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Hochzeit von Kate und William: Blumen aus Sachsen für die Queen

Angela Merkel hatte keine Zeit zum Hochzeit gucken, ein Sachse war der Blumenlieferant des königlichen Hutes und die Schleppe der Braut war mehrere Meter kürzer als üblich - Randaspekte der Hochzeit des Jahres.

Protokoll zweier Küsschen

Das war wohl nix: Der langersehnte Hochzeitkuss von Prinz William und Herzogin Catherine wurde zum schüchternen Küsschen. Zweimal berührten sich die Lippen der beiden Brautleute auf dem festlich geschmückten Balkon des Buckingham Palastes - jedoch jeweils nur für einen Bruchteil von Sekunden. Der erste Kuss dauerte nach dpa-Messung etwa 0,7 Sekunden, der zweite 1,1 Sekunden - immerhin waren beide Küsse länger als der Hochzeitskuss von Prinz Charles und Prinzessinnen Diana im Jahr 1981. Im Vergleich: Mit rund 5,3 Sekunden küsste sich keiner vor laufenden Kameras so lang wie Willem Alexander und Maxima. Charles und Diana drückten dagegen nur ganze 0,4 Sekunden ihre Lippen aufeinander.

Renaissance des Lockenstabes

Der Londoner Promi-Friseur Andrew Barton hat die Frisur von Kate bei ihrer Hochzeit mit Prinz William als "Tod für das Glätteisen" bezeichnet. Stattdessen bedeute die Frisur eine "Renaissance des Lockenstabes", sagte Barton, der in Großbritannien als "Friseur der Friseure" angesehen wird. "Ich weiß genau, dass "Sie" genau wie Kate aussehen will", sagte er. "(Kates Schwester) Pippa hatte die Haare ganz genauso und beide Frisuren sind mit einem Lockenstab gemacht", sagte der Star-Figaro. Auf die Frage, warum er glaube, dass Kate keine Hochsteckfrisur getragen habe, sagte Barton: "William liebt ihre langen Haare. Und sie wollte, dass er ihren Stil wiedererkennt, wenn sie ihm aus dem Kirchgang entgegenkommt".

Herkunft von Blumenschmuck

Queen Elizabeth II. hat sich mit Hutschmuck aus Ostsachsen präsentiert. Die Kunstblüten auf ihrer sonnengelben Kopfbedeckung sind eine Kreation aus der Kunstblumenmanufaktur Steyer im sächsischen Arnsdorf. "Sie sind schon relativ alt", sagte Blumenmacher Gerald Steyer. Taufrisch waren die Kunstblumen wirklich nicht, wie Steyer verriet: Die Hutmacherin der Queen, Rachel Trevor-Morgan, hatte die gelben Blüten bereits vor einigen Jahren geordert. "Wir freuen uns natürlich", sagte Steyer. "Aber eigentlich hatten wir erwartet, dass Camilla etwas von uns trägt." Denn erst vor wenigen Wochen hatten die königlichen Designer 80 neue Kreationen aus Sachsen erhalten. Der kleine Betrieb in der Nähe von Dresden beliefert die königlichen Hutmacher seit mehr als 30 Jahren mit blumigen Accessoires. Wofür die Stücke schließlich verwendet werden, erfährt der Hersteller aber erst im Nachhinein.

Verbleib eines Brautstraußes

Der Brautstrauß von Herzogin Catherine wird nicht unters Volk geworfen, sondern landet auf einem Grabmal in Westminster Abbey. Das sei ganz in der Linie der königlichen Tradition, teilte Clarence House mit. Bei dem Grab handelt es sich um das "Grabmal des unbekannten Soldaten" (Tomb of the Unknown Warrior), ein symbolisches Denkmal für die gefallenen Soldaten der britischen Streitkräfte.

Aussage eines Braustraußes

Kate Middleton, jetzige Herzogin von Cambridge, hat ihrem frisch angetrauten Ehemann auch mit ihrem Brautstrauß eine Liebeserklärung gemacht. Neben Maiglöckchen, Hyazinthen und Efeu bestand das Bouquet aus Bartnelken - auf Englisch "sweet William", also "süßer William" genannt. Die Tradition will es, dass der Strauß auch einen Myrtezweig von einem Busch enthielt, den Queen Victoria im Jahr 1845 auf der Isle of Wight gepflanzt hatte.

Kürze einer Schleppe

Die Schleppe des Brautkleides von Herzogin Catherine ist 2,70 Meter lang und damit erheblich kürzer als die von Prinzessin Diana, der Mutter ihres Ehemannes Prinz William. Das Brautkleid von Lady Di maß bei deren Hochzeit mit Prinz Charles im Jahr 1981 stolze 7,62 Meter. Auch die Brautkleider bei anderen königlichen Hochzeiten der jüngeren Vergangenheit waren deutlich länger - nämlich oft zwischen 4,5 und 6,0 Metern.

Gebrauchtes von der Königin

Kate hat zu ihrer Hochzeit ein Diadem getragen, das ihr Queen Elizabeth II. geliehen hat. Das Schmuckstück wurde 1936 bei Cartier gefertigt. Es wurde vom Vater der Queen, dem späteren König Georg VI., für seine Ehefrau - später als "Queen Mum" bekannt, gekauft. "Queen Mum" schenkte es ihrer Tochter Elizabeth zum 18. Geburtstag. Das Diadem ist das "Geborgte", das die Braut einer alten Tradition zufolge tragen soll - neben etwas Neuem, etwas Altem und etwas Blauem.

Arbeit für die Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich ziemlich immun gegen das weltweit grassierende royale Hochzeitsfieber. Die Kanzlerin habe am Freitag andere Termine und werde bei der Traumhochzeit von Prinz William und Kate Middleton "wahrscheinlich nicht live zuschauen können", verriet ihr Sprecher Steffen Seibert. Dass die Kanzlerin dass Ereignis völlig ignorieren werde, glaube er aber nicht. Merkel werde es sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt "schaffen, die schönsten Bilder zu sehen". "Man kann sich sowas nicht richtig gut erzählen lassen, man muss es schon sehen", fügte der frühere TV-Journalist Seibert hinzu. Merkel werde sich "wie Millionen Deutsche, die das heute sehen, mit diesem Paar freuen und ihm viel Glück wünschen".

nik/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters