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Mohamed al Fayed: "Prinz Philip ist ein Nazi"

Seine Mord- und Verschwörungstheorien um den Tod von Prinzessin Diana sind nicht Neues: Mohamed Al Fayed hat seine Anschuldigen vor Gericht wiederholt. Doch statt Beweise zu liefern, beschimpfte er die Mitglieder des britischen Königshauses aufs Übelste.

Mehr als zehn Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana und ihrem ägyptischen Freund Dodi al Fayed hat dessen Vater das britische Königshaus vor Gericht des Mordes beschuldigt. Bei der Anhörung beschimpfte der Millionär Mohammed al Fayed am Montag in London den Ehemann der Queen, Prinz Philip, als "Nazi" und "Rassisten". Philips wirklicher Nachname sei "Frankenstein", polterte der Besitzer des Londoner Luxuskaufhauses Harrods. Al Fayed erhebt die Vorwürfe schon seit Jahren, äußerte seine ganz persönliche Verschwörungstheorie jetzt erstmals im Zeugenstand.

"Prinzessin Diana sagte mir, dass Prinz Philip und Prinz Charles sie loswerden wollten", erklärte al Fayed bei der mit Spannung erwarteten Verhandlung. Das Königshaus habe nicht hinnehmen wollen, dass Diana seinen Sohn Dodi heirate und damit ein Muslim zum Stiefvater von Prinz William werde, dem künftigen König Großbritanniens. In einer schriftlichen Erklärung betonte al Fayed, er habe "keinerlei Zweifel, dass mein Sohn und Prinzessin Diana auf Weisung von Prinz Philip, des Herzogs von Edinburgh, durch den britischen Geheimdienst ermordet wurde".

Al Fayed glaubt an die Verwicklung von Geheimdiensten

Auf die Frage des leitenden Anwalts der Ermittlung, Ian Burnett, ob er bei dieser schweren Anschuldigung bleibe, antwortete al Fayed mit einem lauten "Yes!". Er fügte hinzu, dass auch die amerikanische CIA und französische Geheimdienstler in das angebliche Komplott verwickelt gewesen seien. So sei der Fahrer des Wagens, mit dem Diana und Dodi am 31. August 1997 in Paris den Tod fanden, ein bezahlter Informant und Befehlsempfänger der Geheimdienste aller drei Länder gewesen.

Obendrein seien französische und britische Geheimdienstler unter den Rettungskräften gewesen und hätten für Verzögerungen gesorgt, damit Diana verbluten würde. Al Fayed konnte allerdings keine Beweise für seine teils dramatischen Behauptung vorlegen, zu denen auch gehörte, dass Dianas Schwager Robert Fellowes persönlich den Mordanschlag von der britischen Botschaft in Paris überwacht habe.

Fellowes, damals Privatsekretär von Königin Elizabeth II., hatte dies bereits vor Tagen vor Gericht zurückgewiesen und unter anderem erklärt, er sei an dem Tag nachweislich in Großbritannien und nicht in Paris gewesen. Selbst der damalige Premierminister Tony Blair, sagte al Fayed auf eine entsprechende Frage, müsse zur Liste derjenigen gezählt werden, die möglicherweise in das angebliche Komplott eingeweiht waren.

Diana soll schwanger gewesen sein

Nach Darstellung des Millionärs war die Prinzessin von seinem Sohn schwanger. Diana habe ihm das selbst gesagt. "Ich bin die einzige Person, der sie das gesagt hat", erklärte al Fayed. Zudem wollten die beiden seinen Angaben zufolge heiraten. "Sie haben mir gesagt, dass sie verlobt waren." Für eine Schwangerschaft Dianas fanden die Ermittler bisher keine Bestätigung.

Untersuchungen der französischen und der britischen Polizei hatten dagegen ergeben, dass der Fahrer von Diana und Dodi betrunken und zu schnell gefahren war. Die Untersuchung vor dem High Court läuft seit dem vergangenen Oktober, hat bislang umgerechnet rund neun Millionen Euro verschlungen und soll noch bis April dauern. Sie wurde auf Druck al Fayeds eröffnet.

Dieser forderte auch, dass Dianas ehemaliger Butler Paul Burrell noch einmal vor Gericht gerufen werde. Dieser hatte nach Angaben der Zeitung "The Sun" zugegeben, vor Gericht nicht die ganze Wahrheit gesagt zu haben. Richter Scott Baker sagte, der Vorfall werde untersucht. Das Video, auf das sich die Zeitung berufen hatte, sei angefordert worden.

DPA / DPA