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Ex-Star Petra Schürmann: Deutschlands "Miss World" ist vom Schicksal gezeichnet

Den Tod ihrer Tochter hat Petra Schürmann nie verwunden. Dabei hat das Leben der jetzt 70 gewordenen einstigen Miss World märchenhaft begonnen.

Diesen Schicksalsschlag hat Petra Schürmann bis heute nicht verwunden: Am 21. Juni 2001 stirbt ihre Tochter Alexandra durch einen Unfall mit einem Geisterfahrer auf der Autobahn von Salzburg nach München. Der tragische Tod ihres einziges Kindes veränderte das Leben der früheren Fernseh-Moderatorin radikal, noch immer leidet sie unter Sprachstörungen. Am 15. September wird sie 70 Jahre alt.

Dabei hat das Leben Petra Schürmanns, die als zweites von drei Kindern in einem streng katholischen Elternhaus aufwächst, fast märchenhaft begonnen. Kaum volljährig, nahm die inzwischen in München beheimatete Philosophie-Studentin 1956 mehr "aus Spaß" an einem Schönheitswettbewerb in Köln teil und wurde wenig später in London zur schönsten Frau der Welt gekürt. Mit dem Titel "Miss World" im Rücken und einem Cabriolet als Geschenk fuhr Petra Schürmann nun auf direktem Wege ins Scheinwerferlicht, wie es eine Zeitungs-Kolumnistin zum 60. Geburtstag formulierte.

Karriere beim Bayerischen Rundfunk

Der Bayerische Rundfunk wurde fortan ihre zweite Heimat. "Ich habe mich dort immer gut aufgehoben gefühlt", sagte Petra Schürmann, die wortgewandt und sympathisch als Ansagerin beim Bayerischen Fernsehen begann. Schon kurze Zeit später nutzten die Programm-Macher aus Freimann ihr Moderationstalent und ihre persönliche Ausstrahlung auch für Sendungen wie der "Samstagsclub" oder die Prominentenshow "Schlüsselloch". Bundesweit bekannt wurde die mit dem Arzt Gerhard Freund verheiratete Petra Schürmann mit Unterhaltungssendungen wie "Die goldenen Fünfziger" oder der Serie "Essen wie Gott in Deutschland".

Die glanzvollen Jahre mit ungezählten TV-Auftritten und noblen Festen bedeuten für die in Mönchengladbach geborene Schürmann nichts mehr. "Es ist still geworden um sie", sagt Heidi Kranz, die das Leben Petra Schürmanns porträtierte. "Freunde sind mir am wichtigsten", schreibt sie in einer SMS an die Regisseurin, "die Freunde sind ja da, trotz meines Nichtsprechenkönnens oder gerade deswegen - da trennt sich die Spreu vom Weizen. Will sagen: Es sind nicht mehr so viele." Doch die unterstützen den einstigen Liebling der Münchner Schickeria um so intensiver.

Trauerbewältigung mit Biografie

"Ich verlor Alexandra am 21. Juni 2001." Mit diesen Worten begann Petra Schürmann sich das Unfassbare von der Seele zu schreiben. Sie taucht in ihrem Buch "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr" ab in die Erinnerungen an ihr früheres Leben und an ihre über alles geliebte Tochter, die mit 34 Jahren in der Blüte ihres Lebens sterben musste. Noch heute schaut die Mutter von ihrer Villa über den Starnberger See zum Friedhof von Aufkirchen. Dort, nicht weit weg vom Grab von Heinz Rühmann, liegt ihr "Püppchen".

Hilmar Bahr, DPA / DPA