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Wegen "Vogue"-Cover: "Ihr Ego ist außer Kontrolle": Wie die britische Presse zum Rundumschlag gegen Meghan ausholt

Herzogin Meghan hat als Gast-Chefredakteurin die September-Ausgabe der britischen "Vogue" mitgestaltet und darin Frauen geehrt, die die Welt verändern. Teile der britischen Presse sehen darin einen Affront – und beschimpfen die Amerikanerin.

Meghan Markle Vogue

Meghan Markle will die Dinge als Herzogin von Sussex anders angehen als ihre royalen Vorgängerinnen. Statt politisch neutral zu bleiben - wie es für Mitglieder des Königshauses Pflicht ist -, hat sie sich mit ihrem "Vogue"-Cover ganz eindeutig politisch positioniert. Neben einem Interview mit Michelle Obama ehrt sie in dem Heft diverse Frauen, die für sie "Kräfte des Wandels" sind. Trump-Gegnerinnen sind darunter, ausgesprochene Brexit-Gegnerinnen, Muslimas, Feministinnen und eine liberale Politikerin. 

Meghan Markle und die "Vogue": Britische Presse holt zum Rundumschlag aus

Nach Veröffentlichung ihres Titelbildes überschlagen sich britische Journalisten mit zum größten Teil negativen Kommentaren über die Herzogin. Piers Morgan zum Beispiel, Brexit-Befürworter, Trump-Sympathisant und frauenfeindlicher Populist, nutzt seine Stimme in der "Daily Mail", um über die 37-Jährige herzuziehen. "Als B-Klasse-Schauspielerin hat sie sich wahrscheinlich ihr ganzes Erwachsenenleben danach gesehnt, ein 'Vogue'-Star zu sein", ätzt er. "Ich bin sicher, dass das Einzige, was wir alle im Moment am meisten auf der Welt brauchen, eine sagenhaft reiche und privilegierte Prinzessin ist, die uns aus ihrem mit Dienern beladenen Königsquartier heraus über das Privileg belehrt." Meghans Ego sei "außer Kontrolle", wütet Morgan.

Einen ähnlichen Ton schlägt die britische Zeitschrift "The Sun" an. Dan Wootton schreibt dort, die "Vogue" sei so weit weg von der britischen Arbeiterklasse wie es überhaupt geht. "Meghan will ja so verzweifelt wie ein Royal behandelt werden, während sie sich genau wie eine privilegierte Berühmtheit verhält", schreibt er. Die Herzogin könne "nicht beides haben". Die Queen selbst halte das "Vogue"-Cover mit Sicherheit nicht für eine "clevere Idee", will der Journalist wissen. 

Es gibt auch andere Stimmen

Doch nicht alle britischen Journalisten halten Meghans "Vogue"-Arbeit für gescheitert. "Es ist wichtig, dass Migranten, Künstler, Models, Politiker, Farbige, Schauspieler, Menschenrechtsaktivisten und Kämpfer schwarz auf weiß fotografiert auf dem Cover einer Zeitschrift zu sehen sind, die man fast überall finden kann", schreibt "Guardian"-Autorin Nell Frizzell und findet lobende Worte für die Frau von Prinz Harry. 

Es ist wenig überraschend, dass besonders die "Daily Mail" und die "Sun" gegen die amerikanische Herzogin wettern. Seit Monaten schon beschweren sie sich lautstark über die Art und Weise, wie Meghan und Harry mit der Öffentlichkeit umgehen. Was dahinter steckt und wieso Meghan zum Feindbild der Blätter geworden ist, können Sie hier nachlesen. 

Quellen: "Daily Mail" / "The Sun" / "Guardian"

ls