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Weight Watchers "Übergriffig": Frauen wischten bei Tinder für Paul Ripke – und bekamen stattdessen Abnehm-Werbung

Paul Ripke
Paul Ripke hat sich für seine Weight-Watchers-Werbung entschuldigt
© Frederic Kern/Geisler-Fotopress / Picture Alliance
Diese Werbeaktion ging offensichtlich nach hinten los. Nachdem sich zahlreiche Frauen über Paul Ripke und Weight Watchers beschwert hatten, entschuldigte sich der Promi-Fotograf. 

Die Dating-App Tinder verspricht mit nur einem Wisch die große Liebe – oder einfach nur ein wenig Spaß, je nachdem, was die Nutzerin oder der Nutzer eben sucht. Wischt man nach rechts, zeigt man Interesse und "matcht" mit einem möglichen Partner. Beruht das auf Gegenseitigkeit, darf man sich im Chat kennenlernen. 

Tinder-Werbung von Weight Watchers und Paul Ripke

In den vergangenen Wochen erspähten einige Nutzerinnen ausgerechnet Promi-Fotograf Paul Ripke auf der Plattform. Als "angehender Meisterkoch, Fotograf und Podcaster" stellte sich der 41-Jährige – der übrigens verheiratet ist – dort vor.

Er habe "Bock auf Abwechslung" und probiere gerne neue Rezepte aus, erklärte Ripke in seinem Profil. "Hast du auch Lust auf gesunde Gewohnheiten? Dann lass uns mal zusammen kochen", so der Aufruf am Ende. Klingt nach einem Hobby-Koch, der jemanden kennenlernen will. Oder? 

Der Clou kam nach dem Match. Denn sobald eine Frau ihn nach rechts wischte, bekam sie eine Nachricht im separaten Chat. "Ich bin schon länger dabei und habe endlich zu mir und meiner Mitte gefunden. Du sehnst dich auch nach Inspiration und Support auf deiner Reise zu mehr Balance und einem gesunden Lebensstil? Melde dich jetzt bei Weight Watchers an und komme auf den Geschmack neuer Gewohnheiten", hieß es darin. Die Nachricht war außerdem mit einem Link zum Abnehmprogramm versehen. Statt "Match mit Paul Ripke" hieß es "Du und Weight Watchers hatten ein Match". 

Podcasterin Kim Hoss machte zuerst auf die Werbung aufmerksam und postete einige Reaktionen von Frauen, die eine solche Nachricht vom angeblichen Ripke bekommen hatten. "Hey Weight Watchers, habt ihr auch ein Profil mit dem ihr dicke Männer auf Tinder anschreibt?", fragte sie in ihrer Story und nannte die Werbeaktion "übergriffig".

Ripke entschuldigt sich

Mittlerweile hat sich Ripke selbst zu Wort gemeldet. Die diversen Werbemaßnahmen seiner Kooperation mit dem Abnehm-Programm habe er vor etwa zwei Monaten geplant. Er sei selbst von Hoss "auf die geschalteten Werbungen hingewiesen" worden, schrieb er in seiner Instagram-Story.

Diese enthielten "sowohl ein anderes Foto als auch einen anderen Text" und seien "vor allem von Nutzerinnen völlig zurecht als übergriffig wahrgenommen" worden. Er habe Weight Watchers gebeten, die Werbung sofort zu stoppen, was auch passiert sei. "Selbstverständlich war die Werbung als solche deklariert und es wurden nicht nur mehrgewichtige Frauen angesprochen", erklärte er sich. "Dennoch war die ganze Werbung, die WW da geschaltet hat, eine dumme Idee", betonte er. Einzig relevant sei, wie die Nutzerinnen sich dabei gefühlt hätten. 

Er habe daraus gelernt, in Zukunft genauer hinzuschauen, wenn es um Kooperationen geht. Weight Watchers selbst hat sich bislang nicht zu der Kontroverse geäußert. Auf Instagram zeigt sich in einigen Kommentaren, was besonders Nutzerinnen davon halten: "Ihr wollt für Gesundheit stehen? Ist es eurer Meinung nach gesund Frauen, die auf einer Datingapp nach der Liebe suchen mit einer Werbung dazu verleiten zu wollen, abzunehmen? Das ist übergriffig, frauenfeindlich und weit entfernt von Gesundheit und einem gesunden Verhältnis zu sich selbst und seinem Körper", ist nur einer von zahlreichen kritischen Beiträgen. 

Auf Anfrage des stern hat Weight Watchers sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. "Wir bitten alle Personen, die wir durch unsere Tinder-Werbung verletzt oder irritiert haben, um Entschuldigung", hieß es in einer Stellungnahme. "Wir wollten mit diesem Werbeformat einen neuen Kanal ausprobieren und haben erkannt, wie unsensibel unser Verhalten war. Viele haben uns mitgeteilt, dass diese Art der Werbung gar nicht erst hätte geschaltet werden dürfen. Damit haben sie absolut recht. Für diese grobe Fehleinschätzung von unserer Seite übernehmen wir die volle Verantwortung."

Die ersten Konsequenzen seien bereits gezogen worden: "Wir haben das Werbemittel bereits kurz nach dem Start der Ausspielung gestoppt. Zudem wird uns Paul Ripke nach gemeinsamer Entscheidung ab sofort nicht mehr als Markenbotschafter begleiten."

Quellen: Instagram Kim Hoss / Instagram Paul Ripke

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