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Franz Beckenbauer: Ist alt werden doof? "Nein, ist es nicht"

Er sagt, er sei jetzt endlich erwachsen geworden. Wird ja auch höchste Zeit: Am Sonntag feiert Franz Beckenbauer seinen 60. Geburtstag. Ein Gespräch über Straßenkämpfe in Giesing, unnahbare Väter, seine Frauen und seine Kinder - und warum er heute einfach nicht mehr streiten mag.

Herr Beckenbauer, als Sie 50 wurden, sagten Sie auf die Frage, wen Sie noch kennen lernen wollten: mich selbst. Sind Sie einen Schritt weitergekommen in den letzten zehn Jahren?

Die Zeit hab ich gar nicht, mich irgendwann näher kennen zu lernen.

Denken Sie nie über sich nach?

Lohnt sich das, über mich nachzudenken? Ich glaube nicht. Was soll ich nachdenken? Es ist so schön mit der Familie, mit den Kindern. Die Vergangenheit, das ist vorbei. Klar, je älter du wirst, desto mehr blickst du zurück, weil ja auch die Spanne länger wird - und vorne wird's enger. Aber du kannst ja nicht ständig in der Vergangenheit leben.

Zwar passiert Ihnen das nie - aber wie würden Sie sich gegenüber einem Menschen beschreiben, der nichts von Ihnen weiß?

Ich würde mich dann als staunenden Betrachter dieser Welt bezeichnen. Wir sausen mit einer Stundengeschwindigkeit von 900 000 Kilometer durchs Weltall, zum Glück spürt man es nicht. Also bittschön, was ist jetzt da wichtig? Ob einer den Ball mit links geschlagen hat oder mit rechts, das ist völlig unwichtig. Zu genießen, zu verstehen, dass unser Leben einzigartig ist, das ist wichtig.

Ist Ihnen die Weltmeisterschaft egal?

Hinterm Mars interessiert keinen, ob eine WM hier stattfindet oder nicht.

Aber wir leben nicht hinterm Mars. Was bedeutet die WM für Deutschland?

Fußball ist ein Spiel und wird es auch immer bleiben. Lasst die Leute sich doch einmal freuen! Die Deutschen haben in den letzten Jahren nicht so viel Gelegenheit dazu gehabt. Lasst uns dieses Ereignis feiern - denn wir werden es in unserem Leben nicht mehr haben. Und für Deutschland ist das die Chance, sich der Welt zu präsentieren. Mehr geht nicht.

Wie weit muss die deutsche Mannschaft kommen, damit das Fest wirklich gelingt?

Halbfinale, Finale - das wäre schön. Für uns ist wichtig, dass man hinterher sagt: Die Deutschen waren gute Gastgeber. Dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt.

Sie sprechen im Plural, nie von sich selbst. Dabei sind Sie eine Art fleischgewordener Mercedes-Stern, der bekannteste lebende Deutsche.

Ob dies so stimmt, weiß ich nicht. Das hat man aus mir gemacht! Die Medien haben ihren Teil dazu beigetragen, und heute ist es noch schlimmer: Du bist ja kein Mensch mehr als Fußballprofi, sondern ein verfolgtes Objekt. Du kannst ja nirgendwo mehr hingehen! Was haben wir früher alles angestellt, und ihr auch - manchmal sogar zusammen! Oder?

Wir dachten, Sie hätten immer schön brav mit Gerd Müller im Doppelbett gelegen.

Immer.

Immer?

Na ja, manchmal hat sich jemand dazwischengelegt. Ist schon vorgekommen.

Stimmt es eigentlich, dass Ihre Eltern vor Ihrer Geburt auf ein Mädchen gehofft haben?

Mein Bruder war ja schon da, ein Mädchen wäre schön gewesen. So sollte es sein, aber aus der Franziska ist ein Franz geworden: ich.

Der Mamas Liebling ist.

