Staatsbesuch der Queen Jubel in Potsam


Königin Elisabeth II ist in Berlin angekommen. Hunderte umjubelten "Her Majesty" als sie vor dem Schloss Charlottenburg aus ihrem Bentley stieg. Ob sie sich zu den Bombenangriffen auf Dresden äußert, wird mit Spannung erwartet.

Bundespräsident Horst Köhler hat die britische Königin Elizabeth II. zu ihrem vierten Staatsbesuch in Deutschland empfangen. Das Staatsoberhaupt begrüßte die 78-jährige Monarchin und ihren Gemahl Prinz Philip am Dienstagmittag mit allen militärischen Ehren vor dem Berliner Schloss Charlottenburg.

Trotz des kühlen, windigen Herbstwetters zeigte die Queen ein Lächeln, als sie - vom Flughafen Tegel kommend - vor dem Schloss eintraf, das in seiner Architektur an den Kensington Palace erinnert. Dort warteten bereits mehrere hundert Schaulustige auf die Königin, die einen mintfarbenen Mantel und einen dazu passenden Hut trug.

Als die Queen aus ihrem großen dunklen Bentley stieg, brandete Jubel auf, und viele Fans schwenkten kleine britische Fähnchen. Zuletzt war die Queen vor vier Jahren zur Eröffnung der neuen britischen Botschaft in Berlin gewesen. Damals hatten ihr Tausende Menschen zugejubelt.

Gang über den roten Teppich

Köhler und seine Ehefrau Eva begrüßten die Königin und den Herzog vor dem Schloss, das während der Umbauarbeiten am Amtssitz des Bundespräsidenten, dem Schloss Bellevue, für Repräsentationszwecke genutzt wird. Anschließend gab die Queen im Ehrenhof einer Reihe von Gästen aus der deutschen Delegation die Hand. Über einen roten Teppich schritt sie mit Köhler zu einem Podest, auf dem sie die Begrüßung mit militärischen Ehren entgegennahm.

Nach dem Eintrag ins Gästebuch wollten sich Köhler und die Queen zu einem kurzem privaten Gespräch zurückziehen. Anschließend war die Weiterfahrt ins Kanzleramt angesetzt. Auf dem Programm stand ein kurzes Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, bei dem die Queen von Prinz Philip und dem britischen Außenminister Jack Straw begleitet werden sollte.

Danach wollten die Queen und der Kanzler mit britischen und deutschen Jugendlichen zusammentreffen, die an einer Untersuchung zu den Folgen des Klimawandels arbeiten. Der Klimaschutz ist eines der zentralen Themen des dreitägigen Staatsbesuches. Am Mittwochmorgen wird die Monarchin in der Britischen Botschaft in Berlin eine Konferenz zu diesem Thema eröffnen, die der Vorbereitung des britischen Vorsitzes in der Gruppe der G8 im nächsten Jahr dient.

Spannung wegen britischer Bombenangriffe

Im Vordergrund des Interesses dürfte jedoch der Gedanke der Versöhnung stehen. Mit Spannung wird erwartet, ob sich die Queen zu den britischen Bombenangriffen auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg äußert. Britische Boulevardmedien hatten berichtet, Deutschland verlange eine Entschuldigung der Königin. Die Regierungen beider Länder und der Buckingham Palace dementierten das.

Inzwischen wurden entsprechende Forderungen aber von anderer Seite laut. Der CSU-Innenpolitiker Norbert Geis vertrat die Ansicht, das deutsche Volk würde der Queen eine Entschuldigung für die Bombardierung hoch anrechnen. "Ich denke, dass sie diese Gelegenheit nutzen wird", sagte Geis der Chemnitzer "Freien Presse".

Obwohl allgemein nicht mit derart eindeutigen Äußerungen gerechnet wird, sind im Programm der Königin eine Reihe von symbolträchtigen Terminen vorgesehen. An der Neuen Wache in Berlin wollte sie am Dienstagnachmittag einen Kranz zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft niederlegen. Als symbolischer Höhepunkt des Besuches gilt ein Galakonzert in der Berliner Philharmonie, das die Queen am Mittwochabend zu Gunsten der Dresdner Frauenkirche ausrichtet.

AP/DPA AP DPA

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