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Interview

Moderatorin Nina Bott: "Ich hatte eine Fehlgeburt. Darüber zu reden, hat mir sehr geholfen"

Ihre Karriere begann bei "GZSZ", inzwischen ist Nina Bott Moderatorin und bald dreifache Mutter. Ein Gespräch über ihre schwere Jugend, den Spagat zwischen Kindern und Karriere und Kontroversen beim Thema Erziehung.

Moderatorin Nina Bott

Moderatorin Nina Bott

Picture Alliance

Frau Bott, Sie haben bereits einen 14-jährigen Sohn und eine fast dreijährige Tochter. Nun wächst Ihre Familie erneut: Sie sind mit dem dritten Kind schwanger.

Wir freuen uns alle sehr. Ich hatte im vergangenen Jahr eine Fehlgeburt, umso glücklicher sind wir nun, dass es erneut geklappt hat. Stichtag ist Ende Januar. Bisher wissen wir noch nicht, was es wird.

Eine Fehlgeburt ist für viele Frauen eine traumatische Erfahrung. Wie haben Sie das verarbeitet?

Die Fehlgeburt war so früh, lange bevor das Herz angefangen hat zu schlagen. Das hat mir sehr geholfen, zu wissen, dass es nicht aufgehört, sondern gar nicht erst angefangen hat. Ich habe viel mit Freunden und meiner Familie darüber geredet, das tat mir gut. Aber das kann man nicht verallgemeinern. Es gibt zahlreiche Frauen, die versuchen jahrelang schwanger zu werden, und erleiden mehrere Fehlgeburten. Für die ist die Situation natürlich viel schwieriger. Für mich ist es einfacher, weil ich bereits zwei gesunde Kinder habe. Ich hätte auch sagen können, dann soll es eben nicht sein. Aber jetzt hat es nochmal geklappt und ich freue mich total.

Wie haben Ihre beiden Kinder auf die Nachricht reagiert, dass sie ein Geschwisterchen bekommen?

Der Große kennt das ja schon, der hat das alles schon einmal miterlebt. Beide waren bereits mehrfach mit zum Ultraschall. Meine Tochter ist total aufgeregt. Sie fragt jeden Tag, wann das Baby endlich kommt. Wenn das Kind dann da ist, begreift sie wahrscheinlich erst, was das bedeutet, auch für sie. Aber da müssen ja alle durch, die Geschwister haben.

Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer einfach. Wie managen Sie Ihren Alltag?

Ich habe Gott sei Dank ein super Netzwerk. Die Mutter meines Freundes unterstützt uns sehr viel. Und auch die Mutter meines Ex-Freundes. Mein Sohn ist auch regelmäßig bei seinem Vater. Wir verstehen uns alle gut und das läuft prima. Meine Tochter geht inzwischen stundenweise in die Kita, manchmal nehme ich sie aber auch mit, wenn ich verreise. Ich bin da relativ entspannt. Ich habe auch Kinder, die das gut mitmachen. Wenn's mal stressig wird, versuche ich, dass die Kinder das nicht mitkriegen. Meine Familie ist ein schöner Ausgleich zu meinem Job vor der Kamera und umgekehrt. Wenn ich in Köln zum Dreh war, freue ich mich wieder wahnsinnig auf meine Kinder. Zehn bis zwölf Tage im Monat stehe ich für "Prominent" vor der Kamera. Ich habe danach oft mehrere Tage am Stück frei und kann mich Vollzeit um meine Kinder kümmern.

Wie lange planen Sie noch zu arbeiten, bevor es in Elternzeit geht?

Ich denke, dass ich bis zur Weihnachtspause vor der Kamera stehen werde. Zumindest bei den anderen beiden Kindern ging es mir bis zuletzt richtig gut.

Sie selbst hatten keine einfache Kindheit und haben Ihre Eltern früh verloren.

Meine Mama hatte Depressionen, Essstörungen und ein Alkoholproblem. Sie ist an meinem 27. Geburtstag gestorben. Sechs Jahre später habe ich meinen Vater durch Lungenkrebs verloren. Trotz dieser schwierigen Umstände haben meine Eltern meinem Bruder und mir immer vermittelt, dass sie uns über alles lieben und immer für uns da sind, so gut sie es eben konnten. Das hat den Familienzusammenhalt total gestärkt. Es war für mich total normal, dass ich schon in jungen Jahren mit anpacken und mich um vieles selbständig kümmern musste. Ich habe meiner Mama das nie übelgenommen, weil ich ja wusste, dass sie krank ist.

Viele Prominente vermeiden es, das Gesicht ihrer Kinder in der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie präsentieren Ihre Tochter Luna jedoch regelmäßig bei Instagram, für Ihren Blog, als Kindermodel. Warum haben Sie diese Entscheidung getroffen?

Es gibt nichts Schöneres als die eigenen Kinder, ich glaube, das sehen alle Mütter so. Irgendwann gab es diesen Moment, wo ich mir gesagt habe: Wer an die Fotos kommen will, der kommt da auch ran. Für Luna ist das alles sehr spielerisch. Wenn ich mit ihr backe und ein Foto mache, dann geschieht das ganz nebenbei. Kinder sind unser Alltag, sie geben uns Lebensfreude - da wäre es doch schade, wenn die Welt ohne Kinderlachen wäre. Ich mache mir da ehrlich gesagt wenig Sorgen.

Ihr Sohn Lennox ist jetzt 14. Wie findet er es, dass er in Ihrem Blog vorkommt?

Seit mein Sohn in der Schule ist, veröffentliche ich keine Fotos mehr, auf denen sein Gesicht frontal zu sehen, weil ich nicht will, dass er darauf angesprochen wird. Ich frage ihn auch, ob er im Blog vorkommen möchte oder nicht. Bisher findet er es ganz nett, weil er so sein Taschengeld aufbessern kann oder das Geld kommt zum Sparen auf sein Konto. Ich denke, dass wir Luna auch nicht mehr zeigen werden, wenn sie in die Schule kommt.

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie Erziehungsmethoden. Sind Sie als Mutter bereits angefeindet worden?

Ich bin noch nie wirklich angegriffen oder beschimpft worden. Ich bin sehr authentisch und mit mir kann man über alles reden, vielleicht ecke ich deshalb nicht so sehr an. Ich glaube nicht, dass man streng bestimmte Erziehungsregeln befolgen muss, sondern, dass Kinder am meisten lernen, wenn man ihnen zeigt, wie man sich verhalten sollte und ihnen das vorlebt. Ich finde es auch gut, dass es verschiedene Meinungen gibt, sehe das aber eher als Austausch und wichtige Diskussion.

Für ein neues Projekt haben Sie sich von dem Fahrdienst Uber in Ihrem Alltag begleiten lassen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Ich kannte den Service bereits aus New York und war begeistert. Seitdem nutze ich ihn privat und  beruflich, wenn ich in München oder Berlin unterwegs bin. 

Uber hat in Deutschland nach wie vor ein schlechtes Image. Das Unternehmen hat kaum Frauen in Führungspositionen, das Betriebsklima wird als sexistisch und homophob beschrieben. Ist das für Sie kein Problem?

Ich kann nur aus meiner Sicht als Fahrgast sprechen und da habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Natürlich habe ich mich aber im Vorfeld über Uber erkundigt und auch zu diesen Themen mit dem Unternehmen ausgetauscht. Unter dem neuen CEO hat sich im letzten Jahr sehr vieles zum Positiven verändert - diesen Wandel finde ich gut.