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Wegen Dschungelcamp-Reise: Mutter von Nathalie Volk darf nicht mehr als Lehrerin arbeiten

Seit rund zwei Jahren beschäftigen Viktoria Volk und ihre Reise zum Dschungelcamp diverse Gerichte. Nun fiel ein Urteil: Die Mutter von Nathalie Volk verliert ihren Job als Beamtin. Die 49-Jährige kann allerdings in Berufung gehen.

Nathalie Volk (r.) mit ihrer Mutter

Nathalie Volk (r.) mit ihrer Mutter

DPA

Viktoria Volk, die Mutter von Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk, darf nicht mehr an einer staatlichen Schule arbeiten. Die Beamtin solle aus dem Dienst entfernt werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Lüneburg nach Angaben eines Sprechers.

Die Mathematiklehrerin hatte ihre Tochter im Januar 2016 zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet und sich dafür eine Krankschreibung erschlichen. Ein Antrag auf Sonderurlaub der Pädagogin war zuvor angelehnt worden. Dass Viktoria Volk in Australien und nicht im heimischen Soltau war fiel auf, nachdem die Lehrerin im TV Interviews gegeben hatte. Daraufhin wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. In einem Strafverfahren war die 49-Jährige im vergangenen Jahr bereits rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt worden.

Viktoria Volk für den öffentlichen Dienst untragbar

Weil sie ungerechtfertigt dem Dienst ferngeblieben war, sei das Vertrauen ihres Dienstherrn und der Allgemeinheit verloren, befand das Verwaltungsgericht. "Dieses Dienstvergehen wiegt nach Auffassung der Kammer schwer und rechtfertigt den Ausspruch der disziplinarischen Höchstmaßnahme", sagte der Sprecher. Der Schaden, den sie dem Berufsbeamtentum zugefügt habe, sei auch bei einer Weiterarbeit als Beamtin nicht wiedergutzumachen, befand die Kammer. Die Frau habe einen schwerwiegenden Persönlichkeitsmangel offenbart. Das mache die Studienrätin mit besonderer Vorbildfunktion als Lehrkraft und für den öffentlichen Dienst insgesamt untragbar.

Das Gericht nannte ihr Verhalten eine "planvolle und berechnende Vorgehensweise". Außerdem habe sie die fehlende Einsicht auch noch öffentlich gemacht. Sie habe gegen Anordnungen der Landesschulbehörde selbst nach Erhebung der Disziplinarklage noch im Januar 2018 ein Interview gegeben. "Im Interesse der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes und der Integrität des Berufsbeamtentums sei das Beamtenverhältnis daher zu beenden gewesen", hieß es weiter.

Viktoria Volk beteuert, wirklich krank gewesen zu sein

Das Verwaltungsgericht veröffentlichte seine Entscheidung nach der schriftlichen Zustellung an die Prozessbeteiligten. Die mündliche Verhandlung war bereits am 17. April. "Auch Lehrer müssen Fehler begehen können", hatte da der Rechtsvertreter von Viktoria Volk gesagt. Er sprach von einem "episodenhaften Verstoß" und trat für eine mildere Sanktion ein. Auch eine Zurückstufung, eine Kürzung der Bezüge, eine Geldbuße oder ein Verweis wären in Frage gekommen. In einem Schreiben hatte sich die Lehrerin entschuldigt. Auch wenn der Befund im Attest nicht gestimmt habe, so sei sie doch krank gewesen, hieß es darin.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Viktoria Volk kann Berufung beim niedersächsischen Oberverwaltungsgericht einlegen. Sollte sie auch dort scheitern, ist der Beamtenstatus verloren. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung bekommt die vom Dienst suspendierte Lehrerin nur die halben Bezüge, rund 2100 Euro netto.

jum/DPA