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"Janolli Weihnachtszirkus" Nach Anschlag: Böhmermann und Schulz brechen Show in Berlin ab

Olli Schulz, Jan Böhmermann
Olli Schulz und Jan Böhmermann bei einem Interview 2015
© Picture Alliance
Wegen der Katastrophe auf einem Berliner Weihnachtsmarkt haben die Moderatoren Olli Schulz und Jan Böhmermann am Montag ihre Live-Show abgebrochen. Die Veranstaltung fand ganz in der Nähe des Tatorts statt.

Mit einem Live-Zirkusspecial zu Weihnachten wollten sich Jan Böhmermann und Olli Schulz von den Fans ihres Podcasts "Fest und Flauschig" für dieses Jahr verabschieden. Am Montagabend sollte die Show im Berliner Tempodrom vor Publikum aufgezeichnet werden, prominente Gäste wie Palina Rojinski wurden erwartet. Doch der Abend sollte anders verlaufen.

Denn ganz in der Nähe starben gegen 20 Uhr zwölf Menschen, als ein LKW in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz raste. Weitere 49 Menschen wurden schwer verletzt, die Polizei vermutet einen Terroranschlag. Als sich die Nachricht von der schrecklichen Katastrophe bis zu Schulz und Böhmermann durchspricht, entscheiden die beiden Moderatoren sich für den Abbruch der Show.

Olli Schulz: "Wir können jetzt nicht weiter Party machen, wenn hier Menschen sterben"

"Das ist drei Kilometer von hier passiert. Ich war erst vor ein paar Tagen da. Ich glaube, das ist einfach so scheiße gerade, und wir können auch nicht die richtigen Worte dafür finden. Auf alle Fälle können wir jetzt nicht weiter hier gute Laune verbreiten und Party machen, wenn hier Menschen sterben", sagte Olli Schulz laut "Musikexpress". Er betonte jedoch, dass sich sich damit nicht der Gewalt beugen wollten, sondern der Respekt es so gebiete. 

Böhmermann appellierte an die Vernunft der Zuschauer: "Kommt sicher nach Hause. Verbreitet keine Gerüchte, und hört nicht auf die Arschgeigen, die dieses schreckliche Ereignis jetzt für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren. Das ist nämlich das Allerletzte." Außerdem bot er dem Publikum an, noch etwas vor Ort zu bleiben, falls die Menschen Angst hätten, den Veranstaltungsort zu verlassen.

Auf Twitter teilte der 35-Jährige den Abbruch auch mit und mahnte eindrücklich: "Keine Angst. Kein Hass."

Die Geste kam bei den meisten im Publikum gut an, viele bedankten sich hinterher via Twitter für den respektvollen Umgang mit der Situation.

sst

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