Ich bin dem lieben Gott dankbar, dass er meine Mutter für mich ausgesucht hat - er hätte auch eine andere wählen können, irgendwo in Bangladesch oder in Äthiopien, wo es im Moment gerade brennt. Vor ein paar Wochen hat mich André Heller gefragt, was gewesen wäre, wenn ich in Magdeburg zur Welt gekommen wäre. Da hab ich gesagt: Ganz einfach, dann wäre ich mit Magdeburg Europacup-Sieger geworden. Aber in Bangladesch?

Ihre Kindheit im Nachkriegsdeutschland war auch eher ärmlich.

Aber sie war schön.

Sie sind zu acht in vier Zimmern in Giesing aufgewachsen, in einer "düsteren Gegend", wie Ihr Bruder Walter gesagt hat - "kein Licht im Treppenhaus, fließend Wasser und Toilette nur auf dem Gang".

Ja, ich habe mich immer gefürchtet. Damals hatten wir nur so Funzeln. Der Keller war grauenhaft, so ein Gewölbe, und überall Pfeiler, Pfeiler, Pfeiler, und hinter jedem Pfeiler waren natürlich mindestens drei Mörder, und es hat so geflackert, und wir haben Angst gehabt und sind nur gerannt. Da hab ich meine Schnelligkeit her. Aber in der Wohnung tobte das Leben. Ja, es war immer voll. Meine Großmutter lebte dort, und unsere Familie, und meine Tante, und ständig Besuch.

Sie waren nie allein?

Nie. Giesing war eine kinderreiche Gegend. Wir haben ja nicht in der Wohnung gelebt. Wir waren Straßenkinder. Und wir hatten das Glück, dass genau gegenüber vom Haus der Fußballplatz war. Wir haben nur Fußball gespielt.

Beckenbauer unterbricht kurz das Gespräch, um seinen Bruder Walter vorzustellen, der sich dazusetzt.

War Ihr Bruder eine Nervensäge?

Franz:

Das hätte ich nicht gedurft. Ich musste immer nett sein, ich bin ja vier Jahre jünger.

Walter:

Wir haben nie Probleme gehabt. Vor mir hat keiner Angst gehabt, dürr wie ich war. Nicht mal er. Und Riesen waren wir beide keine. Das war immer auch ein kleiner Überlebenskampf damals in Giesing. Da war schon viel los, viele Schlägereien. Entweder warst du stark, oder du warst schnell. Wir waren die Schnellsten in unserer Straße.

Franz:

In der Zeit hat es Straßenkämpfe gegeben. Untergiesing gegen Obergiesing, da ging's schon mit Zaunlatten zur Sache.

Walter:

Eltern suchten ihre Kinder und fanden sie unten in den Isarauen an Bäumen festgebunden.

Franz:

Heute kriegst nimmer mehr einen Parkplatz in Giesing.

Also eine arme, aber glückliche Kindheit?

Walter:

Die Armut, die haben wir gar nicht bemerkt.

Franz:

Alle waren gleich arm - wenn man das als Armut bezeichnen will. Wir haben nie gehungert, das war damals das Wichtigste. Wir haben auch nicht gefroren, wir hatten Kleidung, auch wenn sie zusammengeflickt war. Bittschön, man kann das doch nicht als Armut bezeichnen.

Wussten Sie, dass es jenseits von Giesing reichere Leute gab, und reichere Kinder?

Franz:

Nein, das gab's nicht. Wo hätten wir denn hinschauen sollen?

Nach Schwabing?

Walter:

Wir haben Richtung Ramersdorf geschaut, und die waren nicht besser dran. Also Franz, ich fahre jetzt heim und ruf die Mutter an. Servus.

Herr Beckenbauer, nerven Sie Ihre Kinder manchmal mit Anekdoten über Ihre entbehrungsreiche Jugend?

Die glauben sowieso nicht, dass wir kein fließendes Wasser hatten. Ich hatte damals einen Teddybären, sonst nix. Wenn ich jetzt heimgehe, da sind da die Francesca und der Joel, und du meinst, du bist beim Obletter, diesem Münchner Spielwarengeschäft. Und trotzdem: Wenn die Francesca irgendwas in der Hand hat, da geht er hin und nimmt ihr das weg. Sag ich zu ihm: Wenn du das noch einmal machst, dann kracht's! Tausend Spielsachen hat er, aber das, was sie in der Hand hat, das will er. Reine Schikane ist das!

