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US-Fußballerin Hope Solo: "Sepp Blatter hat mir an den Arsch gefasst"

US-Fußballerin Hope Solo hat den ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter der sexuellen Belästigung beschuldigt. Der 81-Jährige soll sie bei einer Preisverleihung an den Hintern gepackt haben.

Hope Solo und Sepp Blatter

Hope Solo und Sepp Blatter bei der Vergabe des Ballon d'Or 2013 in Zürich

Die US-Fußballerin Hope Solo hat dem ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter vorgeworfen, sie am Hintern begrapscht zu haben. "Sepp Blatter hat mir an den Arsch gefasst", sagte die 36-jährige Ex-Torhüterin der portugiesischen Zeitung "Expresso" in einem Interview. Der Vorfall habe sich bei der Ballon-d'Or-Gala 2013 in Zürich ereignet, bevor sie mit Blatter auf die Bühne gegangen sei, um den Preis an die damalige Fußballspielerin des Jahres, Abby Wambach, zu übergeben.

Auf die Frage, ob sie nach dem Vorfall zu Rede gestellt habe, antwortete Solo: "Ich war gerade auf dem Weg zur Bühne, ich war nervös vor der Präsentation. Danach habe ich ihn nicht mehr gesehen, was sehr ärgerlich war. Ich konnte ihm nicht sagen: 'Fassen Sie mich bloß nie wieder an!' Denn so regele ich die Dinge normalerweise, in dem ich direkt darüber spreche."

Sepp Blatter spricht von "lächerlichen Behauptungen"

Blatter wies die Vorwürfe über seinen Sprecher zurück. "Diese Behauptung ist lächerlich", ließ der 81-Jährige auf Anfrage des britischen "Guardian" ausrichten.

In dem Interview sagte , dass sexuelle Belästigung durch männliche Funktionäre ein verbreitetes Problem im Frauenfußball sei. "Es passiert nicht nur in Hollywood." Sie wünsche sich, dass noch mehr Sportlerinnen öffentlich über ihre Erlebnisse redeten. "Einige dieser Leute arbeiten immer noch da, und einige, die sich etwas zuschulden kommen ließen, haben an ihrem Verhalten nichts geändert." Sie habe im Laufe ihrer gesamten Karriere immer wieder negative Erfahrungen gemacht, sagte Solo.

Auch, dass viele junge Sportlerinnen eine Beziehung oder eine Ehe mit dem Trainer, Mannschaftsarzt oder Pressereferenten eingingen, halte sie für falsch. "Das sollte ein Trainer nicht machen", sagte die 36-Jährige. Und sie ermahnte, dass sexuelle Belästigung überall stattfinden würde, auch zwischen Frauen. "Wir konzentrieren uns immer auf die einflussreichen, weißen Männer, weil sie wahrscheinlich in der Mehrzahl sind, aber es kann überall passieren. Ich habe es erlebt."

jum

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