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Caroline Beil bei "6 Mütter": "Wir haben nichts verbrochen - lediglich ein Kind bekommen"

Caroline Beil ist eine von "6 Müttern" in der gleichnamigen Vox-Sendung. Die Moderatorin wurde mit 50 Jahren erneut Mutter und musste öffentlich Kritik einstecken. Im Gespräch mit dem stern verrät sie, ob der Shitstorm sie getroffen hat.

Mutter mit 50: Wie "6 Mütter"-Star Caroline Beil den Shitstorm erlebte

Frau Beil, Sie haben sich für die Vox-Sendung "6 " vor und nach der Geburt Ihrer Tochter Ava in diesem Sommer begleiten lassen. Wie war es, mehrere Monate Kamerateams bei sich zu Hause zu haben?
Der erste Dreh war etwas ungewohnt, da wir alle gar nicht so genau wussten, was wir vor der Kamera sagen und machen sollten. Aber dieses Gefühl ist total schnell verflogen. Später haben wir die Kamerateams gar nicht mehr wahrgenommen. Es gab klare Ansagen, wo gefilmt werden durfte. Unser Schlafzimmer war tabu. Und mein achtjähriger Sohn David wird nicht vor der Kamera zu sehen sein, weil sein Vater das nicht wollte.

Caroline Beil

Caroline Beil mit ihrem Verlobten Philipp Sattler und der gemeinsamen Tochter Ava

Die Tatsache, dass sie mit 50 Jahren zum zweiten Mal Mutter geworden sind, hat hierzulande für einen regelrechten Shitstorm gesorgt. Ute Lemper, die ebenfalls bei "6 Mütter" auftritt, hat mit 48 Jahren ihr viertes Kind bekommen. Sie lebt in New York und dort interessiert das niemanden. Glauben Sie, dass später Mutterschaft vor allem in Deutschland noch ein Tabuthema ist?
Es liegt ja ein bisschen in der Natur der Deutschen immer zu meckern und Menschen in Schubladen zu stecken. Aber ich glaube, dass es in zehn bis 20 Jahren viel normaler sein wird, dass Frauen später Kinder bekommen, weil die moderne Medizin dazu in der Lage ist und sich auch die Lebensumstände vieler Frauen geändert haben. Ich selbst fühle mich fit und bin voller Energie. Aber ich kann es durchaus verstehen, dass es für manche Menschen unbegreiflich ist, mit 50 Jahren noch ein Kind zu bekommen. Was ich allerdings nicht verstehen kann, ist der aggressive Ton mit dem einige Menschen meine Schwangerschaft kommentiert haben.

Hat Sie die Kritik verletzt?
Ja. Wir haben ja nichts verbrochen, sondern uns lediglich entschieden, ein Kind zu bekommen. Deutschland hat eh zu wenige und unsere Tochter wird sicher eine tolle Zukunft haben und nicht von Hartz IV leben müssen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Themen wie Kinder, Stillen oder auch Erziehung höchst emotional besetzt sind. Da geraten viele Menschen regelrecht in Wallung und haben eine ziemlich starre Meinung, an der sie nicht rütteln wollen.

Wie hat Ihr Sohn reagiert, als er erfahren hat, dass er ein Geschwisterchen bekommt?

Er konnte es gar nicht glauben. Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt und gesagt: "Unsere kleine Familie wird größer." Da dachte er zunächst wir schaffen uns einen Hund oder eine Katze an. Dass wir noch ein Baby bekommen, kam ihm überhaupt nicht in den Sinn, obwohl er immer mal wieder gesagt hat, dass er gern einen Bruder oder eine Schwester hätte. Mittlerweile ist er ganz verliebt und stolz auf Ava.

Wie organisieren Sie Ihren Alltag mit einem Säugling und einem Schulkind?
Ohne Hilfe ginge das nicht. Wir haben ein Au-pair Mädchen, das mich tatkräftig unterstützt. Und ich habe das Glück, dass mein Mann nur drei Tage in der Woche in seiner Zahnarztpraxis in Nordrhein-Westfalen arbeitet. Den Rest der Woche verbringt er bei uns in Berlin und übernimmt dann ebenso wie ich alle Aufgaben im Haushalt und bei der Kinderbetreuung.

Für viel Wirbel sorgte ein Instagram-Beitrag, in dem Sie geschildert haben, dass Sie gemeinsam mit Ihrer Tochter zu einem beruflichen Termin nach Köln geflogen sind und dann das Gepäck verloren ging. Wie regeln Sie mittlerweile die Betreuung, wenn Sie arbeiten?
Nach dieser Erfahrung im Sommer bleibt Ava nun lieber bei ihrem Vater, wenn ich für kurze Drehs unterwegs bin. Das ist für alle entspannter. Wenn ich allerdings für mehrere Tage verreisen muss, nehme ich sie mit und dann ist auch entweder mein Mann oder unser Au-pair Mädchen dabei.

Bei der Geburt Ihres Sohnes waren Sie 42 Jahre alt, Ihre Tochter haben Sie mit 50 bekommen. Wünschen Sie sich manchmal, Sie wären jünger geworden?
Wenn ich gewusst hätte, wie schön es ist, Mutter zu sein, dann hätte ich früher Kinder bekommen. Aber jetzt kann ich es eh nicht mehr ändern und es ist alles super so, wie es ist.

"6 Mütter" läuft immer dienstags um 20.15 Uhr bei Vox