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Schalke-Legende: "Ich werde mich nicht verabschieden können": Sophia Thomalla gedenkt Rudi Assauers

Ihre Mutter Simone Thomalla war neun Jahre lang mit Schalke-Legende Rudi Assauer zusammen. Mit emotionalen Worten nimmt Sophia Thomalla jetzt von ihm Abschied.

Simone Thomalla und Rudi Assauer mit dessen Ziehtochter Sophia

Simone Thomalla und Rudi Assauer mit dessen Ziehtochter Sophia

Picture Alliance

Nach langem Kampf gegen Alzheimer ist Schalke-Legende Rudi Assauer am Mittwoch im Alter von 74 Jahren verstorben. Beim Pokalspiel von Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf ehrten Mannschaft und Stadion dem ehemaligen Manager mit einer Schweigeminute.

Seine Ex-Freundin, Schauspielerin Simone Thomalla, sagte dem stern: "Ich bin unendlich traurig. Ein großer Mann mit einem blau-weißen Herzen ist gegangen. Als wir uns nach neun wunderschönen Jahren getrennt haben, ist eine Tür zugegangen, die ich leider nie wieder habe öffnen können. Meine Gedanken sind bei seiner Tochter Katy."

Sophia Thomalla nimmt Abschied von Rudi Assauer

Jetzt hat sich auch ihre Tochter Sophia Thomalla zu Wort gemeldet. Auf ihrem Instagram-Profil hat das Model ein Schwarz-Weiß-Bild Assauers hochgeladen. Ihre Worte sind gleichermaßen stark wie emotional. "Es schien mir gestern nicht richtig, nachdem ich die Nachricht erhalten hatte, sofort auf Instagram etwas hochzuladen, was nur annähernd erklärt und zeigt, wie es einem geht", sagt die 29-Jährige und bringt zum Ausdruck, wie schwer es ihr fällt, passende Worte über den Mann zu finden, der neun Jahre lang ihr Stiefvater war.

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Es schien mir gestern nicht richtig, nachdem ich die Nachricht erhalten hatte, sofort auf Instagram etwas hochzuladen, was nur annähernd erklärt und zeigt, wie es einem geht. Alle schreiben er war der große Macher, die Schalke-Legende, Macho und gute Seele, aber was man über den Mann schreibt, mit dem man 10 Jahre Ostern, Weihnachten, Urlaube verbracht hat, einen zu Schule gefahren hat, der das Büro vom Schuldirektor absichtlich zugequarzt hat, nachdem man ihm erzählte, ich habe einige Schulstunden geschwänzt und was bitte aus mir werden solle, gestaltet sich für mich dann doch ziemlich schwierig. Der Mann, den ich ständig grundlos angekräht habe, einfach nur deshalb, weil ich 14 Jahre alt und ein pubertierendes Gör war. Der Mann, mit dem man Erfolge und Misserfolge durchlebt hat. Mit dem man zusammen geheult hat, als 2001 Schalke die Meisterschaft verloren hat. Übrigens bis heute einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Ich weiß nicht was ich fühle. Trauer natürlich aber nicht nur das. Jahrelang habe ich mir eingeredet es ist die bessere Entscheidung sich nicht um den Kontakt zu bemühen. Jetzt werde ich 30 und muss rückblickend feststellen, dass ich es bereue. Ferner muss ich feststellen, dass das Leben zu kurz ist. Leider war eine Beziehung zur Familie zum Schluss nicht wirklich da, heißt ich werde mich nicht verabschieden dürfen. Im Herzen bleibt er dennoch für mich bestehen. Als Rudi, nicht als Macher.

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"Alle schreiben er war der große Macher, die Schalke-Legende, Macho und gute Seele, aber was man über den Mann schreibt, mit dem man 10 Jahre Ostern, Weihnachten, Urlaube verbracht hat, einen zu Schule gefahren hat, der das Büro vom Schuldirektor absichtlich zugequarzt hat, nachdem man ihm erzählte, ich habe einige Schulstunden geschwänzt und was bitte aus mir werden solle, gestaltet sich für mich dann doch ziemlich schwierig", verrät sie. 

Kein Kontakt zur Familie

Als ihre Mutter mit Assauer zusammen war, steckte Thomalla mitten in der Pubertät, wie sie jetzt erzählt. Er sei "der Mann" gewesen "den ich ständig grundlos angekräht habe, einfach nur deshalb, weil ich 14 Jahre alt und ein pubertierendes Gör war". Und sie erinnert sich an den traurigsten Tag, den sie je mit Assauer erlebt hat. "Der Mann, mit dem man Erfolge und Misserfolge durchlebt hat.  Mit dem man zusammen geheult hat, als 2001 Schalke die Meisterschaft verloren hat. Übrigens bis heute einer der schlimmsten Tage meines Lebens", schreibt Thomalla. 

Und in ihrem Posting schwingt Bedauern mit. Dass die beiden in den vergangenen Jahren keinen Kontakt hatten, scheint sie zu belasten. "Jahrelang habe ich mir eingeredet es ist die bessere Entscheidung sich nicht um den Kontakt zu bemühen. Jetzt werde ich 30 und muss rückblickend feststellen, dass ich es bereue. Ferner muss ich feststellen, dass das Leben zu kurz ist", sagt Thomalla.

Sie beendet ihren Abschied auf Social Media mit den Worten: "Leider war eine Beziehung zur Familie zum Schluss nicht wirklich da, heißt ich werde mich nicht verabschieden können. Im Herzen bleibt er dennoch für mich bestehen. Als Rudi, nicht als Macher."

Unter dem Posting erhält die Berlinerin viel Zuspruch. Ihre Mutter Simone Thomalla postet drei schwarze Herzen. Mehrere Nutzer raten ihr, den Kontakt zur Familie zu suchen. "Mache den ersten Schritt", schreibt einer. "Der Tod eines gemeinsam geliebten Menschen führt oftmals zueinander."

Rudi Assauer ist nach langer Alzheimer-Erkrankung verstorben.
ls