Haben Sie teure Gelüste?

Nein. Autos? Ich hab einen Vertrag mit Audi, die Autos krieg ich gestellt. Kunstwerke gehören ins Museum, wo sie sich alle anschauen können. Oder soll ich die im Keller häufen, um sie vor Einbrechern zu schützen? Das hat der Künstler mit Sicherheit nicht gewollt. Was gibt's denn noch? Mir fällt nichts ein.

Können Sie sich einen 60-jährigen Versicherungskaufmann Franz Beckenbauer vorstellen? Denn das haben Sie doch gelernt.

Ob das die Erfüllung gewesen wäre? Wahrscheinlich nicht, Bürotätigkeit hat mir nicht gepasst, ich wollte immer raus. Vielleicht wäre ich eingegangen. Oder ich wäre Versicherungsvertreter geworden, das wäre was für mich gewesen.

Guten Tag, ich bin der Mann von der Allianz?

Ja, ich wäre von Tür zu Tür gegangen.

In den letzten Jahren haben Sie doch Klinken geputzt, für die WM.

Stimmt. Und zum ersten Mal in meinem Leben wollte ich was. Zuvor war es immer so, dass die Leute zu mir kamen und von mir was wollten. Jetzt musste ich da hin und werben, in eigener Sache.

Sie gelten als einer, dem alles gelingt, ohne dass Sie sich dafür anstrengen müssen. Ihre Leichtigkeit fasziniert die Menschen - und macht sie zugleich wahnsinnig.

Bitte keine emotionalen Ausbrüche.

Schottlands Ex-Teammanager Andy Roxburgh hat gesagt, Sie seien der einzige Mensch auf der Welt, der nach oben fiele, wenn er aus dem Fenster spränge.

Ich will es nicht probieren. Aber hat das nicht der Otto Rehhagel gesagt? Oder der Max Merkel? Jedenfalls: Ich hab Glück gehabt. Das brauchst du. Aber ohne Ehrgeiz hast du auch kein Glück. Kannst dich ja nicht hinsetzen und warten.

Die Therapeutin Monika Neubert hat Kinderzeichnungen von Ihnen analysiert: "Ein Mensch mit einem stabilen Ich. Aber ein Mensch, der dazu neigt, alles mit sich selbst auszumachen." Stimmen Sie dem zu?

Es stimmt schon, das Letztere - ich mach Probleme mit mir selbst aus.

Sie schütten niemandem Ihr Herz aus?

In geschäftlichen Dingen frage ich um Rat. Aber privat nicht.

Sie haben Ihren Manager Robert Schwan nie ersetzt?

Robert war einmalig. Der hat alles in sich vereint. Der war nicht nur mein Manager, der war ja mein Freund. Der hat ja alles für mich gemacht. Wenn eines meiner Kinder krank war, dann habe ich keinen Arzt angerufen, sondern ihn, damit er einen Arzt anruft. So ist das gegangen. Bis in die Privatsphäre hinein war er da. Sie werden jetzt sagen: Mein Gott, ist der Beckenbauer unselbstständig! Vor drei Jahren, als Robert gestorben ist, bin ich endlich erwachsen geworden.

Ihre erste Frau Brigitte hat mal gesagt, sie wisse nicht, ob sie gute Freunde hätten. Denn die würden sich erst bewähren, wenn es einem schlecht ginge. Ihnen dagegen sei es noch nie wirklich schlecht gegangen. Stimmt das?

Wann geht's dir schlecht? Wenn du krank bist, dann gehst du zum Doktor, wenn du Geld brauchst, dann gehst du zur Bank. Freundschaften sind für mich anders. Freunde, das sind Leute, mit denen ich lachen kann, mit denen ich mich wohl fühle, mit denen ich gerne zusammen bin. Ich hab sie doch nicht mit der Absicht, dass ich sie brauche, wenn es mir schlecht geht! Dann brauche ich sie gerade nicht!

