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"Es geht nur darum, mir wehzutun": Insolvenz, Diplomatenpass, Ehe: Boris Becker holt zum Rundumschlag aus

Boris Becker bezieht erneut Stellung zu den Vorwürfen, sein Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik sei gefälscht. Die Schuld an der Posse sieht der Ex-Tennisstar bei anderen. 

Boris Becker

Boris Becker bezieht Stellung zu den Vorwürfen, sein Diplomatenpass sei gefälscht. 

DPA

Nach dem Hin und Her um Boris Beckers Diplomatenstatus und den zugehörigen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik sieht der Ex-Tennisstar erneut Erklärungsbedarf. Mit der "Bild am Sonntag" sprach Becker ausführlich über sein Insolvenzverfahren und seine Zusammenarbeit mit der ZAR. 

Boris Becker und sein Diplomatenstatus

Den Vorwurf, er hätte seinen Diplomatenstatus nur angestrebt, um in seinem Insolvenzverfahren Immunität zu erlangen, weist Becker entschieden von sich. "Das eine hat mit dem anderen zunächst nichts zu tun. Und ich würde diesen Status auch in keiner Weise für einen positiveren Ausgang des Verfahrens einsetzen", sagt er der Zeitung. 

Dann wird der Leimener deutlicher, erklärt, wie es zu der Ernennung zum Diplomaten kam. "Ich wurde Anfang März vom Botschafter des Präsidenten Faustin Archange Touadera kontaktiert. Der Präsident wollte mich kennenlernen und hatte einige Ideen für mich. Dann habe ich ihn zuerst in Paris und dann noch einmal in Brüssel getroffen, wir haben uns lange unterhalten, wie ich Zentralafrika helfen könnte", erklärt er. "Als Attaché für Kultur, Sport und humanitäre Angelegenheiten. Das klang für mich interessant, weil ich familienbedingt etwas mehr Ahnung im Bezug auf Rassismus und Flüchtlinge habe als viele andere", sagt er. 

Was hat es mit seinem Diplomatenpass auf sich?

Der Diplomatenpass sei ihm Mitte April vom Botschafter übergeben worden, erklärt er. Dafür habe es auch Zeugen gegeben. Kurze Zeit später sei der Pass ins amerikanische Generalkonsulat geschickt worden, so dass Becker einen Diplomatenstempel für seine Reisen bekommen würde. 

"Ich kann nur davon ausgehen, dass alles rechtmäßig ist, wenn mein Diplomatenpass, der mir von der Botschaft ausgehändigt wurde, beim amerikanischen Konsulat liegt", wehrt sich Becker. "Mir vorzuwerfen, dass ich einen Pass gefälscht oder gekauft hätte, ist absurd! Ich wüsste gar nicht, wie das geht."

Dass er betrogen wurde und Leidtragender eines Konfliktes zwischen Außenminister und Präsident sein könnte, schließt Becker nicht aus. "Ich bin ja nicht schuld daran. Vielleicht wurde der Außenminister übergangen, aber dafür bin ich nicht verantwortlich", erklärt der dreifache Wimbledon-Sieger. 

Sein Insolvenzverfahren wurde verlängert

Und Becker erklärt im Interview auch, wieso sein Insolvenzverfahren in London nicht, wie erwartet, abgeschlossen, sondern bis Ende Juli verlängert wurde. "Fakt ist: Das Gericht hat 3,9 Millionen Euro festgesetzt, aber der Insolvenzverwalter will mehr Geld eintreiben und das Verfahren dadurch in die Länge ziehen", sagt er. "Bei einer schnellen Lösung würde er zunächst einmal weniger verdienen. Außerdem habe ich mit meinen Anwälten herausgefunden, dass die Kanzlei, die den Insolvenzverwalter vertritt, selbst Gesellschafter der englischen Privatbank ist, die von mir das Geld fordert." Für Becker bestehe da ein Interessenkonflikt. 

Derzeit läuft eine Versteigerung von Beckers wertvollsten Erinnerungsstücken und Memorabilien. Tennisschläger, Trophäen, alles kommt unter den Hammer. "Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge", sagt er. "Nächste Woche werden meine Anwälte in England eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Versteigerung zu stoppen."

Die Beziehung zu Noch-Ehefrau Lilly

Zu hundert Prozent vertrauen würde der 50-Jährige nur sich selbst, wie er im Interview zugibt. Doch auch nach der Trennung von Ehefrau Lilly Becker seien die beiden in regem Kontakt. "Wir haben erst gerade heute Morgen telefoniert. Natürlich bespreche ich das alles mit meiner Frau", erklärt er. 

"So sind wir Beckers! Ich bin ja eigentlich ein friedvoller Mensch, aber wer mich provoziert, wer mich oder meine Familie angreift, mit dem kämpfe ich. Und das erwarten auch alle, die Becker heißen", sagt er. 

Seine kämpferische Einstellung hat der Ex-Sportler nun einmal mehr bewiesen. 

Sehen Sie im Video: "Finanzdrama um Boris Becker: Seine Karriere, seine Frauen, seine Finanzen"

Lilly und Boris Becker
ls