, Marc Porter, beweist der Erfolg der Versteigerung die "Zuneigung, die die ganze Welt für Elizabeth Taylor empfand". Und wer weiß, vielleicht klebt ja doch noch das eine oder andere Stückchen Sternenstaub auf den Kostbarkeiten.

Mareike Rehberg, mit Agenturen