Sie haben alle Kritiker hinter sich gelassen. Heute schreibt selbst die "Süddeutsche Zeitung": "Nie war er größer". Und der "Spiegel" findet, Sie seien "charmant, humorig, weltoffen, sympathisch". Was ist da passiert?

Ich versuche, nett zu den Menschen zu sein. Und das kommt auch zurück.

Ein Krach ist Ihnen zuwider?

Ich mag das nicht. Nicht mehr. Ich habe doch mein Leben lang gestritten, mit Spielern, gegen Spieler, mit dem Publikum, den Schiedsrichtern. Ich war sehr unangenehm. Jähzornig.

Ihr Biograf Torsten Körner zitiert Ihren Sohn Thomas mit den Worten: "Es bleibt alles so an der Oberfläche. Der Franz Beckenbauer ist nett, aber unnahbar."

Was heißt unnahbar? Meine Söhne haben alle ihr eigenes Leben, ihre eigenen Kinder. Der Thomas wird 42. Vielleicht ist es ja wirklich ein Versäumnis von mir, aber ich will mich in ihre Familien nicht einmischen. Außerdem sehen wir uns ja immer wieder. Gerade vor vier Wochen, bei der Taufe von Francesca. Und am 13. September schon wieder, da hat meine erste Frau Brigitte Geburtstag. Da feiern wir immer meinen nach und ihren mit.

Kommen da alle Ihre Kinder und alle Ihre Frauen?

Alle Frauen nicht. Nur Heidi und die Brigitte. Obwohl mich das überhaupt nicht stören würde, wenn alle kämen.

Es gibt das Gerücht, Sie würden zum sechsten Mal Vater.

Nichts dran, wirklich nicht. Zwei kleine Kinder, das ist ein Geschenk des Himmels. Bei den ersten drei, da war ich doch selber noch ein Kind. Das hat mich damals alles nicht so interessiert wie der Fußball. Heute lebe ich für meine Kinder.

Noch einmal Vater zu werden - war das das Hauptmotiv für ihre Trennung von Sybille?

Ja, es war wohl letztlich das Motiv. Es ist ja dadurch ein neues Leben auch für mich entstanden, ein viel intensiveres. Das Wachsein in der Nacht, wenn die Kleinen zahnen, ihren Atem zu spüren. Was gibt es Schöneres? Der Wunsch nach Kindern schlummerte wohl in mir.

Sie sind heute der bessere Vater?

Ja, ich hoffe. Obwohl nein, auch wieder nicht. Ich lasse ja alles mit mir machen.

Spielen Sie mit Ihrer Tochter Fußball?

Ohne Spaß: Wenn ich ihr den Ball zuspiele, haut die mit dem rechten Fuß zu. Joel nimmt den Ball in die Hand. Nicht in die Hand, sage ich. Am Ende wird der noch Torhüter. Das wäre die Höchststrafe. Bei Francesca siehst du schon die Anlage.

Beckenbauer - Fußballerin des Jahres: Wir denken schon an die Schlagzeilen.

Frauenfußball kann faszinierend sein. Aber jetzt bringen wir das Kind erst mal durch die Windelphase.

Wie war Ihr eigener Vater?

Die Mutter war ja unsere Bezugsperson. Der Vater war in Ordnung, aber er ist sich selbst oft im Weg gestanden. Die Freude, die konnte er gar nicht zeigen. Es war halt sein Charakter.

Sie haben einmal über den Tod Ihres Vaters gesagt: "Es ist einer der ganz wenigen Momente in meinem Leben, die mir in Erinnerung bleiben werden."

Es kommen dir tausend Gedanken. Wäre es nicht gescheiter gewesen, intensiver mit deinem Vater gelebt zu haben? So wie mit der Mutter?

War Ihr Vater der Einzige, der Sie nicht bewunderte?

