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Ex-"Desperate Housewife" Nicollette Sheridan: Rückschlag für eine Verstoßene

Derbe Niederlage für den einstigen "Desperate Housewives"-Star Nicollette Sheridan vor Gericht in Los Angeles: Die Richterin lässt die Klage wegen angeblicher Angriffe gegen die Schauspielerin auf dem Set nicht länger zu.

Von Frank Siering, Los Angeles

Seit zwei Wochen bekriegen sie sich vor einem Gericht in Los Angeles: Der einstige "Desperate Housewives"-Star Nicollette Sheridan und der Erfinder der Show, Marc Cherry. Der, so Sheridan in der Klageschrift, habe die mittlerweile 48-Jährige auf dem Set "geschlagen". Ein Vorwurf, den Cherry im Zeugenstand zurückwies. Und der jetzt auch von Richterin Elizabeth Allen White als "unzureichend" abgeschmettert wurde.

Cherry zeigte sich mit der Entscheidung des Gerichts zufrieden. "Vor Ihnen steht ein sehr glücklicher Mensch", sagte er gegenüber Medienvertretern. Während der Verhandlung hatte der Erfinder der in dieser Saison auslaufenden Serie zugegeben, Sheridan "im Gesicht berührt zu haben". Allerdings sei das ein Teil einer Besprechung für eine Szene und keineswegs als Angriff gemeint gewesen. Er sei sogar so sensibel mit der Situation umgegangen, so Cherry vor Gericht, dass er im Anschluss an das Meeting zu Sheridan in den Set-Wohnwagen gegangen sei, um sicherzugehen, dass sie okay sei. "Wir haben uns umarmt." Die Welt schien - zumindest damals - wieder in Ordnung. Für Sheridan war sie das offensichtlich keineswegs. Kurz nach ihrer Entlassung besuchte sie einen Anwalt, um gegen ihre Arbeitgeber rechtlich vorzugehen.

Jetzt, da die Handgreiflichkeit vom Gericht abgeschmettert wurde, bleibt nur noch Sheridans Anschuldigung, sie sei 2009 aus der Hitserie "unrechtmäßig gefeuert" worden, nachdem sie sich über die Handgreiflichkeiten Cherrys beschwert hatte. Sheridan, deren Karriere seit der Entlassung steil bergab ging, verlangt sechs Millionen Dollar Schadenersatz. Cherry hatte während der Verhandlung kein Geheimnis daraus gemacht, die Entscheidung, Sheridans Charakter aus der Serie zu streichen, vor dem verhängnisvollen Meeting getroffen zu haben, bei dem es angeblich zu einer Handgreiflichkeit gekommen sein soll. Die beiden damaligen Bosse von Cherry, der ehemalige ABC Entertainment-Präsident Stephen McPherson und der Ex-Touchstone Boss Mark Pedowitz hätten dieser Entscheidung ihren Segen gegeben.

Die "Desperate Housewives" gehen in die letzte Runde

Nicollette Sheridan galt unter den "Hausfrauen" auf dem Set als die schwierigste. Sie habe, so bestätigte auch Macher Cherry, oftmals ihren Text vergessen, immer wieder das Drehbuch angezweifelt und andere Schauspiel-Kollegen kritisiert. Dem muss man gegenüberstellen, dass auch Cherry von Setmitarbeitern nicht unbedingt als "umgänglicher Zeitgenosse" beschrieben wurde. Er habe Lieblinge am Set gehabt und diese auch dementsprechend bevorzugt. Sheridan zählte nicht dazu.

Die Show "Desperate Housewives" läuft in den USA derzeit in der achten Staffel. Vor Beginn der Saison wurde angekündigt, dass die aktuellen Episoden die letzten sein sollen. Wie die Show enden wird, ist noch unbekannt. Aber schon jetzt steht - zumindest in den USA - fest, dass mindestens einer der Charaktere, der schon seit der ersten Staffel dabei war, den Serientod sterben muss. Ob auch einige der anderen Hauptdarsteller in den nächsten Folgen ins Gras beißen, bleibt zunächst das Geheimnis von Marc Cherry. Es sei denn, er plaudert bei seinem nächsten Auftritt vor Gericht. Das Millionenpublikum vor den TV-Bildschirmen wäre nicht unbedingt erfreut.

Frank Siering
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