Der Vater konnte aus sich nicht heraus. Du hast gemerkt, der ist stolz, irgendwie, aber dir das direkt mitzuteilen, das tat er nicht. Er war halt so. Nur ein Beispiel: Als ich nach einem 16:0 nach Hause kam, ich hatte zehn Tore geschossen, da fragte er nicht: Wie viele Tore hast du geschossen? Sondern: Gegen welches Altersheim habt ihr denn gespielt? Das war halt seine Art der Anerkennung. Schwer zu verstehen.

Ein Freund von Ihnen hat gesagt, im Grunde seines Herzens ist der Franz faul und sitzt am liebsten gemütlich zu Hause.

Faul rumsitzen hat mir nie gelegen.

Aber Sie haben es gerne, wenn es um Sie herum gemütlich zugeht.

Ja, ich bin schon harmoniebedürftig. Das Ziel des Menschen ist es ja, anständig zu werden. Ich bin auf dem Weg dahin. Ich attackiere andere nicht mehr so schnell, bin diplomatischer geworden.

1968 waren Sie 23, Vater von drei Söhnen, berufstätig und lebten im Eigenheim. Andere sind damals nach Indien getrampt, haben studiert oder demonstriert oder beides. Haben Sie etwas versäumt?

Die Zeit der Studentenrevolte habe ich registriert, mehr nicht. Gegen was hätte ich denn protestieren sollen? Ich habe doch alles gehabt. Nein, das ist alles an mir vorbeigegangen. Ich war glücklich mit dem Fußball. Wir hatten doch ein schönes Leben. 1966, da war ich 21, waren wir mit der Nationalelf in Südamerika, das war faszinierend. Du flogst vom Winter in den Sommer. Buenos Aires, eine wunderschöne Stadt. Bitte schön, was hätte ich denn vermissen sollen: Gitarre spielen auf einer griechischen Insel?

Seit Sie vier Jahre alt sind, geht es bei Ihnen nur um Fußball. Was passiert nach der WM?

Bergsteigen. Ich gehe auf den Berg.

Aber danach Präsident des europäischen Fußballverbandes? Oder vielleicht sogar des Weltverbandes Fifa?

Ich habe gesagt, ich sei interessiert, die Nachfolge von Lennart Johannson bei der Uefa anzutreten, wenn er einmal sein Amt zur Verfügung stellt. Die Fifa steht nicht zur Diskussion, denn Sepp Blatter wird 2007 noch einmal antreten. Außerdem ist das für mich nicht so interessant. Da musst du alle Inseln dieser Welt bereisen. Die kenne ich jetzt schon.

Sie haben mal gesagt, Sie möchten bewusst sterben, mit Schmerzen, um den Prozess zu erleben.

Mit Knall und Fall möchte ich mich nicht verabschieden, aber vielleicht doch ohne Schmerzen. Aber bewusst soll es schon sein. Du musst dich ja vorbereiten.

Dazu haben Sie ja noch Zeit. Ihre Mutter ist 92.

Ja, aber ich geh nach dem Vater. Ich habe die Erblasten, die Nierensteine beispielsweise. Alles väterlicherseits. Die Mutter hat überhaupt nix. Nicht einen Stein, und ich habe jedes Jahr ein paar. Mein Vater ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Der Arzt hat damals zu mir gesagt, neun Monate, Herr Beckenbauer. Und genauso war es. Neun Monate.

Alt werden ist doof.

Nein, ist es nicht. Man muss sich nur darauf einstellen. In Bewegung bleiben, auf die Ernährung achten, dann geht das.

Und Creme ins Gesicht schmieren?

Sowieso. "La Prairie" und "La Mer". Schon lange.

Für die werben Sie doch gar nicht.

Gewiss nicht.

Wird man milder im Alter?

Ja, man ist wohlwollender im Umgang mit den Fehlern der Spieler. Man sagt, na gut, jetzt hat er halt mal am leeren Tor vorbeigeschossen - der Blinde.

Stefanie Rosenkranz, Michael Stoessinger / print